Die Geschichte von "Holiday on Ice" haben wir in Verbindung mit der Show "Hollywood" schon einmal beleuchtet, wir übernehmen dies aber gerne noch einmal hierhin. Alles begann vor mehr als einem halben Jahrhundert im Zwei-Jahres-Rhythmus. 1943 wurde die erste Eisshow in einem Hotel in Toledo/USA gestartet, 1945 ging man erstmals auf Tour, 1947 skatete man außerhalb der USA in Mexiko, 1949 dann in Südamerika. 1950 war Brüssel die erste europäische Stastion der Eisläufer, zwei Jahre später schon tourte man durch ganz Westeuropa, mit dem Weltmeister- und Olympiasiegerpaar Ria und Paul Falk als Aushängeschild. 1959 wurde die Show im Rahmen des Kulturaustauschs zwischen den USA und der damaligen UdSSR in der ehemaligen Sowjetunion aufgeführt, 1965 dann auch in Israel - der Zauber einer Eiskunstlauf-Show hatte die Welt erobert. 1988 wurde der 250-millionste Besucher weltweit bei einer Vorstellung in Paris begrüßt, letztes Jahr der 300-millionste. Nachdem die Stage Holding die größte Eisshow der Welt 1999 übernahm, spielten im Folgejahr bei "In Concert" (nach 86 verschiedenen Shows vorher) erstmals Livemusiker. Mit "Diamonds" gibt es auch 2003 in der 60. Saision von "Holiday on Ice" wieder eine brandneue Show in Deutschland zu bewundern, während "Hollywood" ebenfalls noch in diversen Städten zu sehen ist.

In "Diamonds" treten die Eisläufer wieder mal in prachtvollen Kostümen auf - das Top-Kleid mit Diamanten hat niemand anderes als der deutsche Modezar Rudolph Moshammer entworfen. Nicht weniger als 50 Eiskunstläufer sind an der Produktion beteiligt. Choreographiert hat die phantasievolle Geschichte um Verführung und die Suche nach Glück die zweifache Emmy-Preisträgerin Sarah Kawahara, zuletzt geehrt für ihre Eröffnungszeremonie der olympischen Winterspiele in Salt Lake City. "Mit Diamonds schenken wir unseren Zuschauern in der Saison 2003/2004 ein extravagantes Eisshowerlebnis. Seit 1943 präsentieren wir Jahr für Jahr eine neue Produktion, dennoch fühlen wir uns besonders geehrt, dass Rudolph Moshammer für diese Show ein exklusives Diamantenkleid entworfen hat", so Ruud Steenhuisen, Geschäftsführer von Holiday on Ice Deutschland.


Für seine "Diamonds" konnte "Holiday on Ice" zwei große Stars auf dem Eis gewinnen: Sarah Abitbol und Stéphane Bernardis, die Bronzemedaillen-Gewinner bei den Paarlauf-Weltmeisterschaften 2000, holten sich im Januar 2003 den Titel der Vize-Europameister. Insgesamt zehn Mal siegten sie bei den französischen Meisterschaften. Bereits seit elf Jahren gleiten die beiden zusammen über das Eis. In "Diamonds" werden sie in den zentralen Show-Szenen auftreten. In der Hauptszene des ersten Aktes beispielsweise kämpfen sie als Weißer König und Königin in einem Schachspiel auf Leben und Tod gegen den Roten König und die Rote Königin, nachdem sie vorher schon ein tolle Kür dargeboten haben. Außerdem wird das Paar im zweiten Akt und im großen Finale dem Publikum sein Können unter Beweis stellen. "Wir freuen uns, dass wir mit Sarah und Stéphane zwei wunderbare Stars für unsere Jubiläumsshow gewinnen konnten. Ich bin sicher, dass die beiden sich schnell in die Herzen der Zuschauer tanzen werden," so Ruud Steenhuisen. Stéphane Bernardis über die neue Herausforderung bei Holiday on Ice: "Sarah und ich haben eine glänzende Karriere gemacht. Zum Abschluss konnten wir noch eine wichtige Medaille mit nach Hause nehmen. Und nun wechseln wir vom Amateur- ins Profilager, ohne Wettkämpfe und ohne Stress. Wir freuen uns auf eine sicherlich sehr aufregende Zeit bei Holiday on Ice."



