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Mando Diao: Good Times (CD, BMG, 2017)

 

Als der zweite Sänger & Gitarrist Gustaf Norén Mando Diao im Juni 2015 nach 19 gemeinsamen Jahren verließ, um eine Zukunft abseits des Musikbusiness zu beginnen, war dies ein Schock für seine Mitstreiter, auch wenn die Trennung in aller Freundschaft passierte. Bandgründer, Songschreiber, Sänger und Gitarrist Björn Dixgård erklärt: "Das ging von ihm aus, er wollte dieses Leben nicht mehr führen." Die Schweden, bei denen nicht lange zuvor bereits Keyboarder Mats Björke ausgestiegen war, der von Daniel Haglund ersetzt wurde, mussten nicht lange überlegen, ob die Band weiter existieren sollte. Dixgård: "Wir lieben diese Band, sie ist für uns wie eine große Familie. Weiterzumachen war für uns die einfachste Entscheidung der Welt." Mit Jens Siverstedt stieß ein neuer Gitarrist und Background-Sänger zur Band, und weiter ging es.

Auf Mando Diaos achtes Albums "Good Times" konnte man durchaus gespannt sein, nicht nur auf Grund der Umbesetzungen im Line-Up. Nachdem das sechste Album "Infruset" 2012 mit der Vertonung von Gedichten Gustaf Frödings rein schwedisch daher kam brachte der siebte Longplayer "Ælita" 2014 eine überraschende Abkehr vom Alternative Rock, in dem die Band so große Erfolge feiern konnte mit Songs wie "Down In The Past" vom 2005er-Longplayer "Hurricane Bar" oder "Dance With Somebody" sowie "Gloria" vom 2009er-Nummer-Eins-Album "Give Me Fire!". Nachdem "Ælita" und die Single "Black Saturday" trotz neuem Stil mit poppigeren und von viel mehr Synthesizerklängen geprägten Stücken auch durchaus erfolgreich waren, ist es nun also umso interessanter, zu hören, wohin die musikalische Reise der Jungs gehen soll.

Auf den 45 Minuten von "Good Times" wird abwechslungsreiche Musik zwischen Alternative Rock und etwas poppigerem Fahrwasser geboten. Ein Grund für den Abwechslungsreichtum liegt sicher darin, dass Björn Dixgård nicht mehr alle Stücke alleine schrieb, sondern sich Carl-Johan Fogelclou (Bass), Patrick Heikinpieti (Drums), Daniel Haglund und auch Jens Siverstedt gleichberechtigt am Songwriting beteiligten. Dixgård erklärt: "Das ist Teil eines Reifeprozesses, durch den ich als Songschreiber gehe. Damals hat es sich ganz natürlich so ergeben wie es war. Inzwischen aber merke ich, wie sehr mich die Zusammenarbeit mit den anderen inspiriert und wie viel reicher unsere Musik durch ihren Input wird." So ist "Good Times" keine vollständige Rückkehr zum alten Stil, sondern eher eine Mischung aus alten Tugenden und Einflüssen aus allem anderen, was die Jungs inzwischen machten und lieben lernten.

Eröffnet wird die Scheibe etwas überraschend von einer Ballade, vielleicht auch um die Schwere der Zeiten, durch die die Band gegangen ist, zu symbolisieren. Das von Jens Siverstedt geschriebene "Break Us" handelt allerdings von der Liebe, die trotz Problemen aufrecht erhalten bleibt. "All the wars we fought, all the love we lost, it won't break us, break us, never break us" heißt es in der hervorragenden, unter die Haut gehenden Perle zwischen Melancholie und Optimismus - klasse Opener! Mit "All The Things" folgt ein treibender, packender Rocksong, der für mich als erste Single noch weit besser geeignet gewesen wäre als "Shake". Selbiges kommt aber auch eingängig daher und geht mit groovigen Licks im Midtempo ebenfalls in Ohr und Hüften, wenn auch nicht so mitreißend wie "All The Things". Sonstige Highlights sind der geschickt catchy gestrickte Titelsong "Good Times", das gemütliche "Watch Me Now" und als zweite Ballade das selbstzerstörerische "Hit Me With A Bottle". Mit dem weichgespülten "Without Love" und dem langweiligen "Money" sind allerdings auch zwei überflüssige Stücke zu finden. Die restlichen wie "Brother" oder "Dancing All The Way To Hell" sind hingegen solide und gut hörbar. Insgesamt ein anständiges Album von Mando Diao, facettenreich und mit einigen starken Songs versehen bei wie erwähnt lediglich zwei Stücken, auf die man gerne verzichtet hätte.

Hier das Video zur Single "Shake":



Auf Tour sind Mando Diao im Spätherbst bei uns zu sehen:

21.11. Dortmund - Phoenix Halle
23.11. Berlin - Columbiahalle
24.11. Köln - Palladium
25.11. Hamburg - Alsterdorfer Sporthalle
29.11. München - Zenith
01.12. Wiesbaden - Schlachthof

www.mandodiao.com
www.facebook.com/mandodiaomusic



Bewertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi )