CTS-MUM
Die Große Kleine Tiger Reise, Recklinghausen, Festspielhaus, 25.03.2000
 
Am Samstag, den 25.03. regierte der Spaß im Festspielhaus in Recklinghausen. Überall, egal wo man hinschaute, sah man aufgeregte Kinder, die nicht älter als 8 Jahre waren. Doch halt - Stop - da sind ja auch noch einige Erwachsene, sie sind zwar auch aufgeregt, sie sorgen sich vielmehr um ihren Nachwuchs, der hier durch die Empfangshalle läuft. Was ist aber der Anlass, dass sich im ausverkauften Festspielhaus Kinder tummeln, und nicht begeisterte Musikfreunde? Nun, die Lösung ist ganz einfach, das Cocomico Theater gastiert heute mit seinem Stück "Die Große Kleine Tiger Reise" nach Janosch, hier in Recklinghausen. Es werden den großen und kleinen Besuchern 2 Std. Spaß geboten. Kim Goldblatt-Morales (der kleine Tiger), Till Brinkmann (der Bär) und Natascha Möllerhaus (Maya Papaya) verstanden es prima ihr Publikum mit in das Stück einzubeziehen. Die Bühnenbauten sind einfach, aber auch genial zugleich, denn mit wenigen Handgriffen sind sie umgebaut, vorhin war man noch in London, wo man einem "Mr. Big Ben" getroffen hatte, und dem man eine Taschenlampe schenkte, damit er den Nebel besser sehen kann, und schon ist man plötzlich in den USA, in einem "freien Land", wo man aber nichts darf. Mit im Mittelpunkt steht ein rotes Sofa, dieses Sofa ist nicht nur zum Sitzen dar, denn mit viel Phantasie (die man bei den Kindern versucht anzuregen), wir daraus auch schon einmal schnell ein Heißluftballon, oder eine große Pfanne, in der man die "Hufuffuf Nudelsoße" zubereitet. Aber es wird auch nicht versucht nur die heile Welt den Kindern zu vermitteln, es werden auch aktuelle Themen, allerdings "Kindgerecht" verpackt, angefasst. Es geht u.a. um das Thema: Abholzung des Regenwaldes, oder darum, dass der Mensch, in Form des Großwildjägers "Sir Samuel Samedi (Kai Helm)" die wilden Tiere gerne als Trophäen zu Hause hätte. Der kleine Bär bringt dies auf einen Punkt: "Der Mensch ist eine Sau". Hier stellt sich einem die Frage, muss das ganze so krass gesagt werden (auch wenn es stimmt), aber ich denke, dass die Leute auf der Bühne eine gewisse Verantwortung gegenüber den Kindern (die jüngsten sind im schnitt nicht älter als 4 Jahre) haben. Denn wenn wir das als "normal" dulden, müssen wir uns später nicht wundern, wo die Kinder die Ausdrücke her haben.

(T.K.)