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![]() Die zweite DVD ist die interessantere der beiden. Hier findet man zuerst mal eine Stunde lang nur Musik aus dem Konzert - allerdings etwas bunt zusammen gewürfelt von der Reihenfolge her. Diesen Zusammenschnitt gab es zwar nicht auf Video zu erwerben, er lief aber damals und seither schon des Öfteren im Fernsehen, ist also nicht neu. Zumindestens aber kann man ihn wunderbar laufen lassen und sich an der großartigen Musik und den gut eingefangenen Bildern freuen. Zusätzlich gibt es den Videoclip zum damals aus dem Konzert ausgekoppelten "Everything Counts" und - ja - doch noch etwas Neues, nämlich Interviews, die die damaligen Macher D.A. Pennebaker und Chris Hegedus zur DVD-Veröffentlichung geführt haben. Sänger Dave Gahan wird in New York besucht und spricht 6 Minuten lang über die Stadt, über sein Album und natürlich über das Rose Bowl Konzert, bei dem er zugibt, hinterher heulend in der Garderobe gesessen zu haben, weil er überwältigt war und gedacht habe, dass es besser einfach nicht mehr gehen würde. Songwriter Martin Gore wird in Santa Barbara, Kalifornien, besucht. Man sieht ihn als Vater und auch er kommt 6 Minuten zu Wort, über die Anfänge der Band, das Songwriting generell und über "101". Andy Fletcher wurde ebenfalls in New York interviewt und berichtet in seinen auch wieder 6 Minuten über ein vielleicht in New York, Santa Barbara und London aufzunehmendes, nächstes Album, über sein Label und sein Signing Client, über DJing und darüber, dass Depeche Mode damals 1988 ein Vorreiter für alternative Musik in den USA waren. Hinzu kommen 6 Minuten Telefoninterview mit Mute-Labelboss Daniel Miller, der in London (ja, man sieht ihn auch) über seine ersten Erfahrungen mit Depeche Mode erzählt, über den Ausstieg von Vince Clarke und über die enge Beziehung von Band und Fans. Schließlich kommt Manager Jonathan Kessler noch 4 Minuten zu Wort. Wer den Namen Alan Wilder vermisst - dieser hatte angeblich keine Lust auf ein "Was macht eigentlich..."-Interview. Auch der der damaligen Gewinner-Kids hat man sich noch einmal vor die Linse geholt und je 4 Minuten interviewt. Christopher Hardwick erzählt, dass er nach "101" auch als Schauspieler gearbeitet hat, sogar mehrfach um Autogramme gebeten wurde, dass er als Kostümdesigner arbeitet und dass er den Film als Beginn des Reality TVs einstuft. Oliver Chesler berichtet, dass er damals im Casting trotz der vielen Teilnehmer erwartet hatte, dabei zu sein, zeigt stolz seine Depeche Mode Plattensammlung und zeigt sich als Künstler/Musiker The Horrorist. Jay Serken hingegen spricht über seine Malereien, über ein Treffen mit Axl Rose und natürlich auch über "101". Insgesamt ganz nette Interview-Minuten, aber von den Depechies erfährt man wenig, was man nicht schon wusste, und mehr als einmal wird man sich auch dies nicht anschauen. Immerhin bekommt man von D. A. Pennebaker noch mit, dass "101" ihm, der ja auch über John Lennon, Jimi Hendrix und Bob Dylan Filme machte, am meisten Spaß gemacht habe. Nach Bekanntwerden des DVD-Inhalts zeigten sich viele Depeche Mode Fans sehr enttäuscht, dass nicht das komplette Konzert im Rose Bowl veröffentlicht wird. Auf der Website zur Doppel-DVD gibt es ein Statement von Pennebaker und Hegedus, dass man es schlichtweg nicht habe. Nun gut. Die Fans werden sich die DVD trotzdem kaufen, auch wenn sie wahrscheinlich nur den Konzertzusammenschnitt auf DVD 2 mehr als einmal einlegen werden. Schön aber, dass es diesen und auch "101" generell jetzt auch auf DVD gibt. (Tobi) |
