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Emiliana Torrini, München, Atomic Cafι, 14.03.2005
 
(Konzertbericht vom Fan Björn - freut sich über Konzertfotos, bitte an zsquad69@nexgo.de mailen)

Es muss so gegen 18:00 Uhr gewesen sein als der erste vor den noch verschlossenen Türen des Atomic Cafes bibbernd auf Einlass wartete. Warum ich das weiß, nun ja, weil ich es war. Aber früh kommen lohnt sich, denn Emiliana entschloss sich kurzer Hand für einen Stadtbummel und schlich geradewegs an mir vorbei Richtung Stadtmitte. Ich war so nervös endlich mal vor ihr zu stehen, dass ich glatt vergessen habe sie nach einem Autogramm zu fragen, denn deshalb war ich schließlich auch da. Aber wie diese Geschichte ausgeht möchte ich noch nicht verraten.

Es ist 21:30 Uhr, eine große Menschentraube vor dem Cafe möchte einfach nur rein und so sollte es dann auch sein. Wer noch keine Karte hatte, konnte sich mit viel Glück noch eine an der Abendkasse ergattern, denn das Haus war ausverkauft. Ungefähr 150 Leute passten in das kleine, gemütliche Cafe in der Neuturmstraße. Nach langem Warten startete pünktlich gegen 21:30 Uhr Emilianas Support für die Tour: David Kitt. Ich muss gestehen, noch nie etwas von ihm gehört zu haben, doch das sollte sich an dem Abend ändern. Der "Solokünstler", der sich gern auch mal Unterstützung von einem Apple IPod holt, konnte durchweg überzeugen – ein Mann der sein Handwerk an der Gitarre versteht und völlig in seiner Musik aufging. Auf jeden Fall passt er sehr gut ins Vorprogramm von Emiliana, soviel war sicher! Sein Auftritt fiel mit 4 Songs recht klein aus, aber mehr brauchte es wohl auch nicht um den Leuten mitzuteilen was er war – "a born rockstar" ;)
Also, Bühne wieder leer und nun hieß es warten auf Emiliana Torrini – live und in echt.

Gegen 22:30 Uhr war es dann endlich soweit – unter lautem Beifall betrat sie mit ihren 3 Musikern die Bühne in…nun ja wie soll ich sagen, in einem wirklich sehr bezaubernden Outfit. Ich meine es gut beurteilen zu können, da ich mir den Platz genau vor ihr sichern konnte :)
"Thank you for coming – the most songs we gonna do are from our new record" – Der Gig konnte starten. "Today has been OK" eröffnete den Abend und mit einem Schlag befand man sich in Emilianas Zauberwelt, aus der man so schnell nicht mehr raus wollte. Ich kenne keinen Künstler der seine Musik so lebt und mitfühlt wie sie und ich glaube so empfanden auch die anderen Gäste, denn überall sah man in entzückte Gesichter voller Begeisterung. Vielleicht übertreibe ich es auch, weil ich das Konzert so erlebt habe, aber ich glaube ein wenig davon ist schon dran :).
Emiliana schloss auch gleichmal Freundschaft mit dem Pressefotografen, den sie mit viel Charme und Witz überzeugen konnte, mit seinem Arbeitsgerät nicht die Stimmung zu zerreißen. Überhaupt verstand sie es das Publikum zu unterhalten, was sie selbst gar nicht so recht glauben wollte. Sei es mit kleinen, amüsanten Geschichten aus ihrem Leben oder ihren Freunden, egal, sie hätte uns alles erzählen können, es gäbe nichts, wo wir nicht mit Freude zugehört hätten. Mit ihrem isländischem Akzent lockt sie sicher aus jedem ein kleines Lächeln hervor :).
Weiter ging es mit "Snow" und "Lifesaver" - den Faden dabei fest in der Hand. Ihr nächstes Intro verriet mir sofort, dass nun das für mich schönste Stück des neuen Albums folgte – "Honeymoon Child". Ich war hin und weg, flüsternd ihre Verse auf den Lippen, versank man buchstäblich – "You bring out the soft side in everyone"!
Innerlich noch auf Wolken wurden die ersten Akkorde der ersten Singleauskopplung "Sunny Road" von den Zuschauern mit Applaus begrüßt – offensichtlich wurden wohl auch hier ein paar "Hoffentlich spielt sie"-Wünsche erfüllt :).

