EIN KUSS VON BEATRICE
Darsteller:  Catherine Deneuve, Catherine Frot, Olivier Gourmet, Mylène Demongeot
Regie:  Martin Provost
Dauer:  117 Minuten
FSK:  freigegeben ab 6 Jahren
Website:  www.Ein-Kuss-Von-Beatrice-Film.de
Facebook:  facebook.com/UniversumFilm
 

Filme, die sich dem Umgang mit dem bevorstehenden Tod widmen, gab es ja schon einige. Filme, die sich mit einer privaten wie beruflichen Identitätskrise beschäftigen, auch. "Ein Kuss von Beatrice" schlägt die Brücke zwischen diesen beiden und bietet in der Tristesse von Identitäts-Suche und persönlichem Endzeit-Drama sehr positive, hoffnungsvolle Momente.

Alt-Star Catherine Deneuve spielt Beatrice, eine lebensfrohe, dem Genuss fröhnende Pariserin, die erfahren hat, dass sie bald sterben wird. Da der Mensch dazu neigt, in dieser Situation Kontakt zu vielen aufzunehmen, selbst den bisher vernachlässigten, meldet sie sich bei Claire (Catherine Frot), der Tochter ihres früheren Geliebten. Claire, eine Hebamme im mentalen Kampf gegen die Modernisierung ihres Berufs, ist skeptisch, was Treffen mit der extravaganten Beatrice, die vor 30 Jahren spurlos verschwand und im Endeffekt ihren Vater in den Selbstmord trieb, ihr nun bringen sollen. Irgendwie fühlt sie sich aber auch zur durchaus sympathisch nervenden Madame hingezogen und findet Gefallen an ihrer Gesellschaft, bei der sie in der wachsenden Vereinsamung auf beiden Seiten auch ihren Drang, Menschen beistehen zu wollen, ausleben kann.

Regisseur und Drehbuchautor Martin Provost (César-Gewinner für "Séraphine") nimmt sich Zeit, wenn auch etwas zu viel, um die beiden Charaktere der Beatrice und Claire gut auszumalen und nahe zu bringen, und beide auf tatsächlich nahbare Art und Weise. Die logische Konsequenz wäre vermutlich, dass Claire die Tochter von Beatrice ist, aber warum soll eine Beziehung zwischen beiden nicht auch ohne gleiche Gene funktionieren? "Ein Kuss von Beatrice" lebt von der Ideologie der Claire und der Lebensfreude der Beatrice, die man beide gut nachvollziehen kann. Zusammen ergeben sie eine einfach nur nette Geschichte, die zeigt, dass französisches Kino momentan vielleicht abseits der Komödien seine Stärken hat.



Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)