"Diamonds" lebt wie alle Produktionen von "Holiday on Ice" von tollen Eisläufern, wundervollen Kulissen, gutem Lichteinsatz, mitreißender Musik und den kleinen, vertanzten Geschichten. In der Show geht es um Reichtum und Armut, um verschiedene Arten der Schatzsuche in verschiedenen Epochen. Nicht immer ist der direkte Bezug zum Diamantentitel erkennbar, aber ab und an blitzt er im wahrsten Sinne des Wortes auf. Los geht es auf der schicken Schiene. Aus einem Diamanten entsteigen die ersten Eisläufer und führen ihre anfangs noch kleineren Kunststücke vor. Dann geht es in die Gangsterwelt der 50er-Jahre zurück, in einen Nachtclub der 20er-Jahre und auf glamouröse Parties. Die Kulissen sind hierbei immer stimmig und wissen zu beeindrucken - die Kostüme aber übertreffen sie noch um einiges, ob nun schick oder bunt, detailvertieft oder sexy hauteng. Neben Eiskunstlauf und Eistanz werden auch einige Kraftnummern integriert - mal am Trapez über der Fläche schwebend, mal auf dem Eis. Es geht aber auch kriegerischer zu. Piraten lassen die Säbel rasseln (wozu ein riesiges Schiff als Kulisse dient), Ritter duellieren sich mit der Lanze oder ein Schachspiel wird dargeboten. Dazu gibt es aber auch wieder viele harmonisch schöne Momente, ob bunte Malerei oder die durch Neonkostüme in Schwarzlicht dargestellte Unterwasserwelt von Atlantis.


Musikalisch hat man eine bunte Mischung aus Hits und stimmungsvollen Songs ausgesucht, was prima zur Show passt. Im ersten Akt hört man vor allem Adaptionen von bekannten Stücken wie Coolios "Gangsta's Paradise", Sades "Smooth Operator" oder Nina Simones "I Put A Spell On You", aber auch einen neu eingesungenen Chanson von Jaques Brel oder etwas klassische Musik. Im zweiten Akt gibt es weit mehr Originalstücke wie "One Step Beyond" von Madness, "Whenever, Wherever" von Shakira oder "Bambolero" von den Gypsy Kings, aber auch einige Neuinterpretationen von Queens "We Will Rock You" oder Michael Jacksons "Smooth Criminal". Die Stimmung wird gegen Ende auch durch Mitklatsch-Aufforderungen angeheizt, selbst das Publikum in Grefrath, welches im Wettbewerb um den höchsten Altersschnitt weit vorne liegen dürfte, kam noch so richtig in Fahrt.


In puncto Niveau der sportlichen Leistungen wirkt "Diamonds" weitaus besser als "Hollywood", weiß mehrfach zu begeistern. Die hübsche Sarah Abitbol und ihr Partner Stéphane Bernardis aus Frankreich sind als die großen Stars der Show optimal eingekauft worden, sie tanzen wunderbar und mit perfekter Ausstrahlung. Viktor und Valeriya Mytnik aus der Ukraine wissen als Akrobatik-Weltmeister mit beeindruckend energetischen und mitreißenden Stücken zu überzeugen. Herausragend ist zudem die Amerikanerin Joanna Liu Ng, deren Technik toll ist und deren Performance vor Elan und Aufgehen im Gespielten nur so strotzt. Sergey Karelin ist der Hüpfer des Ensembles, er beherrscht alle Arten von Überschlägen bis zum Salto rückwärts. Ansonsten wissen vor allem Alexey Fedoseev und Axel Mederic zu gefallen. Mehrere Eisläufer im Ensemble beherrschen tolle Sprünge, und in Grefrath gelang von Dreifach-Toeloop bis zu Doppel-Axel alles - zwar mal mit kleinen Wacklern hier und dort, aber ohne einen einzigen Sturz. Nicht zu vergessen sind auch die blonden, hübschen Zwillinge Oksana und Alexandra mit ihren Trapeznummern. Alles in allem eine rundum gelungene Show, die das "Holiday on Ice" Team auf die Beine gestellt hat.


Mehr zu "Holiday on Ice" gibt es auf www.holidayonice.com.

(Tobi)