Nach Sunny Road wurde es Zeit für einen kurzen Einblick in "Love in the Time of Science", denn wie versprochen sollten nicht ausschließlich neue Songs gespielt werden. "A Song of sort of about fish" – ja dieses Zitat stammt von Emiliana, als sie 2001 in Chicago ihr "Tunafish" ankündigte – hier aber ohne zu zögern mit ihren 3 Musikern in das Stück einlenkte, und das in einer so genialen Version mit Gitarre, Bongo Trommeln und anderen Percussions, das es mir eine große Freude war "to wiggle my bump" :). Sichtlich begeistert auch die anderen Gäste, die das Stück und großem Beifall ausfaden ließen.
Es folgte ein kleiner Auszug aus Emilianas Privatleben und dem Zustandekommen ihres nächsten Stückes, was alle zum lachen brachte und die lockere, angenehme, entspannte Stimmung, die sich durch den ganzen Gig zog noch verstärkte. Die Rede ist von "Heartstopper", was in einer ungewöhnlich schnellen Version gespielt wurde, das man aus seiner melancholischen Traumwelt durch rythmisches Hinternwackeln förmlich rausgestoßen wurde :) Emiliana hatte viel Spaß daran, das Publikum zu unterhalten - die nächste Pause füllte sie mit einer Akapellaversion von ACDC's "Thunder" und einer Geschichte über ihren Freund bei dem Versuch, ein Autogramm von Axl Rose zu erhaschen. Es ist schwer die Stimmung in Text wiederzugeben, man muss einfach dabei gewesen sein :).
Weiter ging es mit "At least it was" und "Next time around" – zwei Stücke die beweisen, das Emiliana es live einfach drauf hat.
Meine schon längst übertroffenen Erwartungen wurden nun noch einmal übertroffen, denn es folgte eine Hammer-Version von "Fisherman's Woman" in Gitarrenbegleitung.
Deshalb kaum zu glauben das man da noch einen drauf setzen kann, aber sie schaffte es:
"Let's get drunk on Saturday" – mit dieser Intro war jedem klar – es war Zeit für "Unemployed in Summertime", einem weiteren Stück aus "Love in the Time of Science".

Jetzt war auch endlich die Zeit gekommen, die 3 Musiker vorzustellen, welche Emiliana auf so fantastische Art begleiteten. Dieser Meinung waren auch die Gäste des Atomic Cafes, die so laut applaudierten, das mir die Namen leider sehr unverständlich waren :).
Mit "Nothing brings me down", dem ersten Track des neuen Albums, sollte der Abend so langsam beendet werden. Kaum war das Lied vorbei verschwanden alle 4 blitzschnell von der Bühne, doch war es ein leichtes für die Zuschauer sie unter tosendem Applaus erneut auf die Bühne zu holen. Sichtlich erfreut darüber, schenkte uns Emiliana eines der für mich schönsten Stücke – die Rede ist von "Summerbreeze" und ich kann nur nocheinmal sagen, man muss einfach dabei gewesen sein.
Unter lautem Beifall wurde das letzte Stück des Abends eingeleitet, was auch gleichzeitig das letzte Stück des neuen Albums "Fisherman's Woman" ist – "Serenade".
Ein letztes Mal Emiliana Torrini, leider. Gern hätte ich ihr noch weiter zugehört, und damit war ich bestimmt nicht allein. Unter lang anhaltendem Applaus wurden die 4 von der Bühne gefeiert, welche dann auch sehr schnell verschwunden waren.
Doch für mich sollte es nicht das letzte mal gewesen sein, Emiliana Torrini zu sehen. Ich hatte die Gelegenheit sie ganz kurz kennen zu lernen, nach dem ich 20 Minuten im (ich nenn es mal) "Backstage" gewartet habe. Nennt mich Groupie, aber auf diese Gelegenheit wartete ich nicht erst 20 Minuten, sondern bestimmt schon 7 Jahre. Dann war es soweit, ein netter Herr von der Crew (Danke nochmal ;) ) nahm mich mit nach hinten und da kam sie schon auf mich zu und, na ja, irgendwie wurden meine Knie immer weicher. Ich konnte mich ein bisschen mit ihr unterhalten und mir natürlich auch mein Booklet signieren lassen ;) Dabei war sie super nett und aufgeschlossen, so das die Aufregung gleich verflogen war. Hat sehr viel Spaß gemacht sie endlich mal kennen zu lernen.
Aber hier soll mein Review enden, denn das letzte soll mein Erlebnis bleiben.
Ich hoffe, dass ich den Abend für all die, die sie nicht sehen konnten, ein Stück weit beschreiben konnte, auch wenn alles sehr subjektiv erscheint.

Setlist:

Today has been OK
Snow
Lifesaver
Honeymoon Child
Sunny Road
Tuna Fishhas been OK
Heartstopper
At least it was
Next time around
Fisherman's Woman
Unemployed in Summertime
Nothing brings me down
----------------------------------
Summerbreeze
Serenade


Spielzeit etwa 70 Minuten

(Björn)