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(13. Oktober 2011)



Der Musical Dome Köln versprüht durch seine blaue Zelt-Optik inmitten der Rheinmetropole immer wieder Charme. Die zentrale Lage direkt an Dom, Hauptbahnhof und Rhein ist natürlich schön, kann bei einer Anreise mit dem Auto allerdings zu Parkproblemen führen oder hohe Parkkosten verursachen. Wenn man aber erst einmal im Musical Dome angekommen ist, fühlt man sich wohl und sitzt auch recht gut - allerdings kann der Sound abhängig vom Platz sehr unterschiedlich sein. Bei ELISABETH scheint es hiermit aber durchaus weniger Probleme zu geben als bei einigen Produktionen der Vergangenheit.



Das Musical ELISABETH weiß auch nach 20 Jahren noch von der ersten Sekunde an zu überzeugen. Die wahre Geschichte der anfangs gebeutelten, später eigensinnigen Kaiserin ist wunderbar umgesetzt worden, mit ihrem Mörder als sehr präsentem Erzähler, der - gleich zu Beginn identifiziert - durch das gesamte Musical leitet. Die Personifizierung des Tod war eine grandiose Idee von Kunze/Levay und gibt dem Musical eine der besonderen Noten, die es zu einem der besten Musicals überhaupt machen.



Das Buch von Michael Kunze und die Musik von Sylvester Levay sind grandios, eingängig und extrem packend. Stücke wie "Ich gehör nur mir", "Elisabeth, mach auf mein Engel", "Die Schatten werden länger" oder "Boote in der Nacht" setzen sich sofort im Ohr fest. Und wenn der kleine Rudolf "Mama, wo bist du" seufzt, dann sind die Herzen des Publikums erobert. "Wenn ich tanzen will", von Kunze/Levay damals extra für die Aufführung in Essen neu geschrieben, ist inzwischen ein fester Bestandteil und ebenso ein Highlight.

Besonders gespannt konnte man auf das Bühnenbild dieser Tourneeproduktion sein. Dass es mit den Inszenierungen, bei denen ELISABETH jahrelang gespielt und wo vorher monatelang auf- und umgebaut wurde, nicht ganz würde mithalten können, war klar. Dem Team ist es aber gelungen, dies gut zu kompensieren und trotzdem noch jede Szene in ihren eigenen, noch nicht vorher gesehenen optischen Rahmen zu setzen - mit Utensilien und Kulissen auf der Bühne, mit Videoprojektion und vor allem mit guten Ideen.



Unter den Darstellern glänzt Annemieke van Dam als Elisabeth, und man merkt ihr an, dass sie diese Rolle nicht zum ersten Mal spielt und toll singt. Mark Seibert ist vielleicht nicht gnaz so brilliant wie einst Uwe Kröger als Tod, agiert aber sehr solide. Kurosch Abbasi ist für Luigi Lucheni eine sehr gute Besetzung, auch Betty Vermeulen sticht als Erzherzogin Sophie heraus. Die übrigen Darsteller wissen ebenfalls durchweg zu gefallen, und Benedikt Lucks spielte und sang an unserem Abend den kleinen Rudolf auch prima.

Ein besonderes Lob verdient auch die famose Choreographie von Dennis Callahan - was das Ensemble hier in einigen Szenen (z.B. bei "Milch") auf die Bühne zaubert, ist einfach wunderbar anzuschauen. Fazit: ELISABETH ist auch als Tourneeproduktion ein in allen Punkten begeisterndes Musical, dass keiner verpassen sollte.

(Tobi)

Copyright Fotos: Herbert Schulze