CTS-MUM
Xavier Naidoo, Oberhausen, König-Pilsener-Arena, 08.09.2002
 
Es ist schon eine ganze Zeit her, es muss so Ende der 90er-Jahre gewesen sein, da war Xavier Naidoo schon einmal in Oberhausen. Damals war er als Geheimtipp unterwegs und trat vor ein paar Hundert Leuten im Zentrum Altenberg auf. Etwas später tourte er mit den Söhnen Mannheims durch die Lande. Jetzt war er wieder in Oberhausen, wieder allein, aber diesmal in der Arena, und die war mit gut 11.000 Fans gefüllt.
Die Erwartungshaltung an diesem Abend ist hoch, sehr hoch sogar, denn es stellt sich die Frage: Wird er seine Lieder genau so bringen können, wie wir sie von seinen CDs her kennen? Um den Sprung in das Ungewisse zu erleichtern, beginnt Xavier Naidoo mit "Bevor du gehst", "Wenn ich Kinder hätte" und "Führ mich ans Licht". Den Genuss des Abends macht eine nicht richtig ausgesteuerte Anlage zunichte (der Gesang von Xavier ist zu leise, die Musik zu laut). Er wirkt auch etwas steif, ja, fast etwas unbeholfen auf der großen Bühne. Xavier ist eher der Typ, der sich sicherlich in den kleinen Clubs oder Hallen wohler fühlen würde. Xavier Naidoo ist nicht das, was man einen Entertainer nennen könnte, denn er beschäftigt sich mehr mit seiner Band, als dass er versucht, sein Publikum mit in seine Show einzubeziehen. Xavier präsentiert uns eine gelunge Mischung aus Balladen, Rockmusik, HipHop und Coverversionen. Gespielt wird u.a. Peter Gabriels "Don't Give Up", welches Xavier im Duett mit einer Backgroundsängerin singt, die jedesmal Szenenapplaus bekam, wenn sie sang. Die Balladen sind es aber, die diesen Abend und damit das Konzert retten. Zum Abschluss seines "normalen" Programms singt er das rührende Stück "Abschied nehmen". In seinem Zugabenteil singt er dann u.a. "Meine Straßen", "Sie ist nicht von dieser Welt" und "20.000 Meilen" - das hat er damals schon gesungen, als er noch im Zentrum Altenberg vor ein paar hundert Leuten spielte.

(T.K.)