GREGS TAGEBUCH - BÖSE FALLE!
Darsteller:  Jason Drucker, Alicia Silverstone, Tom Everett Scott, Charlie Wright
Regie:  David Bowers
Dauer:  92 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website:  www.fox.de/gregs-tagebuch-boese-falle
Facebook:  facebook.com/GregsTagebuch.Filme
 

Als Zuschauer, der die mutmaßliche Zielgruppe doch um ein paar Lebensjahre verfehlt, ist es nur schwer vorstellbar, dass dieser Humor unterster Schublade irgendjemand begeistern kann. Und tatsächlich schienen auch vereinzelt anwesende Teenager eher wenig amüsiert, aber irgendwie scheint der Streifen ja doch seine Daseinsberechtigung zu haben, und sei es auch nur als Versuch, an die Erfolge der Vorgänger anzuknüpfen. Denn es ist ja nun schon die vierte Verfilmung der so erfolgreichen Buchreihe, die als Hybrid aus Comic und Teenie-Roman mit seiner unkonventionellen Erzählweise so manchem Leser aus der Seele gesprochen hat.

Jetzt also der eng an den neunten Band angelehnte nächste Film, der seit dem letzten Teil ("Gregs Tagebuch 3 - Ich war's nicht!", 2012) nicht überraschend mit komplett neuer Besetzung aufwartet. Doch am Inhalt ändert das nur wenig, und auch hier ist der wieder schnell wiedergegeben: Greg (Jason Drucker) wird durch ein gepostetes blödes Missgeschick in Sekunden unerwünscht zum Social Media-Star "Windelhand" und sieht nur eine Chance, seinen ruinierten Ruf wiederherzustellen. So muss möglichst schnell ein gemeinsames Video mit dem angesagten Gamer Mac Digby her, der gerade auf einer Convention weilt. Da kommt die nahegelegene Feier von Omas Neunzigstem gerade recht um in einem unbeobachteten Moment einen kleinen Abstecher dorthin zu machen.

Die Ausgangssituation klingt ja erstmal gar nicht so schlecht, und die Integration des für die Jugend omnipräsenten Themas Online-Leben scheint für deren Einnahme ja geradezu prädestiniert. Aber was Regisseur David Bowers, der auch schon für die vorigen zwei Teile der Reihe verantwortlich war, dann daraus macht, ist schlicht und ergreifend katastrophal. Er legt das Roadmovie als eine nicht enden wollende Aneinanderreihung von dümmlichen Slapstickeinlagen an, bei der die Charaktere beliebig austauschbar scheinen. Nimmt man auch noch ihre unnötige Überzeichnung hinzu, vergeht auf dem Trip der Heffleys zur Familienfeier kaum eine Szene ohne gewaltiges Gefühl des Fremdschämens.

Dabei geben die Schauspieler wirklich ihr Bestes, haben aber gegen ein Drehbuch, das statt auf die Gefühlswelt der Figuren einzugehen lieber auf oberflächliche Schenkelklopfer-Effekte setzt, nicht den Hauch einer Chance. Positiv erwähnenswert ist da allerhöchstens noch die tricktechnisch nachvollzogene Umsetzung des Comics in den Realfilm, die sich allerdings auf Vor- und Abspann beschränkt und das dazwischen befindliche Ärgernis kaum zu mildern vermag.



Wertung: 1 von 10 Punkten

(Mick)