CTS-MUM
Uncle Ho, Berlin, Knaack, 22.03.2001
 
Gut, den aufgrund ihrer tollen CD "Show Them What You Are Made Of" eigentlich verdienten Aufstieg zu einer großen Nummer im deutschen Alternative Rock haben Uncle Ho wohl noch nicht geschafft, sonst würde das Knaack aus allen Nähten brechen, aber halb voll ist es immerhin, und da haben schon viele andere Combos den Raum viel, viel leerer gelassen. Nach einer netten, jung aussehenden und ebenfalls gut rockigen Vorband, deren Namen ich ignoranterweise vergessen habe, haben sich die drei Jungs von Uncle Ho für die Umbaupause etwas Besonderes einfallen lassen - sie zeigen einen Film, in dem sie die Hauptrollen spielen. Um Fußball geht es, um einen Attentäter, um Unclo Ho als Detektive, und um Holgers Reisebüro - oder so. Anfangs ist der amateurhaft gemachte Streifen recht witzig, dann aber verflacht er mehr und mehr. Drei Sachen bleiben festzuhalten: gute Idee mit dem Film in der Pause - Uncle Ho sind weitaus bessere Musiker als Schauspieler - die Veranstalter werden sich geärgert haben (weil alle den Film geschaut haben, anstatt sich ein paar Bier hinter die Binsen zu kippen). Gleich anschließend an das fragwürdige Meisterwerk der Home-Movie-Geschichte beginnt das Konzert, in dem Uncle Ho vor allem die Songs des aktuellen Albums spielen, aber auch einige ältere, die (damals noch viel HipHop-lastiger) zeigen, welch positive Entwicklung die Drei genommen haben - auf Deutsch: nicht so dolle, die alten Kamellen. Umso besser die neuen Stücke, mal im Midtempo, ruhig und rockig im Wechsel, mal flott bis hin zu vereinzeltem Punkrock. Einigen Teenies ist dies alles egal, sie hoppeln zu jedem Song einen Pogo - wo sind wir denn hier? Was machen die erst bei Bad Religion? Na egal. Ein gutes Konzert des sympathischen Trios, für das der Weg mit Sicherheit weiter bergauf geht.

(Tobi)