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New Model Army, Saarbrücken, Garage, 16.02.2010
 
Knapp 5 Jahre nach ihrem letzten Auftritt statteten die englischen Rockheroen der New Model Army mal wieder einen Besuch in der kleinen beschaulichen Garage in Saarbrücken ab. Die Band um den charismatischen Frontmann Justin Sullivan wollte hierbei neben den großen Songs der 80er und 90er auch ihr neues Album „Today is a good Day“ vorstellen. Anfangs noch übersichtlich gefüllt, hätte man ab 21 Uhr die Garage wegen Platzmangel noch kurzfristig ausbauen können.

Dass die Garage anfangs eben nur spärlich gefüllt war, mochte womöglich auch an der Vorband gehangen haben: Esha Ness (spielten 2009 einmal den Support für Ray Wilson) versuchten mit ihrem Volcanic Rock auch die treuen NMA Fans zu gewinnen, was jedoch kaum gelang. Viel mehr als Anstandsapplaus wusste die Band nicht zu verbuchen. Dies mag einerseits daran gehangen haben, dass man es als Vorband, wenn man nicht wirklich akkurat dieselbe Richtung wie der Main anschlägt, es generell schwer hat; andererseits fielen Esha Ness auch nicht wirklich auf. Was ist Volcanic Rock? Laut Band-Homepage soll es sich um Gitarrenrock mit Folkelementen und einprägsamen Texten handeln. Nun ja, andere nennen so etwas einfach Folkrock und machen es seit 40 Jahren. Mit 45 Minuten war die Spielzeit infolgedessen vielleicht auch etwas zu lang.

Die Umbaupause ging umso schneller. Um kurz nach 21 Uhr betraten dann endlich die Herren der New Model Army die Bühne. Gleich vorneweg: Das Konzert hat mit Sicherheit sämtliche Erwartungen der Fans erfüllt. Justin Sullivan gab sich redselig wie eh und je („English is so easy, easier than German“) und auch die neuen Songs rücken, mit Ausnahme einer gewissen spürbareren Härte, nicht vom klassischen NMA-Stil ab. Kritiker würden sagen, dass Sullivan wohl nur einen Ton beherrscht, aber gerade das ist es doch, was die NMA-Songs ausmachen: Sie sind eingängig, aggressiv, düster.

So fetzte sich die Band durch neue Songs wie den gleichnamigen Titeltrack des neuen Albums „Today is a good Day“ (auch hier wieder ein NMA-Merkmal: Sullivan legt Wert darauf, dass die Fans gewisse Schlagworte mitgrölen und –schreien können), aber auch durch zeitlose Nummern wie „Get me out“, „White Coats“, „Green and Grey“, „Purity“ und natürlich ihren Hymnen „Vagabonds“ und „51st State“. Die Fans gaben sich extremst textsicher, jedes „Hey“ oder „This Purity is a Liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiie“ wurde freudig bierschwenkend mitgegrölt.

Eine kleine Kritik gibt es für die Setlistaufteilung, die in Blocks zu bestehen schien: Neue Songs – Klassiker – Mitläufer. Hier hätten Sullivan & Co. ein bisschen besser mischen können.

Unfreiwillig komisch wurde es auch, als nach dem 1. Zugabenblock bereits das Licht in der Garage wieder anging, was viele Zuschauer veranlasste, die Garderobe zu stürmen. So mussten viele „51st State“ im Nebenraum mit anhören.

Zusammenfassend bleibt zu sagen: Es war ein gutes Konzert und jeder der Besucher würde auch zu 100% wiederkommen. Die NMA zählt mittlerweile auch zu den Bands, die sich und ihren Fans nichts mehr beweisen muss. Selbst das schlechteste Album kann durch oben genannte Klassiker und Hymnen locker wieder ausgeglichen werden.

Links:
Website von New Model Army
Website von Esha Ness
Website der Garage Saarbrücken


(Patrick)