CTS-MUM
King Crimson, Berlin, Columbiahalle, 31.05.2000
 
Um ehrlich zu sein, mit King Crimson konnte ich vor dem Konzert gar nicht so viel anfangen, vielleicht bin ich auch nicht aus der richtigen Generation, feierten die Jungs doch schon Erfolge, als ich noch nicht einmal auf der Welt war. Hinzu kommt, dass die Band als solche ja auch durch einige Wandlungen gegangen ist, wie ich in diversen Gesprächen an diesem Abend erfahre. Einzige Konstante der britischen Band ist Gitarrist Robert Fripp, der sich den Bandnamen irgendwann gesichert hat und seither neben Soloprojekten auch immer wieder mal, mit wechselnder Besetzung, ein King Crimson-Konzert in die Welt wirft. Die Columbiahalle ist vielleicht zu drei Vierteln gefüllt, als die Mannen die Bühne betreten. Neben Fripp steht vor allem Gitarrist und Sänger Adrian Belew im Vordergrund, der ja auch schon einige Jahre dabei ist, ebenso wie Bassmann Trey Gunn und Drummer Pat Mastelotto. Gunn fällt allerdings mit seiner Mixturmaschine aus Bass und Gitarre beinahe mehr auf als der im rötlichen Licht am Bühnenrand auf einem Barhocker sitzende Fripp. Artrock nennt man die Musik von King Crimson, exzentrischen Rock, nicht zu eingängig, eher unkoventionell, wobei die Jungs ihre Fähigkeiten an den Instrumenten eindrucksvoll unter Beweis stellen. Das Dargebotene ist laut, Riffs und Gitarrenläufe geben sich die Klinke in die Hand, und teilweise weiß ich nicht, ob ich nicht doch zu spät geboren wurde, um mich für diese Musik so richtig zu begeistern, oder ob ich gerade anfange, dies zu tun. Als Zugabe gibt es u.a. ein Stück als akustisches Solo von Belew und eine Interpretation von David Bowies Klassiker "Heroes", na bitte, da kenne ich doch mal ein Stück. Das meist langhaarige und ältere (na ja, vielleicht so ab Ende 30) Publikum ist gut gestimmt und hat seinen Spaß, bei den meisten Stücken, ich habe ihn bei einigen, andere sind mir zu anstrengend, aber ich bin ja auch kein King Crimson-Fan.

(Tobi)