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| Simple Minds, Bonn, Museumsplatz, 21.06.2009 |
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Die Simple Minds in Bonn. Man möchte sagen: Das gehört ja schon zum guten Ton. Nicht zum ersten Mal gestattete die schottische Weltband um ihre Frontmänner Jim Kerr und Charlie Burchill der nordrhein-westfälischen Stadt einen Besuch. Bereits im Rahmen ihrer 2006er „Black & White“-Tour waren die Simple Minds zu Gast auf dem Bonner Museumsplatz. Und auch dieses Jahr wird wohl mancher Zuschauer gedacht haben, dass das 2006er Konzi gar nicht erst aufgehört hat.
Nach dem relativ kurzen, aber durchaus beachtlichen Auftritt der „Vorband“ Arno Carstens (bekam viel Applaus) betraten die Simple Minds um kurz nach 20 Uhr die Bühne. Und schon gleich zu Anfang wurden die Fans überrascht. Nicht etwa ein Klassiker diente als Opener, auch nicht ein Song aus dem neuen Album „Graffiti Soul“, sondern eine spontane Coverversion von „Children of the Revolution“ von T.Rex. Hätte Marc Bolan nicht einst eine solche charakteristische Stimme gehabt, man hätte glauben können, die Originale stünden auf der Bühne. War vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber Opener war’s dennoch sehr ok. Es folgte in den nächsten 2h Hit auf Hit der Simple Minds, schließlich fand das Konzert im Rahmen ihrer 30jährigen Jubiläumstour statt. „Waterfront“, „Alive & Kicking“, „Someone Somewhere in Summertime“, ihre Hymnen „Belfast Child“ und „Don’t you (forget about me)“ oder auch Songs vom letzen Album wie „Stay Visible“ oder „Home“ wurden da zum besten gegeben, jedoch nicht, wie man vermuten könnte, im 80er Gewand. Die Simple Minds haben ihre Songs der Zeit angepasst. Sie klingen rockig, kraftvoll. Zwar dürfen 80er Synthieelemente natürlich nicht fehlen, aber es beeindruckt dennoch, wie die Schotten es meistern, dass diese eben nicht verstaubt, sondern frisch wie eh und je klingen. A propos frisch wie eh und je: Wer dachte, dass Jim Kerr und Charlie Burchill nach 30 Jahren Bühnenpräsenz irgendwelche Ermüdungserscheinungen mitbringen würden, der wurde schnell getäuscht. Jim Kerr ist ein Entertainer. Er weiß ganz genau, wie er das Publikum mitreißt. Da wird der Mikroständer kurzerhand durch die Gegend geworfen oder auch die tiefste Röhrenstimme ausgepackt, die er gerade so dabei hat. Charlie Burchill wirkt zwar im Gegensatz dazu etwas schüchtern. Sobald er sich allerdings an seiner Gitarre austoben kann, blüht auch er auf und bekommt Szenenapplaus. Neben den Klassikern dürfen natürlich auch die Songs des brandneuen Albums „Graffiti Soul“ nicht fehlen. Sowohl „Rockets“ als auch die erste deutsche Single „Stars will lead the Way“ sind typische Simple Minds-Songs. Synthierock vom feinsten. So ist es kein Wunder, dass auch diese Songs Begeisterungsstürme unter den 8000 angereisten Fans (ausverkauft) auslösten. Mit dem 80er Rocker „Ghostdancing“ endete das Konzert nach knapp 2 Stunden. Man möchte sagen: Viel zu kurz. Die Simple Minds legen die Messlatte für die Nachwuchsbands dementsprechend hoch: Demnächst feiert Jim Kerr seinen 50. Geburtstag. Wenn man nun sieht, wie andere ehemalige 80er Bands ihre Konzerte gestalten, ja gar versuchen, wieder so wie früher zu klingen, dann muss man fast 10 Kreuze machen, dass sich die Simple Minds diesem Trend nicht angeschlossen haben und weiter bei dem vor ihnen begründeten Sound bleiben: Dem Synthierock. Im Ergebnis lässt sich das Konzert mit dem O-Ton von Jim Kerr ausdrücken: „WUNDERBAAAAR!“ Hier die Setlist aus Bonn: Children of the Revolution Waterfront I travel Stay visible She’s a River See the Lights Big Sleep Moscow Underground Stars will lead the Way Rockets Dolphins Don’t you (forget about me) Glittering Prize Promised you a Miracle Someone Somewhere in Summertime New Gold Dream (81, 82, 83, 84) Alive & Kicking --- Home Belfast Child Sanctify yourself --- This is it Ghostdancing Links: Website der Simple Minds (Patrick) |
