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Kasabian: For Crying Out Loud - Deluxe (CD, Columbia, 2017)

 

Mit den 51 Minuten von "For Crying Out Loud" veröffentlichen Kasabian drei Jahre nach ihrem UK-Nummer-Eins-Album "48:13" ihr sechstes Studioalbum. Die zwölf neuen Tracks wissen wieder gut zu gefallen, wobei das Quartett diesmal eine etwas andere Herangehensweise hatte. Songschreiber, Gitarrist und Produzent Serge Pizzorno, in dessen Sergery Studio in Leicester auch die Aufnahmen stattfanden, erklärt: "Ich habe mir sechs Wochen Zeit gegeben, um ein Album wie in den guten alten Zeiten zu schreiben, und das hat mich sehr inspiriert. Ich habe genau darauf geachtet, dass kein Gramm zu viel an den Liedern war. Schließlich sollten es klassische Songs werden – ganz ohne Maßlosigkeit und ohne Unnötiges, das nicht auf die Platte gehört. Berry Gordy hat einmal behauptet: Wenn man es nicht in den ersten vier Takten schafft, die Hörer zu fesseln, dann hat man verloren. Und mit dieser Old School-Einstellung habe ich mich ans Songwriting gemacht."

"For Crying Out Loud" ist folgerichtig weit weniger elektronisch beeinflusst als der Vorgänger oder auch die Alben davor, denken wir nur an die tolle Elektro-Atmosphäre in "I.D." vom 2004er-Debüt "Kasabian" oder die synthetischen Klänge in "Underdog" vom 2009er-Album "West Ryder Pauper Lunatic Asylum". Beim Opener "Ill Ray (The King)" ist die neue Reduktion allerdings noch nicht so richtig heraus zu hören. Zwar geht es direkt griffig los, aber hier spielen produktionstechnische Schmankerl in der zweiten Songhälfte durchaus noch eine Rolle - in jedem Fall aber eine starke Eröffnung. Die erste Single "You're In Love With A Psycho" ist dann einer von mehreren Songs, die direkt gut ins Ohr gehen und sich dort festsetzen - ein eingängiger Pop-Rock-Song im Midtempo, mit witzigem Text. Weitere Highlights sind das besonders im Refrain mitreißende, knarzig voranpeitschende "Twentyfourseven", der gemütliche, schöne Love-Song "Wasted", das catchy daher kommende "Comeback Kid" mit bestens Mitsing-tauglichem Refrain, das atmosphärisch tolle, ruhigere "The Party Never Ends" und das anfangs akustische, dann mit chilligen Klängen komplettierte "All Through The Night". Lediglich das Ende dieses Songs kommt unschön abrupt daher - hmm, sie werden sich was bei gedacht haben.

Die anderen Songs des Albums sind durchaus auch mehr als Füller, sie gehen nur nicht ganz so ins Ohr. "Sixteen Blocks" kommt trockener daher, "Are You Looking for Action?" tanzbar und funky mit psychedelischen Klängen, "Bless This Acid House" rockt gradlinig ab. Es wird also eine Menge Abwechslung geboten, auf hohem Niveau. Ein gut gelungenes Album!

Die Deluxe-Variante enthält noch eine zweite CD mit dem Titel "Underdogs". Hierunter verbirgt sich nicht anderes - ich sollte eher nicht weniger sagen - als ein Livekonzert aus dem heimischen Leicester aus dem Jahr 2016. Auf fetten 78 Minuten sind 15 Tracks zu hören, die in bester, gut hörbarer Live-Atmosphäre gespielt wurden, und die gleich wieder viel Lust machen, Kasabian live zu sehen. Ob "Underdog", "Days Are Forgotten", "L.S.F.", "Shoot The Runner", "Eez-eh" oder ihr größter Hit "Fire" - klasse Stücke, stark gespielt. Für Fans ist die Deluxe-Version damit definitiv die richtige für das Regal - und erstmal für den CD-Player.

Hier das Video zu "You're In Love With A Psycho":



www.kasabian.co.uk
www.facebook.com/kasabian



Bewertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi )