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Pretenders: Alone (CD, BMG, 2016)

 

Nach acht Jahren Pause dürfen sich die Fans der Pretenders über einen neuen Longplayer freuen. "Alone" bietet zwölf Songs auf 47 Minuten, die durchaus gut geworden sind. Ursprünglich war die Scheibe als Nachfolger von "Stockholm" gedacht, dem 2014 erschienen Soloalbum von Frontfrau Chrissie Hynde. Dieser wurde dann aber klar, dass die Songs bestens in den Klangkosmos der 1978 gegründeten und 2005 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen Band passen würden, und so entschied sie sich als einziges verbleibendes Gründungsmitglied dafür, die Stücke unter dem Namen der sicherlich ja auch weitaus besser noch zu vermarktenden Pretenders zu stellen. Leichtes Spiel für Hynde, und dass sie hier dann jetzt zusammen mit Musikern spielt, die bisher wenig bis gar nichts mit der Band zu tun hatten, stört dann am Ende vermutlich auch niemanden - vielleicht ja auch ein Grund für den Albumtitel. Chrissie Hynde nahm "Alone" zusammen mit Produzent und Multi-Instrumentalist Dan Auerbach von The Black Keys in Nashville auf. Die Band besteht aus Johnny Cashs ehemaligen Bassisten Dave Rose, Country Rocker Kenny Vaughan und allerlei Mitgliedern von Auerbachs Nebenprojekt The Arcs: Richard Swift (Schlagzeug), Leon Michels (Keyboards) und Russ Pahl (Pedal-Steel-Gitarre). Gemixt wurde das Album von Tchad Blake (Arctic Monkeys, Peter Gabriel, Elvis Costello).

Heraus gekommen ist eine amtliche Scheibe, die zu gefallen weiß. Hyndes gesang prägt das Ganze immer noch in hervorragender Art und Weise, und die Kompositionen sind wirklich gut anzuhören. Ob Hynde an ihre Aussage "Von all meinen Alben liebe ich dieses am meisten." wirklich glaubt, ist unklar, aber sie erläuter das ganze kurz und knapp: "Richtige Musiker spielen richtige Musik. Es hat 48 Stunden gedauert, um jeden Ton zu singen und aufzunehmen. Aber 40 Jahre, um sie vorzubereiten." Na ja, egal, solange das Ergebnis stimmt. Vom Midtempo-Titelsong "Alone" als Opener über den relaxten "Roadie Man" und das flotte, druckvolle und dabei staubtrockene "Gotta Wait" über das starke, melodische, mit dem Rockgitarristen Duane Eddy als Gast eingespielte "Never Be Together" und die Ballade "Let's Get Lost" bis zum gradlinig rockigen "Chord Lord" - die erste Hälfte der Scheibe bietet gut Abwechslung, und so geht es auch weiter. "Blue Eyed Sky" und "The Man You Are" sind ruhig basierte, feine Nummern, bevor "One More Day" eine tolle Mischung aus 60er-Softrock, spanischen Klängen und tollem Hynde-gesang darstellt. Dass die zweite Albumhälfte ruhiger ist als die erste, bestätigt sich mit "I Hate Myself" und "Death Is Not Enough", bevor es zum Abschluss mit "Holy Commotion" noch einen groovigen Bonustrack zu hören gibt. Ein gelungenes Album von Chrissie Hynde und ihren Mitstreitern.

thepretenders.com
www.facebook.com/pretenders



Bewertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi )