Ab nach Paris...

Dass Paris eine Reise wert ist, darüber lässt sich wohl nicht streiten. Die Stadt der Liebe muss jeder mal gesehen haben, daher sollte man einen Trip zum Disneyland Resort Paris unbedingt mit ein, zwei Tagen in der Stadt verbinden, wenn sich dies zeitlich und finanziell ermöglichen lässt. Natürlich kann man auch von den Parks aus abends in die Stadt hinein fahren, aber das könnte etwas stressig werden - mit dem Auto sowieso, denn die Franzosen fahren etwas, ich sag mal, wilder als wir Deutsche, und in Paris gibt es auch gerne mal dreispurige Hauptstraßen ohne Fahrbahnmarkierungen, was einen anfangs doch etwas verunsichert. Daher fahrt am besten ohne Auto in die Stadt oder aber lasst euch Zeit und trennt euren Paris-Besuch von dem in Disneyland. Wir entschieden uns, zwei Nächte im Disney Hotel Cheyenne zu verbringen, die Parks in Ruhe an zwei Tagen zu besichtigen und danach zwei Tage und Nächte in Paris zu verbringen. Die Fahrt von Deutschland zum Disneyland Resort Paris verlief reibungslos, durch Belgien ging es nach Frankreich (tankt in Belgien nochmal, dort ist es billiger!), dann ohne Probleme oder Staus zum Disney-Areal, das 32 km östlich von Frankreichs Hauptstadt liegt. Solltet ihr nicht gerade zur Davy Crockett Ranch wollen, nehmt Ausfahrt 14 auf der A4, auch wenn einige Routenplaner die 13 als Ziel ausspucken.


Das Hotel

Das Hotel Cheyenne ist kein großes gebäude, sondern eine Westernstadt mit zweigeschössigen Bauten, die alle eigene Namen tragen. Nach dem Check-In an der Rezeption schon hier fühlte man sich wie ein Cowboy in der nett dekorierten Eingangshalle) bekamen wir unsere Zimmerkarte. Wir wohnten im Haus Geronimo.


Das Zimmer war dem Western-Motto entsprechend eingerichtet, man fühlte sich auf Anhieb wohl. Eine Lampe in Stiefelform, Rodeofiguren auf den Badkacheln, ein Hufeisen an der Tür - das Ambiente was passend. Ein großer Ventilator über dem Bett sorgte für genügend Luft, und im Fernsehen konnte man sich auf einigen Kanälen schon einmal anschauen, was einen denn in den Parks so erwartet, es liefen also kleine Disney-Appetithäppchen und Berichte über die Parks (zudem gab es natürlich aber auch "normale" Sender). Zur Vorbereitung auf den ersten Tag im park lasen wir uns nicht nur die ausführliche Hotelinformation und das "Schlaue Tipps"-Heft durch, die man erhielt, wir schauten uns auch schon einmal die ebenfalls frei erhältlichen Parkpläne an.


Disneyland Park

Am nächsten Morgen ging es ab zu den Parks. Unser Auto ließen wir auf dem Parkplatz direkt am Hotel stehen, wo es kostenfrei gut untergebracht war, und dann fuhren wir mit dem gelben Pendelbus, der alle 12 Minuten kam, zum Gelände. Vorbei am Disney Village, das erst abends richtig auflebt, gingen wir in den Disneyland Park. Schon der Weg vorbei am Disneyland Hotel und an einer großen Micky Maus aus Blumen machte Spaß.


Auf einigen Bodenplatten hatten sich Besuchen kostenpflichtig verewigt, so dass nicht zu übersehen war, dass das Publikum international war und von rund um den Globus kam. Es war Donnerstag und anfangs leicht regnerisch, daher war es nicht sehr voll im Park. Zuerst einmal fuhren wir mit historischen Dampflok einmal um den Park, um uns einen Überblick zu schaffen. Dann ging es weiter, von Attraktion zu Attraktion...


Attraktionen im Disneyland Park

Der Disneyland Park ist aufgeteilt in fünf Bereiche: Adventureland, Frontierland, Fantasyland, Discoveryland und Main Street USA. Letzterer Bereich ist die Hauptstraße des Parks mit sehr schön gebauten, farbenfrohen Häusern, einer US-Kleinstadt vor etwa 100 Jahren nachempfunden. Eine Reihe von Geschäften und Restaurants findet man hier, außerdem Ausstellungen und einen Friseur. Actionreicher geht es in den anderen vier "Ländern" zu.


Zentrales Element des Disneyland Parks ist ein Platz, von dem aus man in alle Bereiche gelangt, an dem aber auch direkt das Dornröschenschloss gelegen ist, kitschig in Pink gehalten, aber irgendwie schön. Im 1. Stock gibt es eine Galerie mit Wandteppichen und Glasfenstern im Renaissance-Stil, im Keller eine Drachenhöhle. Das Schloss bildet den Eingang zum Fantasyland (man kommt aber auch von Land zu Land, ohne über den "Central Plaza" zu gehen). Hier ist alles auf Kinder ausgerichtet, aber sehr nett und bunt gemacht, so dass auch Erwachsene ihre Freunde haben. Von Filmthema zu Filmthema geht es auf kleinen Bahnen oder Karussells, zu Schneewittchen, Pinocchio, Peter Pan oder Dumbo, um nur einige zu nennen. Highlight von Fantasyland ist "It's a small world", eine von einem fröhlichen, sehr eingängigen Liedchen begleitete Bootsfahrt durch eine kleine Welt, ...


...bei der man von Erdteil zu Erdteil fährt und Kinder verschiedenster Kulturen freudig feiern sieht. Die kleinen Figürchen sind niedlich und mit Liebe gemacht, und die Dekorationen sind einfach wundervoll. Schließlich gibt es im Land noch ein Theater mit einer netten "Winnie the Pooh und seine Freunde"-Show. Neben dem Fantasyland liegt das Adventureland, bei dem es - der Name spricht Bände - abenteuerlicher zugeht. Für Freunde von Achterbahnen wird hier einiges geboten: Bei "Indiana Jones and the Temple of Beril" fährt man rasant rückwarts, mit Looping, was einem den Magen schon zum Kribbeln bringt. Ansonsten kann man sich bei "Pirates of the Carribean" einen Piratenangriff im Boot anschauen, der nett und witzig gemacht ist, man kann auf Robinsons Baumhaus klettern, sich in Höhlen verlaufen, Captain Hooks Schiff entern oder einen Basar besichtigen. Ich sollte erwähnen, dass man alle paar Meter die Gelegenheit hat, etwas zu essen bzw. trinken oder aber Souvenirs zu kaufen. Allerdings sind die Restaurants nicht billig, nehmt also ein paar Euro mehr mit. Das nächste Land ist Frontierland.


Hier wird man in die Goldrausch-Zeit des Wilden Westens zurück versetzt. Am spektakulärsten ist die Achterbahn "Big Thunder Mountain", bei der es durch ein verlassenes Goldbergwerk geht, unterirdisch zu einer steinernen Insel im Frontierland-See, über den man auch im luxuriösen Raddampfer fahren kann. Zweite Hauptattraktion ist "Phantom Menace", eine Geisterhaus zum Gruseln. Ein Kinderspielplatz (hiervon gibt es im ganzen Park einige, dieser widmet sich Pocahontas), eine Western-Galerie, ein Tiergehege und ein Theater runden diesen Teil ab. Als Show wurde dort ein akrobatisches Tarzan-Abenteuer dargeboten, sehr professionell, sehr gut, mit solider Handlung, viel Musik und noch mehr Darstellern (vor allem als Affen). An einer Stelle wurden auch einige der anwesenden Gast-Kinder mit einbezogen - sehr süß.


Schlendet man so nach und nach von Land zu Land, so wird es irgendwann 16 Uhr, und das bedeutet: Zeit für die "The Wonderful World Of Disney Parade". Täglich um die gleiche Zeit fahren diverse Themen-Wagen mit Figuren aus den Filmen eine bestimmte Strecke im Park, dazu wird getanzt - eben fröhliche Stimmung vermittelt. Dieses Jahr stand die Parade ganz im Zeichen des zehnten Geburtstags von Disneyland Paris, was ein auf Dauer etwas nerviges Lied (mehr als zwei sich immer wiederholende Songs wären nett gewesen!) einem deutlich machte. Ansonsten aber eine schöne, große Parade mit vielen Charakteren, über die sich besonders die Kinder freuen. Zwar laufen einem hier und dort tagsüber auch Disney-Figuren über den Weg, aber hier hat man sie gebündelt.


Schließlich bleibt, last but not least, das Discoveryland. Hier gibt es die Hauptattraktion des Parks für alle, die wegen rasanter Fahrgeschäfte kommen - den "Space Mountain". Im Dunkeln düst man hier in einer Achterbahn durch fetzige Kurven hin und her, was riesig Spaß bereitet. Am liebsten würde man sitzen bleiben und immer wieder fahren - dank des an diesem Tag ob des Wetters nicht so großen Ansturms schafften wir es wirklich, mehrmals in den Genuss zu kommen. Klasse ist auch das 360 Grad Kino "Le Visionarium", in dem man mit Jules Verne eine interessante Zeitreise macht - sehr gut gemacht, die Story. Wo wir gerade bei Kino sind, in einem anderen Saal wird man dank einer 3D-Brille kurz und klein gemacht, denn in "Liebling, ich habe das Publikum geschrumpft" erscheint alles riesig - sehr spaßig. "Star Tours" entführt einen an Bord eines Raumschiffs aus "Krieg der Sterne", wo man hin und her gerüttelt wird bei einem flotten Flug durch's All - nett, aber von ähnlichen Simulatoren gibt es in anderen Parks aufregendere. Nicht zu vergessen: Im Theater "Videopolis" gibt es eine gute Show zu sehen, "Minnie's Birthday Surprise", mit vielen der beliebten Disney-Figuren, stimmungsvoller Musik und guter Laune.


Der Tag im Disneyland Park ging also langsam dem Ende zu. Ganz toll ist übrigens eine seit April 2000 eingeführte Neuerung, die den Besuchern Freude macht: An den meistfrequentierten Attraktionen (hier sind es fünf) kann man sich einen sogenannten Fastpass ziehen, wen man nicht so lange warten möchte. Auf diesem steht eine Zeitspanne, in der man Zutritt über einen Spezialweg erhält, durch den man sehr viel Wartezeit einspart, meistens dann nur noch 5 Minuten ansteht. Super Idee, vor allem, weil man nichts extra zu bezahlen braucht. Wenn abends die Parks schließen, dann bietet es sich an, das...


...Disney Village zu besuchen. Hier findet man jede Menge Restaurants, von McDonalds bis zu ganz schicken Lokalen, ein Kino, verschiedene Geschäfte, die Disco "Hurricanes" und ein Showtheater (in dem es die nicht ganz billige "Buffalo Bill"-Show zu sehen gibt - wir ließen dies aber aus). Vor allem aber ist das Village sehr belebt, hier flanieren die Gäste rauf und runter, hier geht es bunt und froh zu. Auf eine Sache kann ich an dieser stelle noch eingehen - das Pin-Trading.


Nachdem sich die Tradition in den drei anderen Disney-Parks auf der Welt sehr erfolgreich durchgesetzt hat, ist sie auch in Europa angekommen. Sammelwütige Freaks tragen ihre Disney-Pins, also Anstecknadeln, an Bändern um den Hals oder wo auch immer, und können dann mit anderen Besuchern oder aber über 1000 Angestellten tauschen.


Walt Disney Studios Park

Nach einer entspannenden Nacht im Hotel ging es am nächsten Morgen zum neu eröffneten Wald Disney Studios Park. Um es vorweg zu nehmen - mit dem Disneyland Park kann er nicht annähernd mithalten, jedenfalls nicht bislang, wird er doch sicher noch ausgebaut werden in den nächsten Jahren.


Erster Gegensatz ist schon die Tatsache, dass man bei wenig Besucheransturm hier locker an einem halben Tag alles gesehen hat, was es gibt. Auch ist das Gelände hier nicht mit annähernd so viel Hingabe geschmückt und gestaltet wie im Disneyland Park. Trotzdem gibt es natürlich Highlights, die wir auch gerne vorstellen. Als Erstes wäre hier die "Moteurs... Action!"-Stuntshow zu nennen. Es wird einem ein...


...feuriges und wahrlich actionreiches Spektakel geboten, mit fliegenden Autos, kreischenden Motorrädern und einigen Verfolgungsjagden. Einige Personen aus dem Publikum werden mit einbezogen, und es wird einem genau erklärt, wie im Film Stunts zum Gelingen des Streifens beitragen - inklusive einiger Tricks. In jedem Fall lohnend, sich die Show anzuschauen. Direkt nebenan steht die einzige Achterbahn dieses Parks, der "Rock 'n' Roller Coaster Aerosmith". Zu fetziger Musik der Hardrocker Aerosmith (die auch mit einem kleinen Film a la Tonstudio-Aufenthalt beteiligt sind) wird man mit Affentempo durch eine große Halle katapultiert, mit vielen Blinklichtern und tollen Schleudereinheiten. Klasse Achterbahn, keine Frage. Enttäuschend hingegen ist "Armageddon", wo man an Bord der Raumkapsel aus besagtem Film einige Spezialeffekte miterleben kann, die keinen hinter dem Ofen vorholen - langweilig. Auch die "Television Production Tour" über eine Fernsehproduktion begeistert nicht wirklich. Gut hingegen ist die Reise durch die Filmgeschichte, die man im Kino "Cinemagique" miterleben kann - sehr interessant und kurzweilig gemacht. Die eine Hälfte des Walt Disney Studios park hätte man hiermit auch schon erlebt, und zwar die bessere. Zwischendurch kann man gerne noch einmal in die große Eingangshalle gehen, das "Disney Studio 1", wo alles schön mit Filmthemen geschmückt ist, man etwas essen bzw. trinken kann oder sich in einem der Geschäfte...


...Souvenirs anschauen bzw. kaufen kann. Hier hat man sich im Vergleich zum Gelände wirklich Mühe gegeben, Flair aufkommen zu lassen. Wieder im Freien, kann man eine "Studio Tram Tour" mitmachen, bei der man einige gute Spezialeffekt am Catastrophe Canyon hautnah miterlebt - nicht schlecht. Bleibt noch der Animation Courtyard. Hier kann man im Theater "Animagique" eine nett gemachte Schwarzlicht-Show rund um Donald Duck sehen - vor allem für Kinder sicher ein Gewinn. Außerdem gibt es ein kleines Kinder-Fahrgeschäft mit fliegenden Teppichen und einen Blick darauf, wie Trickfiguren zum Leben erwachen, von Mulans kleinem Drachen erklärt. Das war's dann aber auch schon in diesem Park - fast, denn auch hier gibt es eine Parade, und diese ist ebenfalls gut.


Noch mehr als im Disneyland Park geht es hier um die Disney-Filme, man sieht also beispielsweise auch die Spielzeuge aus den großartigen "Toy Story"-Streifen. Die Parade ist nicht so lang wie die große Schwester nebenan, aber sehr anständig.

Fazit

Eines ist sicher: Ein Besuch im Disneyland Resort Paris lohnt sich und bereitet jede Menge Freude. Im Gegensatz zu anderen Freizeitparks ist hier alles mehr auf Familien zugeschnitten, trotzdem finden auch Achterbahn-Freaks einige tolle Fahrgeschäfte. Disneyland lebt aber vor allem von seiner Atmosphäre, dem bunten Treiben und den tollen Kulissen, die liebevoll gestaltet wurden. Der Disneyland Park ist - sollte man nur einen Tag Zeit haben - den Studios klar vorzuziehen, in puncto Action, in puncto Gestaltung, in puncto Shows. Bei den Studios hat man das Gefühl, dass sie noch in den Kinderschuhen stecken und erst noch wachsen müssen, auch wenn mit der Stunt-Show und der Aerosmith-Achterbahn schon zwei Highlights zu finden sind, und auch Reise durch die Filmgeschichte ist toll. Für Kinder ist ein Besuch im Disneyland Park sicher ein Erlebnis, an das sie sich noch lange erinnern werden, und auch Erwachsene haben sehr viel Spaß. Wie anfangs gesagt: Sollte man die Zeit und das Geld haben, zwei Tage in den Parks zu verbringen, mit Übernachtung in einem Disney-Hotel, und dann noch ein paar Tage in Paris ran zu hängen, so ist dies ein optimaler, wunderbarer Trip.


Stand: 2002

(Tobi)