Ali G. Indahouse



D: Sacha Baron Cohen, Michael Gambon, Charles Dance, R: Mark Mylod, 88 Min.

Sacha Baron Cohen erschuf seine Figur Ali G. Ende der 90er-Jahre für die Comedy-TV-Sendung "The 11 O'Clock Show". Der große Erfolg bescherte ihm nicht nur die eigene "Da Ali G Show", sondern auch die Chauffeur-Rolle in Madonnas Musicvideo zu "Music" oder den Part als Moderator der MTV Europe Music Awards, was ihm Bekanntheit auch außerhalb Großbritanniens sicherte. Nun treibt Ali. G erstmals auf der Leinwand sein Unwesen, und wer ihn kennt, der weiß, dass hier sicherlich nichts Niveauvolles zu erwarten ist. Wer allerdings gedacht hat, Ali. G als den sexistischen Übervater zu sehen, als den er sich gerne darstellt, der wird überrascht. Zwar ist er im Film durchaus von sich und seiner Manneskraft überzeugt, aber eigentlich nur ein kleiner Möchtegern-Rapper, der mit seiner dusseligen Westside Posse durch die Gegend zieht, nicht viel in der Birne hat und ständig sexuelle Phantasien bekommt, obwohl er mit Freundin "Me Julie" (Kellie Bright) gut bedient ist. Als das West Staines Jugendzentrum geschlossen werden soll, protestiert Ali G. vor dem britischen Unterhaus, und da die Regierenden im Wahlkampf frisches Blut brauchen, um auch jüngere Wähler zu gewinnen, schnappen sie sich den überrumpelten Ali. Nun ist klar, dass gerade er nicht wirklich zum Politiker taugt, und das weiß auch Carlton (Charles Dance), die rechte Hand des Premierministers (Michael Gambon). Er möchte selbst die Nummer Eins in der Partei werden und ist sicher, dass durch Ali G. der Premier baden gehen wird. Hierbei hat er allerdings seine Rechnung ohne den Neu-Abgeordneten gemacht, der mit aberwitzigen Methoden neuen Wind in die Politik bringt, was gut bei Kollegen und Volk ankommt...

Geht man von vorne herein mit der richtigen Erwartung in den Film, so kann man Spaß haben - nicht die ganze Zeit zwar, aber es gibt durchaus sehr witzige Passagen. Politik und Rap-Szene werden gleichermaßen karikiert, und Ali G. stellt sich selbst auch nicht gerade als den Macker dar, den er sonst gibt - was gut ist. Gar nicht mal so übel, wie man befürchten durfte - bis auf die grottenschlechte Synchronisation von Ali G. durch VIVA-Lusche Mola Adebisi - wer hat sich das denn ausgedacht?

Wertung: 5 von 10 Punkten

(Tobi)