AXOLOTL OVERKILL
Darsteller:  Jasna Fritzi Bauer, Arly Jover, Mavie Hörbiger, Laura Tonke
Regie:  Helene Hegemann
Dauer:  94 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.axolotl-film.de
Facebook:  www.facebook.com/Axolotl.film
 

Mit dem Buch "Axolotl Roadkill" erzielte die damals erst 17-jährige Autorin Helene Hegemann im Jahr 2010 einige Erfolge - und sorgte auch für viele Diskussionen durch aufkommende Plagiatsvorwürfe. Inzwischen ist Hegemann 25 und bringt ihr Debüt als "Axolotl Overkill" selbst ins Kino, hat sie doch nicht nur das Drehbuch geschrieben, sondern auch gleich die Regie übernommen, erstmals.

Im Film begegnen wir den Protagonisten aus dem Roman wieder, und doch ist einiges anders, daher vielleicht auch der abweichende Titel. Die optisch zerbrechlich wirkende Mifti (Jasna Fritzi Bauer) ist 16 Jahre alt, lebt aber kein normales Teenagerleben. Seit dem Tod ihrer Mutter lebt sie mit ihren Halbgeschwistern in einer Berliner WG, im Mittelpunkt ihres Daseins stehen allerdings ausschweifende Parties, Drogenkonsum und beidgeschlechtliche Fick-Affären, gerne auch mal mit weit älteren Partnern. Warum so rüde Sprache? Weil dies die Sprache es Films ist. Es geht rauh zu in einem abgefuckten Berlin zwischen Sinnsuche, Betäubung, Tanz und Verzweiflung.

Und da sind wir wieder zurück beim größten Unterschieden zum Roman. Die Verzweiflung wird im Film zwar behandelt, aber nicht in der Tiefe, wie es im Roman geschah, wo Miftis Gedanken und Gefühle im Mittelpunkt standen. Hier steht mehr der Wahnsinn, in dem sie aufwächst und mit dem sie sich auch selbst gerne umgibt, im Fokus, wobei eine klare Handlung irgendwie auf der Strecke geblieben ist. So kommt es dann auch, dass das Aneinanderreihen von Momentaufnahmen anstrengend wirkt und die dargestellte Welt nicht mehr immer realistisch erscheint. Jasna Fritzi Bauer spielt toll, aber der Film zieht einen nicht so in den Bann, wie es sicher erhofft war.



Wertung: 4 von 10 Punkten

(Tobi)