CTS-MUM
The Go-Betweens, Köln, Kantine, 08.05.2003
 
Voll ist sie nicht, die Kantine, als The Go-Betweens an diesem Abend in Köln auf dem Programm stehen, aber es sind doch nicht wenig Besucher gekommen, um die Australier live spielen zu sehen. Vorab gibt es Richard Hawley, seines Zeichens Gitarrist von Pulp, der mit seiner Band Songs zwischen Gitarrenpop und gesittetem Rock zum Besten gibt - durchaus anständig und keinesfalls langweilig. Dann aber kommen Grant McLennan und Robert Forster auf die Bühne. Optisch sind beide ja ebenso konträr wie unspektakulär, Robert als hagere, großgewachsene Mischung aus Neil Diamond und Karl-Heinz Riedle, Grant als kleiner, glatzköpfig knuddeliger Mix aus Moby und Kieran Goss. Musikalisch aber ergänzen sie sich prima und spielen den siegbringenden Doppelpass, mal der eine in der Spitze (hier: als Sänger am Mikro), mal der andere. Nachdem sie sich 1989 getrennt hatten, ist ihnen das Comeback vor zwei Jahren voll gelungen, wenn vielleicht bislang auch ein kommerzieller Durchbruch ausgeblieben ist. Das aktuelle, nach der langen Stille zweite Album "Bright Yellow Bright Orange" hat einige Ohrwürmer wie "Poison In The Walls", "Too Much Of One Thing" oder "Caroline And I" zu bieten, aber vielleicht muss der große Erfolg ja auch nicht erreicht werden, um die Australier glücklich zu machen. Verstärkt von einer Bassistin und einem Kollegen an den Drums spielen die Go-Betweens eine gelungene Mischung aus neuen und alten Stücken, erzeugen mit ihrem melodischen, eingängigen Gitarrenpop-Songs und ihrer sympathischen Art eine wohlige, warme, einfach schöne Stimmung im Saal. Stücke wie "Love Goes On" oder "Streets Of Your Town" hört man eben immer wieder gerne. Das Publikum ist sichtlich erfreut und geht gut mit, wippt, singt stellenweise im Chor mit und applaudiert mehr als artig. Selbst als zum Schluss das "We want more"-Rufen nach bereits einigen gespielten Zugabe-Songs auf beinahe zehn Minuten gezogen wird, verlässt kaum jemand die Kantine - im Gegenteil, der Geräuschpegel wird konstant hoch gehalten. Grant und Robert beweisen, dass sie als Mittvierziger noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Schönes Konzert.

(Tobi)