Small Soldiers

D: Kirsten Dunst, Gregory Smith, Denis Leary, Jay Mohr, R: Joe Dante, 110 Min.

Wer hat sich nicht schon mal Gedanken über die Neuentwicklungen in den Regalen der Spielzeugläden gemacht? Da stehen Schildkröten-Mutanten neben Dinosauriern und Godzilla neben den muskelbepackten Monstern der neusten Zeichentrickserie. Aber im Zeitalter multimedialer Beeinflussung kommt bei Kindern halt an, was am abgefahrensten ist, und es wird verkauft, was am besten ankommt. Und so übertreffen sich die Spielzeugentwickler gegenseitig in der Geschmacklosigkeit ihrer neuen Geschöpfe. Was passiert aber, wenn mal jemand in seinem Profitdenken zu weit geht? Genau das zeigt Regisseur Joe Dante in seinem neuen Film und zeichnet dabei augenzwinkernd ein wahres Horrorszenario. Die beiden Spielzeugerfinder Larry Benson (Jay Mohr) und Irwin Wayfair (David Cross) entwickeln für einen Konzern und dessen skrupellosen Boss (Denis Leary) Actionfiguren, die durch lernfähige Mikrochips in der Lage sind, selbständig zu agieren. Ihr Konzept sieht vor, daß die "Gorgonites", eine Gruppe liebenswerter Monster auf der suche nach ihrer Heimat Gorgon, von der GI-Killereinheit "Commando Elite" gejagt und vernichtet werden sollen, sich aber nicht verteidigen sondern nur verstecken dürfen. Dies tun sie dann auch, und zunächst unbemerkt von ihrem menschlichen Beherberger, dem Jungen Alan (Gregory Smith), beginnt der Kampfeinsatz der "Commandos" unter der Leitung von "Chip Hazard". Dabei gelingt Dante vielleicht unbeabsichtigt eine herrliche Persiflage auf die Army, indem er die martialischen Puppen zu Karikaturen der Marines werden läßt. So bedienen sich Grenadier "Butch Meathook", Artillerist "Brick Bazooka", Fernmelder "Link Static", Sprengstoffexperte "Nick Nitro" und "Kip Killagin" auf ihrer bescheuerten, nur von anderen vorgegebenen, Mission fast ausschließlich militärischer Diktion, was einem besonders beim Betrachten der Originalversion ständig ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubert. Überhaupt lebt der Film hauptsächlich von den Puppen, bei denen einfach alles stimmt. Angefangen beim Design, das die Aufgaben der einzelnen Figuren hervorragend transportiert, über die perfekte Animation, mit der die Trickspezialisten von "Industrial Light & Magic" tatsächlich erreichen, daß man die Puppen für lebendig hält aber trotzdem nie vergißt, daß es sich nur um Spielzeug handelt, bis hin zur Integration der Figuren in den Realfilm, bei der man gar nicht auf den Gedanken kommt, die Puppen könnten nicht echt sein. Und als die Menschen in den Kleinkrieg hineingezogen werden, weil Alan sich auf die Seite der "Gorgonites" schlägt, und seine Freundin Christy (Kirsten Dunst) als Geisel genommen wird, darf auch schon mal gelacht werden: die "Commandos" basteln sich allerlei Kriegsgerät vom Panzer mit Nagelkanone bis zum MG mit Teppichmessermunition, Christys Eltern werden auf der "Mission: Sandman" mit Schlaftabletten betäubt und zu guter Letzt müssen die Spice Girls auch noch als Instrument psychologischer Kriegsführung herhalten. Sprich: der Film macht rundum glücklich!
Wertung: 9 von 10 Punkten

(Miguel)