Die Maske des Zorro

D: Antonio Banderas, Anthony Hopkins, Catherine Zeta-Jones, R: Martin Campbell, 136 Min.

Es sage noch mal einer, das Genre der Mantel- und Degenfilme sei abgearbeitet nach Werken wie "Die drei Musketiere", "Die Piratenbraut" oder kürzlich "Der Mann in der eisernen Maske" mit uns aller Leo DiCaprio. Mit diesem Film wird erfolgreich der Gegenbeweis angetreten, denn was Regisseur Martin Campbell hier auf die Leinwand zaubert, kann sich durchaus sehen lassen. Vor dem historischen Hintergrund des besetzten Mexiko des frühen 19. Jahrhunderts, wo sich die Gewaltherrschaft der Spanier langsam dem Ende zuneigt, entwickelt sich ein actiongeladener und Dank der stimmigen Handlung kurzweiliger Abenteuerfilm, der einen für gut zwei Stunden in die Vergangenheit eintauchen läßt. Dabei spielt Anthony Hopkins den nach Gerechtigkeit strebenden, maskierten Rächer Zorro, der eine, vom noch regierenden spanischen Gouverneur Montero zur Einschüchterung der aufbegehrenden mexikanischen Bevölkerung angeordnete, Erschießung verhindert und dabei tatkräftige Unterstützung von zwei Jungen erhält. Zu seinem Pech kommt Montero ihm, der im bürgerlichen Leben Grundbesitzer ist, auf die Schliche, und bei seiner Verhaftung wird seine über alles geliebte, und von Montero seit langem begehrte Frau erschossen. Seine kleine Tochter Elena wird ihm geraubt und er landet, nach Rache sinnend, im Kerker. Nach zwanzig Jahren kehrt Montero in Begleitung seiner wunderschönen Tochter Elena (Catherine Zeta-Jones) aus Spanien ins inzwischen unabhängige Mexiko zurück, wo die alten Seilschaften der Großgrundbesitzer noch immer existieren, aber Zorro der Ausbruch aus dem Kerker gelingt. Dieser trifft auf den ebenfalls rachsüchtigen jungen Dieb Alejandro Murrieta (Antonio Banderas), dessen Bruder vom Militärbefehlshaber Love erschossen wurde, der mit Montero gemeinsame Sache macht. Das Feld ist bereitet für einen gemeinsamen Rachefeldzug der beiden, und als er Alejandro als einen der Jungen erkennt, die ihm damals geholfen haben, nimmt er ihn bei sich auf und bereitet ihn auf die kommenden Aufgaben vor. Anthony Hopkins besticht in seiner Rolle des alternden Lehrmeisters, und man merkt, daß die Zeit auch an ihm nicht spurlos vorübergeht und seinem Gesicht doch die eine oder andere Falte zugefügt hat, was anfangs durch seine Maske kaschiert wird und so das Bild des unbezwingbaren Zorro nicht trübt und später seinen Charakter noch ausdrucksvoller und authentischer vom Leben gezeichnet erscheinen läßt, welcher hervorragend mit der Figur des immer noch jugendlichen und draufgängerischen Antonio Banderas harmoniert. Wobei der weder als ungehobelter Dieb noch als vornehmer spanischer Landadliger, als der er sich zeitweilig ausgibt, jemals unglaubwürdig wirkt, und man ihn in dieser Rolle einfach mögen muß. Dazu kommt Catherine Zeta-Jones, die einen vergessen läßt, daß sie die schöne, unschuldige Elena nur spielt, und von deren Gesicht man von Anfang an verzaubert wird. Bei zwei so füreinander geschaffenen Charakteren darf natürlich die Liebesbeziehung der beiden zueinander nicht ausbleiben, und somit kommt trotz aller Fecht- und Kampfszenen, die aufgrund der erstklassigen Stunts und Ideen bis hin zum auf einem Spaten sandboardenden Banderas nie langweilig werden, auch das Herz nicht zu kurz. Da kann man dann auch schon mal über ein paar allzu kitschige, konstruierte Sonnenuntergänge und laue Slapstick-Gags hinwegsehen, zumal man dafür eine wundervolle Szene, in der Elena ihre unreinen Gedanken in Verbindung mit Alejandro beichtet, nicht wissend, daß sich in der anderen Kabine des Beichtstuhls das Objekt ihrer Begierde befindet, geboten bekommt und auch sonst die gesamte Zeit über gut unterhalten wird. Also, den Degen geschnappt, den Umhang umgeworfen und nix wie rein ins Kino.
Wertung: 8 von 10 Punkten

(Miguel)