CTS-MUM
BAP, Herne, Festzelt, 31.08.2000
 
"Das ist der geilste Gig, den wir bis jetzt hatten"

Draußen standen die Autoscooter, Waffelbuden, Schießbuden, und mitten in dem ganzen Gewühl das Festzelt, und dort, ebenfalls von Bratwurst, Cola, Bier und Pommes umgeben, spielten BAP, im Rahmen ihrer "Party-Tour". Wenn man sich die Band so auf der Bühne ansah, in dieser Umgebung, konnte man sich die Frage stellen: "BAP, wer ist das?". Ist das eine neue Band am "Musik-Himmel?" Die gut 4000 Fans sahen am Donnerstag-Abend ein Konzert, das es in sich hatte. Leider war die Anlage in dem Festzelt etwas übersteuert (Gesang zu leise, Musik zu laut), was aber komischerweise der Stimmung im Zelt nichts anhaben konnte, denn in den gut drei Stunden mit insgesamt vier Zugaben präsentierten sich BAP von Anfang an gut erholt und in bester Stimmung. Schon nach dem dritten Song ("Nemm mich met") gab es für das Publikum kein Halten mehr. Die Stücke reichten vom ersten bis zum letzten Album, die Auswahl der Lieder ist ja bekanntlich groß. Die Auswahl der Titel, die man den Fans präsentierte, war gelungen. Es war aber nicht nur Party angesagt, es wurden auch, und wen wundert es, die Stücke "Kristallnaach" und "Arsch Huh - Zäng Ussenander" gespielt, und bei der Ankündigung zu "Kristallnaach" sagte Wolfgang Niedecken sinngemäss: "Das Stück ist jetzt 19 Jahre alt, und wir hatten irgendwann einmal vorgehabt, es aus dem Repertoire zu nehmen, aber leider ist es immer noch aktuell, und das nur, weil es immer noch irgendwelche A....... gibt, die das nicht kapieren". Doch dann war es erst einmal genug mit den "Aufweck-Liedern", und man ging wieder zum Party-Teil über, mit dem Stück "Jaarduss", wobei sich das Publikum die Frage gefallen lassen musste: "Könnt ihr den Text?". Und ob sie ihn konnten. Wunderkerzen, Feuerzeuge und Fans, die den Refrain zwei Mal singen, was will man mehr?!? Nach gut 90 Minuten war der normale Teil zu Ende und es folgten die Zugaben. Mit Sprechchören wie "Oh wie ist das schön" und Fußgestampfe forderte man eine Zugabe nach der anderen. "Seid ihr fit für noch mehr Schnulzen?" fragte Wolfgang Niedecken, und es schallte ihm ein lautes "Jaaa" entgegen. Dann kamen die Stücke, die viele bis dahin vermisst hatten, hier eine kleine Auswahl: "Amerika", "Verdamp lang her", "Do kanns Zaubre", Stell dir vür", "Helfe kann dir keiner". Als Dank an seine Crew und als Rausschmeißer wurde zum Schluss das Stück "Et letzte Leed" gespielt.

(T.K.)