ALL EYEZ ON ME
Darsteller:  Demetrius Shipp Jr., Kat Graham, Lauren Cohan, Hill Harper
Regie:  Benny Boom
Dauer:  140 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.constantin-film.de/kino/all-eyez-on-me
Facebook:  facebook.com/alleyezonme.film
 

Dass dieser Film kommen würde, war nur eine Frage der Zeit. Relativ viel davon ist dann tatsächlich ins Land gegangen, bevor die Geschichte des amerikanischen Rappers Tupac Amaru Shakur alias 2Pac es in "All Eyez On Me" auf die Leinwand schafft, schließlich wurde 2Pac bereits vor mehr als 20 Jahren erschossen.

Dass ein Film über 2Pac jetzt noch in die Kinos kommt, offenbart natürlich schon einiges über den Ruhm des HipHoppers, der weltweit mehr als 75 Mio. Tonträger verkaufen konnte und dessen Hits wie "Changes", "California Love" oder "Dear Mama" auch heute noch präsent sind. Apropos Mama, diese sehen wir zu Beginn des Films mit Groll auf die Justiz, schließlich wird ihr momentaner Lebensgefährte Mutulu Shakur - nicht Tupacs Vater - gerade wegen Bankraubs für lange Jahre in den Knast geschickt. In ärmlichen Verhältnissen wächst Tupac somit ohne väterliche Führung auf, was in Rückblicken anhand eines 1995 im Gefängnis geführten, hier als Rahmen dienenden Interviews verdeutlicht wird.

Dass auch Tupac kein gutes Verhältnis zur Justiz hat, wird immer wieder klar - wobei hier vielleicht etwas zu oft der Eindruck erweckt wird, er sei als Mitläufer oder zufällig Anwesender ein Opfer der Obrigkeit gewesen. Aber so geht es halt vielen in den sozialen Brennpunkten von New York - Tupac will aber nicht nur einer von vielen sein, will sich eigentlich nicht dem üblichen Werdegang zwischen Drogen und Bandenkriegen hingeben. Und so widmet er sich der Musik und experimentiert er mit Rap, um sich auszudrücken. Dass er mal einer der erfolgreichsten Rapper werden würde, war da natürlich noch nicht abzusehen, aber der Film bringt uns den sehr interessanten Werdegang 2Pacs nahe, von ersten musikalischen Gehversuchen über sich einstellende Erfolge als Rapper bei Digital Underground und dem entscheidenden Plattenvertrag bei Interscope Records bis zu seiner Zeit bei Death Row Records. Dessen Chef Suge Knight spielt dann auch eine wichtige Rolle im Luxus-Leben des inzwischen reichen Rappers und auch bei dessen Tod, als er am 7. September 1996 in Las Vegas auf offener Straße angeschossen wird und sechs Tage später mit nur 25 Jahren stirbt, was ihn zu einer Legende macht wie Jim Morrison oder Elvis Presley - und wie bei diesen tauchen noch heute ähnliche Fotos und andere Beweise auf, dass 2Pac nach wie vor leben soll.

"All Eyez On Me" ist zu lang geraten und verherrlicht Tupac wie beschrieben in puncto Gesetzestreue doch etwas zu viel, auch wenn stellenweise Vergehen thematisiert werden. Ansonsten aber ist der Streifen gut gelungen und erzählt die Geschichte von 2Pac auf geschickte, verschachtelte, aber gut verfolgbare Art und Weise. Die Konzert- oder Studio-Szenen lassen 2Pacs tollen Rap wieder aufleben, und Demetrius Shipp Jr. spielt ihn gut. Im Laufe des Films begegenen einem auch gute alte Bekannte, wie Notorious B.I.G. oder Puff Daddy, die irgendwie auch alle an Tupacs Geschichte mitgeschrieben haben, wenn auch nicht positiv. Wir erleben einiges an Beef, wie Streit in Rapper-Kreisen ja genannt wird, und auch der Stress zwischen East Coast und West Coast ist ein Thema - ebenso wie die ausufernden Parties der Rapper, Sex und Drogen natürlich inklusive. Für HipHop-Fans sicher ein lohnender Film.



Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)