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Skye & Ross: Skye & Ross (CD, Cooking Vinyl, 2016)

 

Fans der wunderbaren Morcheeba wird die Wartezeit auf das nächste Album etwas verkürzt: Die beiden Hauptprotagonisten Skye Edwards und Ross Godfrey präsentieren uns auf ihrem selbst betitelten Debüt zehn Songs, mit denen sie sich klar im Morcheeba-Klangspektrum bewegen. Die 39 Minuten sollen natürlich weder als abgespeckte Variante der Trip-Hop-Helden verstanden werden, noch als Versuch, Morcheeba ohne das dritte feste Mitglied Paul Godfrey weiter zu führen. Seitenprojekte gab es aber ja immer schon. Skye, die von 2006 bis 2010 ja Morcheeba abtrünnig war, hat bereits vier Solo-Alben veröffentlicht, und Ross spielte mit seiner Frau Amanda Zamolo in dem Psych-Folk-Rock-Trio Little Mountain. Die neue Scheibe ist auch ein bisschen Familienangelegenheit. Die einzigen Musiker, die darauf neben Skye und Ross zu hören sind, sind Skyes Ehemann Steve (Bass), ihr 19-jähriger Sohn Jaega (Schlagzeug), Ross Ehefrau Amanda (Backing Vocals) und Richard Milner, seines Zeichens Morcheebas langjähriger Keyboarder.

Die ersten Songs machen schon klar, dass Skye & Ross keinen Sound gesucht haben, der fernab von dem liegt, was Morcheeba ausmacht. Der ruhige, sphärische Opener "Repay The Saviour" verbindet einige Akustikgitarren-Akkorde mit wabernden Elektrosounds und der tollen, sanften Stimme von Skye. Die Single "Light Of Gold" hätte gut auf jedes Morcheeba-Album gepasst, ist eine sehr schöne, chillige Mischung aus Trip-Hop und Pop, später noch mit einer effektbehangenen E-Gitarren-Linie gewürzt. Ross erklärt zum Album, dessen Sound sei "einfach das, was ganz natürlich dabei herauskommt, wenn Skye und ich gemeinsam Musik machen. Es ist nicht zwangsläufig eine Fortsetzung unseres bisherigen Schaffens mit Morcheeba, deshalb wollten wir dem Ganzen eine neue Identität geben." Das mit der neuen Identität ist eventuell nicht ganz so gut gelungen, dafür bewegen sie sich zu nah an Morcheeba, aber das ist wirklich nicht negativ, wenn man deren Scheiben liebt. Midtempo-Stücke wie "All My Days", "Hold On" oder "Feet First" wissen ebenso zu gefallen wie die sanften Balladen "Clear My Mind" und "Head Home". "How To Fly" kommt klangtechnisch etwas abweichend abgemischt daher, hier klingt die Gitarre mal eher wie bei den Dire Straits, aber nach diesen Momenten muss man schon suchen, wo man nicht direkt an Morcheeba denkt - natürlich ja aber vor allem auch automatisch durch Skyes Stimme, die einen wieder voll in ihren Bann zieht. Skye erklärt: "Alles fühlte sich sehr organisch an. Und ich konnte mich selbst stimmlich auf jeden Fall weiterentwickeln. Alles, was Ross rüberschickte, inspirierte mich sofort zu Melodien und Texten, egal ob es ein schweres Fuzz-Gitarren-Riff war oder behutsames Zupfen einer Akustik Gitarre. Schon immer gab mir Ross Spiel einen Push. Gerade live ist das absolut großartig, weshalb es fantastisch ist, diese Energie auf einem Album festzuhalten."

In jedem Fall ein gut gelungenes Debüt von Skye & Ross als Duo, welches sich bestens durchhören lässt und voller schöner Tracks steckt, produktionstechnisch und auch kompositorisch ist es allerdings nicht ganz so spannend wie Morcheeba, man kann also nun gut einordnen, welchen Einfluss Paul auf das Trio hat.

Im Video zur Single "Light Of Gold" hatten die Fans die Möglichkeit, selbst ein kleines Stück des neuen Skye & Ross Projektes zu werden. Nicht wenige nutzten die Chance und folgten dem Aufruf der Band und bewarben sich als Pärchen für den Clip. Und das Resultat kann sich sehen lassen, eine hinreißende Liebesgeschichte, die im pittoresken und historischen Städtchen Sibenik in Kroatien gedrehte wurde und wunderbar die träumerische Stimmung von "Light Of Gold" einfängt:



Im Oktober sind Skye & Ross auch live bei uns zu sehen, hier die Tourdaten:

10.10. Berlin - Columbia Theater
11.10. Hamburg - Mojo
12.10. Köln - Clubbahnhof Ehrenfeld
13.10. Stuttgart - Im Wizemann

www.facebook.com/SkyeandRoss



Bewertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi )