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Christoph Israel: Ein Wintermärchen – Weihnachtslieder aus Deutschland (CD, Deutsche Grammophon, 2016)

 

Wir nähern uns Ende November, die Weihnachtszeit steht vor der Tür - und natürlich beschert uns die Tonträgerindustrie wie jedes Jahr hierzu wieder viele neue Veröffentlichungen, um selbige passend zu untermalen. "Ein Wintermärchen – Weihnachtslieder aus Deutschland" ist mit Sicherheit eine der interessanten Scheiben, die als Soundtrack für die kommenden Wochen dienen soll - und dann schließlich gegen Ende jedes Jahres wieder gehört werden kann.

Der in Berlin beheimatete Arrangeur, Komponist, Pianist und Produzent Christoph Israel hat mit sich für die Liedersammlung Besonderes einfallen lassen: Gemeinsam mit dem renommierten Filmorchester Babelsberg hat er die schönsten deutschen Weihnachtslieder ganz neu arrangiert und eingespielt, ünterstützt von hochkarätigen Gästen wie Max Raabe, Cassandra Steen, Gregor Meyle oder Katharina Thalbach. Die 18 Stücke auf 54 Minuten kommen mit ihren klassischen, orchestralen Arrangements festlich daher, und die Gäste tragen dazu bei, dass es abwechlsungsreich zugeht. "Ihr Kinderlein kommet" und "Stille Nacht" werden geprägt von Max Raabes Gesang, "Süßer die Glocken nie klingen" von Thomas Quasthoffs tiefem Bassbariton. "Leise rieselt der Schnee" kommt mit dem Gesang des Liedermachers Gregor Meyle und "Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen" mit Cassandra Steen am Mikrofon kommen beide warm, ruhig sanft und emotional daher, sehr schön. Die meisten Stücke sind jedoch instrumental gehalten. "Morgen Kinder wird's was geben" ist sehr schön arrangiert worden, flott und fröhlich mit Glockenspiel, Violine (von Meesun Hong-Coleman) und anderen Solo-Momenten zwischen vollem Klangspektrum. "Kling, Glöckchen klingelingeling" kommt ruhiger und gemütlich daher, "O Tannenbaum" besinnlich, dominiert von Streichern und Bläsern. Von "Stille Nacht" gibt es noch eine zweite, instrumentale Version, mit Albrecht Mayer am Englischhorn und Andreas Blau an der Flöte sehr stimmungsvoll und schön arrangiert. Ob "O Selige Nacht", "Maria durch ein Dornwald ging" oder "Ihr Kinderlein kommet" - allesamt sehr schön anzuhören. Abschließend gibt es noch eine expressionistische Nummer, wenn Schauspielerin Katharina Thalbach "Morgen Kinder wird's was geben" rauhen Gesang und kauzige Sprechpassagen verpasst.

"Die Vorweihnachtszeit artet leider meistens in Hektik und Stress aus. Die Musik soll dazu ein Kontrapunkt sein", so Christoph Israel über den Hintergrund seiner Songsammlung. "Sie soll helfen, sich wieder auf den Ursprung dieses Festes zu besinnen, das ja etwas Feierliches, Fröhliches hat. Vielleicht haben deshalb schon manche gesagt, es klinge ein bisschen nach Märchen. Oder nach Film. Weil die Musik hier schon auch versucht, mit ihren Mitteln eine eigene Welt zu erschaffen. Wie eine Mischung aus guter kontemporärer Filmmusik und ungewöhnlichen Klangfarben und Stilmitteln, wie man sie von Orchestern normalerweise nicht kennt." Gut gelungen, diese Scheibe, die sowohl Klassikfreunden als auch anderen Liebhabern weihnachtlicher Stimmung gefallen kann.

Hier ein Teaser zum Album:



christophisrael.de



Bewertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi )