CTS-MUM
Irish Folk Festival 2000, Düsseldorf, Tor 3, 29.10.2000
 
Eine kleine Bühne, gedämpftes Licht, und ein nett hergerichtetes Tor 3, sorgten am 29.Oktober für einen Abend, der von Sehnsucht, Heiterkeit und Gefühlen geprägt wurde, das ganze verpackt mit Texten, die zum Feiern und Nachdenken anregten. Was war der Grund für diese Stimmungsschwankungen? Nun, es fand ein irischer Abend statt, genauer gesagt, das "Irish Folk Festival", welches sich derzeit auf Tour befindet und in Düsseldorf Halt gemacht hatte. Den Auftakt machten Joe Burke & Anne Conroy, sie legten schon zu Anfang richtig Tempo vor (beide spielen Akkordeon), und so war es nur eine Frage der Zeit, wann es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen hielt (ja, die Veranstaltung war zum Teil bestuhlt) und die Leute mit dem Tanzen beginnen würden.




Als zweites betrat Karan Casey die Bühne, sie wurde von Robbie Overson an der Gitarre begleitet. Wer diese Frau vorher noch nie gehört hatte, kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Eine Stimme so klar, man wurde fast erschlagen (sollte diese Frau irgendwann auf Deutschland-Tour kommen, so sollte man sich unbedingt einen ihrer Auftritte anschauen). Bei ihrem Auftritt war es still im Tor 3, keine Party-Stimmung, nichts, alles ruhig, alle lauschten voller Spannung der Frau auf der Bühne, und dem, wovon sie uns in ihren Liedern erzählte. Nun waren Kennedy's Gathering Storms an der Reihe, die Schotten brachten wieder Schwung in die ganze Angelegenheit, sie versuchten nun, das Publikum doch noch zum Tanzen zu bewegen, was aber nicht so ganz klappte. Sie brauchten, wie alle Künstler, die an diesem Abend auftraten, keine große Bühnenshow, ihre Show war ihre Ausstrahlung, und die Musik. Die Freude, die sie verbreiteten, alles das sprang sofort auf das Publikum über, kleine Patzer (die jedem passieren können) wurden gekonnt und mit Humor überbrückt.




Zum Schluss legten Nomos noch ein paar Takte nach, während die anderen auf Sachen wie E-Bass / Gitarre verzichteten, hatten Nomos diese in ihren Stücken eingebaut. Zum Abschluss gab es dann noch eine Session aller Künstler. Nach gut 3 Stunden war ein schöner Abend wieder einmal zu Ende, und man hatte wieder etwas mehr über eine andere Kultur und dessen Musik erfahren. Eines war es in jedem Falle (diese Bemerkung sei an dieser Stelle erlaubt), der richtige Weg in Sachen Völkerverständigung.

(T.K.)