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Levina: Unexpected (CD, RCA, 2017)

 

"Germany: 12 Points" heißt es ja leider viel zu selten beim Eurovision Song Contest. Gut, vor sieben Jahren bescherte uns Lena Meyer-Landrut tatsächlich mal wieder einen Sieg, aber in den letzten vier Jahren herrschte amtliche Tristesse. Cascada konnte sich 2013 mit 18 Punkten zumindest vom Ende absetzen, und die eigentlich sehr anhörbaren Elaiza erreichten 2014 mit 39 Punkten Platz 18 von 26 Startern. In den letzten beiden Jahren aber wurde es wirklich frustrierend mit einer Nullnummer von Ann Sophie in 2015 und auch nur 11 Punkten von Jamie-Lee beim letzten Platz im letzten Jahr.

Wie fast immer wurde viel diskutiert, was man ändern muss - und im Februar ging dann Isabella "Levina" Lueen mit dem Titel "Perfect Life" als Siegerin aus dem "Unser Song 2017"-Vorentscheid hervor, erreichte in der per Televoting, SMS und Eurovision-App durchgeführten Abstimmung fast 50% der Stimmen. Die 25-jährige ist zwar eine Newcomerin, beschäftigt sich aber schon lange mit Musik. Bereits mit jungen neun Jahren gewann sie den renommierten Wettbewerb "Jugend musiziert" und begann mit zwölf Jahren, eigene Songs zu schreiben. In London studierte sie später erfolgreich Gesang und Komposition, wurde zum "Best Vocal Performer" gekürt, veröffentlichte 2015 auch eine EP mit drei Songs.

Bevor Levina uns am 13. Mai in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mit ein paar Pünktchen mehr froh machen kann, erscheint nun ihr Debütalbum "Unexpected". 13 Stücke sind auf 44 Minuten zu finden, und diese lassen sich gut anhören. Auch wenn dies für Kiew nicht allzu hoffnungsvoll stimmt, ragt besagtes "Perfect Life" vom Team um die US-Platin-Komponistin Lindy Robbins nicht zwingend heraus, ist einer von vielen feinen Pop-Songs auf der Scheibe. Mit "Wildfire" ist auch der zweite Song aus dem Vorentscheid vertreten - für mich persönlich die bessere Nummer. Ansonsten findet man flottere Stücke wie "Run On You", "Stop Right There" oder "The Current" genauso wie Midtempo a la "Echo", "Ordinary People" oder "Courage To Say Goodbye", und mit "Nothing More Beautiful" auch eine reine Ballade. Highlight ist für mich das relaxte, leicht jazzige, mit orchestralen Klängen veredelte "One In A Million" - sehr coole Nummer. Auch das mit geschicktem Elektro-Arrangement gestrickte, atmosphärisch dichte "Nothing At All" weiß voll zu überzeugen - übrigens der einzige völlig alleine geschriebene Song von Levina, ansonsten hat sie aber zumindest an drei Stücken mitschreiben können. Zum Abschluss gibt es von "Perfect Life" noch einen anständigen, clubtauglichen Remix vom Produzententeam Madizin. Durchaus ein gelungenes Debütalbum - drücken wir Levina die Daumen für Kiew!

Hier das Lyric Video zu "Perfect Life" im Madizin Mix:



www.levinamusic.de
www.facebook.com/levinamusic



Bewertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi )