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Es war ein großes Jahr für Rosenstolz. Das größte ihrer Karriere. Ein schönes Gefühl nach so langer Zeit auf der Bühne. Seit 1991 spielen, spielen, spielen und ganz nebenbei einen kontinuierlichen Aufstieg zu spüren. Weiterentwicklung in jeder Hinsicht. Ideen und Erfahrungen von neun Studio-Alben aufeinander zu türmen. Und dabei eine künstlerische Linie durch eine stürmische Dekade zu ziehen von "Wenn du aufwachst" bis "Die Liebe ist tot" und wieder zurück. Kein Stillstand. Immer weiter machen und eine kreative Familie aufzubauen, die weit über das hinausgeht, was man normalerweise "Band" nennt.

Es muss sehr beruhigend sein, in jeder Faser mitzubekommen, dass die Nähe zum Publikum auf diesem Weg niemals verloren gegangen ist. Im Gegenteil. Kaum ein Tag, an dem nicht dutzende Erlebnisse, Verabredungen, Grüße in den Internet-Gästebüchern der offiziellen Website oder einer der diversen Fan-Pages verhandelt werden. Eine tiefe Wertschätzung, die sich da niederschlägt. In messbaren Größen, in Zahlen und Trophäen.

"Liebe ist alles" hält sich 18 Wochen in den Charts und wird im 13ten Jahr der erfolgreichste Rosenstolz-Song. Das Album "Herz" steigt von Null auf Eins in die Charts, erreicht nach nur einer Woche Gold, nach acht Wochen Platin, und ist mittlerweile seit über 30 Wochen in den Top 20 der Charts. Alle drei aktuellen Single-Auskopplungen von "Herz" steigen nacheinander von Null in die Top Ten. Und plötzlich ist eine Einladung zu "Wetten dass...?" kein Problem mehr, wo man dort sonst Hollywood-Größen und Supermodels bevorzugt. Eine Art medialer Ritterschlag für die Top-Star-Liga. AnNa und Peter nehmen es mit einem wissenden Lächeln. Sie sind lange genug dabei, um die Maschinerie des Ruhms einschätzen zu können. Genau wie die Awards und Nominierungen, die nun folgen. So erhalten Rosenstolz den VIVA Comet 2004 als "Bester Act National". Genau das sind die Momentaufnahmen, die auch gut tun. Nicht mehr. Was wichtiger erscheint: Über 150.000 Fans kommen in diesem Jahr zu ihren Shows. Beeindruckende Dimensionen, die sich da abzeichnen. Rosenstolz haben ein Plateau erreicht, auf das es nicht viele schaffen. Sie sind die erfolgreichste deutschsprachige Band 2004.

Wer dieses Phänomen verstehen will, muss einfach nur zuhören können. Oder vielleicht in eines der 17.000 Gesichter vor der Berliner Open-Air-Bühne schauen. Wenn Peter am Flügel sitzt und AnNa "Die Schlampen sind müde" singt. Einfach so. Ohne Bandbegleitung. Eine ruhige, fast schon intime Momentaufnahme. Wäre da nicht diese aufgeladene Spannung ringsumher. Das Publikum singt mit. Jedes einzelne Wort. Dann wird deutlich, dass Rosenstolz sich auch im großen Format treu geblieben sind.

In einer klaren Bildsprache hat das innovative Berliner Videoteam Hans & Grete diese Direktheit umgesetzt. Technische Effekthascherei ist unnötig bei dieser Reise durch 23 Songs, die mit den letzten Sonnenstrahlen eines Sommertages beginnt und in einem Lichtermeer aus Feuerzeugen und Wunderkerzen endet. Beim kurzen Schwenk in die Vogelperspektive zischt eine einsame Feuerwerksrakete über die funkelnden Massen. Hier wird keine unnahbare Legende aufgebaut, sondern mit Ecken und Kanten gearbeitet. Keine klinische Inszenierung. Schnoddrige Bühnensätze von AnNa wie "je mehr Leute mitklatschen, desto besser sieht es auf der DVD aus" bleiben einfach drin. Schließlich müssen Rosenstolz niemandem etwas vormachen.

Zwei Stunden im Juni 2004, die eindrucksvoll die gesamte musikalische Bandbreite von Rosenstolz festhalten. Ihr Programm ist ein pointiert gesetztes Wechselspiel zwischen rockigen Uptempo-Passagen, Pop und einer überaus modernen Auffassung von Chanson. Direkt zu Beginn wird schnörkellos Druck gemacht mit einer herben Gitarren-Version des Electro-Pop-Tracks "Sternraketen", der nahtlos in "Alles wird besser" und "Eine Frage des Lichts" übergeht. Ein ganz anderer großer Moment stellt sich ein, wenn "Amo Vitam" und "Liebe ist alles" nahtlos aufeinanderfolgen: Eine warme, fast schon weihevolle Stimmung, die fest im Leben verankert ist. Mit feiner Ironie verstehen es Rosenstolz, die eigenen Langzeit-Klassiker wie "Schlampenfieber" im Auf und Ab der Trends frisch zu halten: Statt eine "Neandertaler-Version" zu erschaffen - wie vom Gitarristen vorgeschlagen - greift man in der Wuhlheide auf die "Hochschul"-Variante zurück. Green Day lassen schön grüßen - Punkrock mit Augenzwinkern.

Im ergänzenden "Making Of " werden die Gedanken hinter dieser so spielerisch erscheinenden Leichtigkeit deutlich. Wenn etwa Trucks beladen, am Equipment geschraubt, die Show entwickelt oder bei der Generalprobe vor 150 Fans am letzten Timing gefeilt wird. Mit großer Sympathie und Kennerschaft kommentieren die Fans, wie Rosenstolz die eigene Historie interpretieren. Kompositionen mit Langzeitwirkung wie "Königin" oder "Der Moment". Die alten Sachen halt, die plötzlich im neuen Licht erscheinen. In der ungeschönten Hintergrund-Montage wird nur zu deutlich, welch´ harte Arbeit, aber auch wie viel Liebe und Leidenschaft hinter all dem steckt.

Rosenstolz sind weit gekommen auf ihrem Weg. Doch sie wissen auch, wie schnell man dabei ausbrennen kann. Künstlerisch und menschlich. Darum setzen sie 2005 eine Pause. Keine Konzerte. Kein Rampenlicht. Nur Auftanken. Inspirationen sammeln. So gesehen bedeutet "Willkommen in unserer Welt" auch eine Zäsur. Eine Bilanz ihres Schaffens bis hierhin!

Wir haben vier Live-Songs in voller Länge als Real Video Streams parat:

Liebe ist alles
Ich will mich verlieben
Königin
Willkommen

Zusätzlich haben wir noch den Videoclip zur neuen Single "Ich komm an dir nicht weiter", die am 22. November erscheint, im Angebot - als Real Video für Modem oder schnelles DSL, oder aber als Windows Media Stream für Modem bzw. ebenfalls DSL.

Mehr zu Rosenstolz findet man auf ihrer Website.

(Tobi)