HAPPY BURNOUT
Darsteller:  Wotan Wilke Möhring, Anke Engelke, Michael Wittenborn, Kostja Ullmann
Regie:  André Erkau
Dauer:  103 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website:  www.happyburnout-derfilm.de
Facebook:  facebook.com/HappyBurnout.DerFilm
 

Und die Moral von der Geschicht - mit Burnout spaßt man wirklich nicht. Im neuen Film von Regisseur André Erkau ("Das Leben ist nichts für Feiglinge") allerdings sieht das ein bisschen anders aus. Wotan Wilke Möhring spielt den liebevollen Punker Fussel, der dank der viel zu gutgläubigen Frau Linde (Victoria Trauttmansdorff) vom Arbeitsamt auch ohne Job gut durch den Tag kommt und seine Wohnung halten kann. Als eine interne Prüfung aber dazu führt, dass Fussel auf Grund mangelnder Arbeitssuche jegliche Unterstützung gestrichen werden soll, da gibt es als Lösung (neben ehrlicher Arbeit natürlich, aber die will hier ja offensichtlich keiner) nur noch ein Arbeitsunfähigkeits-Attest. Die Diagnose Burnout handelt Fussel eine Therapie in einer stationären, ländlichen Klinik ein. Hier trifft Fussel dann auf die Klinik-Psychologin (Anke Engelke), die nicht begeistert ist von seinem vermeintlichem Schauspiel, und natürlich auf viele echte Burnout-Patienten. So lernt er den lebensmüden Sonnenstudiobesitzer Günther (Michael Wittenborn), den cholerischen Handpuppen-Kinderbelustiger Datty (Kostja Ullmann), die überforderte Hausfrau und Mutter Merle (Julia Koschitz) sowie den gestressten Geschäftsmann Anatol (Torben Liebrecht) kennen, und Fussel beginnt irgendwann, über sich selbst nachzudenken und zu erkennen, dass jeder der anderen wirklich Hilfe benötigt...

"Happy Burnout" besitzt am Ende eine tiefergehende Moral, wenn die Selbstrelektion Fussels einsetzt und ihm plötzlich auch mal jemand anderes wichtig wird als nur er selbst. Der Film kommt nach beschwingtem Auftakt über weite Strecken aber eher langatmig daher und trotz einer gewohnt guten schauspielerischen Leistung von Wotan Wilke Möhring kommt er daher nicht über Mittelmaß hinaus. Auch ist es schon kritisch zu sehen, wie das Arbeitsamt hier dargestellt wird und wie leicht es Fussel hier fällt, ein Burnout diagnostiziert zu bekommen - dank eines "Burnout für Anfänger"-Buchs, so ein Quatsch.



Wertung: 5 von 10 Punkten

(Tobi)