CTS-MUM
Vast, Berlin, Columbia Fritz, 03.11.2000
 
Nachdem sich Vast auf ihrem aktuellen Album "Music For People" doch eher im Düster-Pop als im Gothic-Rock präsentieren, zeigen die Jungs um Songwriter, Gitarrist und Sänger Jon Crosby nun auf Tour, ob sie wirklich softer geworden sind. Um es vorweg zu nehmen, sie sind es nicht wirklich. Das Columbia Fritz ist vielleicht zu einem Drittel voll, das Publikum hat sich aber so geschickt verteilt, dass es nicht zu leer wirkt. Hosh haben als Support eine anständige Show abgeliefert, wobei die flotteren Stücke besser zu gefallen wussten als die poppigeren, vielleicht zu sehr nach Live klingenden. Bleibt festzuhalten: gute Stimme, einige gute Songs, durchaus Potential.
Als Vast die Bühne nach dem instrumentalen Intro "Lady Of Dreams" betreten, da geht am Anfang erst einmal alles schief. man merkt den Jungs an, dass sie nichts mehr wollen, als das Haus zu rocken, leider aber macht ihnen die Technik den einen oder anderen Strich durch die Rechnung. Beim Opener ist der Bass nicht zu hören, und als man diesen nach hektischen Kabelsteckereien wieder in Gang gebracht hat, fällt bei den ersten Tönen des zweiten Songs die Gitarre von Justin Cotta aus, der nun gefrustet ist und sein Instrument am liebsten zerschmettern würde, wie man merkt. Er tut es nicht, lässt seine Wut lieber an einem Ständer aus, den er zu Boden wirft. Im dritten Song bleibt die Gitarre nochmals weg, bevor danach endlich alles funktioniert und das Konzert seinen gewohnten Lauf nehmen kann. Vast machen auf der Bühne gut Stimmung, vor allem Jon und Justin hüpfen durch die Gegend, sofern die kleine Bühne dies überhaupt erlaubt. Neben einigen Stücken vom Vorgänger spielen Vast vor allem das neue Album, mit elektronischen, orchestralen oder choralen Klängen vom Band, dazu bodenständigem Rock, so dass alles doch um einiges energetischer und härter daher kommt als auf CD, zu merken vor allem bei Songs wie "What Else Do I Need", die auf CD viel softer klingen. "The Last One Alive" wird gefeiert, auch "The Gates Of Rock 'n' Roll" macht gut Stimmung. Ein solides Konzert, wobei mir die CD allerdings besser gefallen hat, sie bringt mehr Abwechslung im Sound.

(Tobi)