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The Mars Volta: Noctourniquet (CD, Warner Bros, 2012)

 

The Mars Volta - schon seit langen Jahren handelt es sich hierbei um Musik für Liebhaber, Hinhörer und Konsumenten abseits der großen Masse. Und jedes Mal, wenn sie ein neues Album veröffentlichen, freue ich mich und sage mir: "Es ist schön, dass solche Bands trotz eines ausbleibenden, großen kommerziellen Erfolgs weiter ihrer Philospohie folgen, ihrem Stil treu bleiben."

Auf den 65 Minuten ihres neuen Longplayers "Noctourniquet" findet man Songs zwischen Rock und Alternative-Pop, die alles andere als allgemeintauglich sind - wenn man mal von der balladesken Hälfte des ruhig basierten Songs "Empty Vessels Make The Loudest Sound" absieht, den fiese Gitarrensounds aber später aus der Schönheit zerren. Mal warten sie mit extremen Elektro-Bässen auf, mal mit schrägen Klangwelten, mal mit energetischen Ausbrüchen. Nur zu gerne wiederhole ich mich selbst aus einer älteren Rezension: Um ein Album von The Mars Volta bewerten zu können, muss man es komplett durchhören, denn in jeder Sekunde könnte es Überraschungen bereit halten. Das neue Werk der Band-Köpfe Omar Rodriguez-Lopez (Kreativkopf/Songschreiber/Gitarrist) und Cedric Bixler-Zavala (Texte/Gesang) bietet wieder ungewöhnliche Rockmusik, aber das ist man von Alben wie "Amputechture" (2006) und "Octahedron" (2009) ja bereits gewohnt. Man muss aber schon ein (alter oder neu gewonnener) Liebhaber sein, um die Songs und Alben der Band ins Herz zu schließen - oder man lernt sie durch Zufall kennen und lieben. Die meisten der Menschen, die ich kenne, könnten mit dieser Musik gar nichts anfangen - die meisten der Menschen, die ich nicht kenne, sicherlich auch nicht. Und doch ist die Musik von The Mars Volta alles andere als bedeutungslos - sie ist schwer zugänglich, komplex und wild strukturiert, wirkt aber nie willkürlich, im Gegenteil, stets zielgerichtet. Die Jungs aus El Paso in Texas machen es einfach, sie zu verabscheuen - sie lassen aber auch eine nicht zu kleine Nische offen, sie zu lieben mit all ihren wilden Sounds, wirren Momenten und schrägen Ideen abseits jeder Norm. Im Fazit schneidet "Noctourniquet" ab wie erwartet - und dies ist hier eher ein Lob, bewegen sich The Mars Volta doch seit Anbeginn auf hohem Niveau im Niemandsland zwischen den Stilen, zwischen Mainstream und Nische, zwischen Rock und Unrockbar. Weiterhin eine Band, die auf hohem Niveau spaltet und einfach ihr Ding durchzieht. Sehr interessant!

www.themarsvolta.com



Bewertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi )