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Es muss ziemlich kühl gewesen sein, als THE BEAUTIFUL SOUTH am 25. Juni 2005 im Dalby Forest, Yorkshire, auf die Bühne gingen. Sänger Paul Heaton jedenfalls war zu Beginn des Auftritts in eine wetterfeste Jacke eingepackt und trug überdies eine urbritische Mütze mit braunem Karomuster. "Heute geht es ja noch", erklärte er mit einem trockenen Lächeln. "Gestern in Nottingham goss es in Strömen. Mir machte das nichts aus, ich trug ja eine Jacke und einen Hut." Das frische, aber trockene Wetter in Yorkshire hielt das Publikum jedenfalls nicht davon ab, den Songs der Band andächtig zuzuhören und die Hits von THE BEAUTIFUL SOUTH erst vorsichtig und dann begeistert mitzusingen. Etwa I'll Sail This Ship Alone und Old Red Eyes Is Back, oder Everybody's Talkin', von dem alle jede Zeile auswendig kannten. In der Tat mussten Heaton, Dave Hemingway und Alison Wheeler in den 90 Minuten des Konzerts eigentlich nie allein singen, und so wurde das Freilichtkonzert an diesem britisch-kühlen Junitag zu einer sehr harmonischen Angelegenheit, die eine durch und durch positive Atmosphäre verströmte und etwa 1000 Menschen mitten im Wald einträchtig und friedlich feiern und jubeln ließ.

In den Dalby Forest kamen THE BEAUTIFUL SOUTH im Zuge der Forest Tour 2005, die seit 2003 von der englischen Forestry Commission für den Erhalt der englischen Wälder organisiert wird. Neben Madness, Ian Brown, Jools Holland und Daniel Benningfield nahmen auch THE BEAUTIFUL SOUTH im Jahr 2005 an der Konzertreihe teil und präsentierten auf sechs Gigs ihr nach 16 Jahren durchaus umfangreiches Repertoire. So hatten THE BEAUTIFUL SOUTH Hits wie A Little Time, Song For Whoever, Good As Gold, Let Love Speak Up Itself und You Keep It All In im Gepäck. Zur DVD Live In The Forest, die das gesamte Konzert von 90 Minuten Länge enthält, gehört ein etwa zehnminütiges Interview mit Paul Heaton und die Soundcheck-Version von I Fancy Myself. Die Bühnenansagen können in vier Sprachen untertitelt werden (Englisch, Deutsch, Italienisch und Französisch), der Sound wahlweise in DD 5.1 + DD 2.0-Qualität abgespielt werden.

Hervorgegangen aus den Housemartins ("Caravan Of Love"), gründeten sich THE BEAUTIFUL SOUTH im Jahre 1989 unter der Leitung von Paul Heaton und Dave Hemingway mit Dave Rotheray (g), Sean Welch (b) und Dave Stead (dr). Den Platz der ursprünglichen Sängerin Briana Corrigan nimmt seit 2001 Alison Wheeler ein. Immer schon prägend für THE BEAUTIFUL SOUTH war der Einsatz von zwei Sängern und einer Sängerin, die dreistimmigen Bläser sowie die durchaus feinsinnig-doppeldeutigen und zuweilen provokanten Texte, die im Kontrast zum sanft-melodischen Pop der Band stehen. Das BEAUTIFUL SOUTH-Debüt Welcome To The Beautiful South spielte sich 1989 von 0 auf 2 in die britischen Charts, ebenso wie der Nachfolger Choke im Jahre 1990. 1992 folgte 0898, das die Band auf ihre erste US-Tournee führte. Mit Miaow (1994), Blue Is The Colour (1996), Quench (1998), Painting It Red (2000) und Gaze (2003, das erste Album mit Alison Wheeler) setzten sie die Reihe unprätentiöser Popmusik fort. Auf Golddiggas, Headnodders and Pholk Songs (2004) überraschten THE BEAUTIFUL SOUTH mit ungewöhnlichen Coverversionen, bevor sie im letzten Jahr in Peter Gabriels "Real World Studios" ihr aktuelles Album Superbi aufnahmen. Ihr "Greatest Hits"-Album Carry On Up The Charts stieg auf Platz 1 der UK-Albumcharts ein, hielt sich dort mehrere Monate und wurde zu einem der populärsten Alben Englands.

Spielzeit: 104 Minuten
Bildformat: 4:3
Ton: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0



(Tobi)