MITTEN INS HERZ
Darsteller:  Hugh Grant, Drew Barrymore
Regie:  Marc Lawrence
Dauer:  96 Minuten
Weblink:  www.mitteninsherz-derfilm.de
Trailer:  ASX oder MOV
 

In den 80ern war Alex Fletcher (Hugh Grant) ein feierter Popstar als Mitglied und Songschreiber der Band PoP!, irgendwann aber lösten sie sich auf, und während der Hauptsänger solo weiter Erfolge feiern konnte, wurde Fletchers Soloalbum zu einem Ladenhüter. Ganz in Vergessenheit geraten ist er trotzdem nicht, und so lässt ihn sein Manager Chris Riley (Brad Garrett) durch Retro-Shows, Freizeitparks und Geschäftseröffnungen tingeln, wo Fletcher vor überschaubaren Scharen mitgealterter weiblicher Bewunderinnen auftritt.

Gerade liegt wieder ein Angebot auf dem Tisch. Eine neue TV-Show will ehemalige Stars der 80er gegeneinander antreten lassen. Alex ist sauer auf Riley, als er erfährt, dass man hier nicht singen, sondern kämpfen soll. Zum Glück schneit eine weitere neue Option ins Haus, und was für eine. Die etwas abgedrehte, aber momentan total angesagte Pop-Prinzessin Cora Corman (Haley Bennett) bekennt sich als Fan der alten PoP!-Songs und bittet Alex, ein Duett für sie und ihn zu schreiben - allerdings hat er hierfür nur wenige Tage Zeit. So weit, so gut - nur hat Alex seit Jahren keine neuen Songs mehr geschrieben, und noch nie einen Text.

Wie es der Zufall will, platzt genau zum richtigen Zeitpunkt die leicht überdrehte Sophie Fisher (Drew Barrymore) ins Fletchers Wohnung und vertritt seine langjährige Pflanzenpflegerin, die verhindert ist. Ohne es zu wollen offenbart die junge Frau Talente zum Texten, doch als Alex sie bittet, ihm zur Seite zu stehen, traut sie sich dies nicht zu und flieht. Mit Charme und Penetranz schafft es Alex aber dann schließlich doch, Sophie zumindest zu einem Versuch zu überreden. Und so sitzen sie dann in seiner New Yorker Wohnung und suchen nach Melodie und Text - die aber alles andere als leicht zu finden sind. Beneidet von ihrer Schwester Rhonda (Kristen Johnston), einem großen Pop!-Fan, lernt Sophie Alex immer besser kennen, und so kommen sie musikalisch dann doch weiter und sich immer näher. Die Frage ist nur, was Cora zu dem Song sagt und was passiert, als Sophie und Alex keinen Grund mehr haben, Tag und Nacht zusammen zu hocken...

"Mitten ins Herz" beginnt sehr schwungvoll und bereitet mit den Bildern von PoP! aus den 80ern Freude, denn die Band erinnert optisch und auch musikalisch stark an Wham und generell die damalige Zeit, in der man oft noch mit recht einfachen Mitteln Musik und Videos produzierte. Hugh Grant spielt prima, auch weil es mal wieder eine typische Rolle für ihn ist, und Drew Barrymore hat ja schon in vielen ähnlichen Komödien bewiesen, dass dies auch ihr Metier ist. Die Charaktere des Films sind gut ausgearbeitet, auch Riley, Rhonda und Cora bereiten Freude. Die Handlung weiß zu Beginn mit einigen guten Gags zu erfrischen, bekommt dann aber mehr und mehr ihre Längen, vor allem wird sie mehr und mehr vorhersehbar.

Ganz hervorragend ist die Musik im Film. Sowohl die Songs von Adam Schlesinger als auch das schwer eingängige "Pop Goes My Heart" von Andrew Wyatt und Josh Deutsch passen optimal ins Bild. Die alten Hits aus den 80ern klingen genau so, wie man damals Hits machte - vermutlich wären sie damals sogar welche geworden. Dass Hugh Grant selbst einige Songs singt, zeigt mal wieder, dass gute Produktion die halbe Miete ist, denn die Titel klingen durchaus anständig. Und die Cora-Stücke passen wunderbar in den Hype um heutige Teenie-Idole. Zudem brennen sich einige der Songs des Films so ins Ohr, dass man sie auch nach Verlassen des Kinos noch vor sich hin summt.

Alles in allem eine lockere, leichte, beschwingte Liebeskomödie, die viel Spaß bereitet, auch wenn die Handlung schwer vorhersehbar ist. Gerade diejenigen, die mit der Musik der 80er groß geworden sind, werden ihre garantierte Freude an diesem Streifen haben - doch nicht nur sie.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)


Ein abgehalfterter Musiker, der seine beste Zeit als Mitglied einer 80er-Boyband hatte, und ein Popsternchen, deren Platten sich millionenfach auf der ganzen Welt verkaufen – wie soll das denn zusammenpassen?

Ganz einfach, der Teeniestar Cora (Haley Bennett) sucht händeringend nach jemandem, der ihr für ihr neues Album noch eine Ballade schreibt. Und da Alex Fletcher (Hugh Grant) außer verblasstem Ruhm auch noch einen findigen Manager (Brad Garrett) zu bieten hat, ist der Kontakt zu Cora schnell hergestellt. Doch die Sache hat einen gewaltigen Haken: wäre Alex so ein begnadeter Songschreiber, läge sein Soloalbum sicher nicht wie Blei in den Regalen der Plattenläden. Aber Geldmangel und Überredungskünste bringen ihn schließlich zuhause ans Klavier. Wenn doch nur der Zeitdruck und seine mangelnde Kreativität beim Texten nicht wären...

Für solche Situationen jedoch hält die Dramaturgie der Hollywood-Romanze gern den Kollegen Zufall bereit, und der erscheint hier in Form der süßen, etwas eigentümlichen Pflanzenpflegerin Sophie (Drew Barrymore). Die nämlich liefert, während sie sich um Alex Pflanzen kümmert, eher beiläufig den griffigen Text zur dahingeklimperten Melodie. Na, wenn das mal kein Wink für die Zusammenarbeit der beiden ist. Und natürlich kommen sie sich während der langen gemeinsamen Musiksessions sehr schnell näher.

So bastelt Regisseur Marc Lawrence hier eine Liebesgeschichte zusammen, die zwar recht anrührig inszeniert und nett anzuschauen ist, aber ansonsten nur seicht dahinplätschert. Hugh Grant gibt mit dem etwas schüchternen, trotteligen Berufsjugendlichen, mal wieder exakt den Hugh Grant, den man schon zur Genüge kennt, und so wäre Alex mit den Charakteren seiner diversen anderen Werke beliebig austauschbar. Da bietet die Figur der Sophie mit ihren liebeskummerbedingten Macken schon mehr Facetten als die Figur des durchschnittlichen "netten Mädchens von nebenan".

Und wäre da nicht Alex vergangener Ruhm, der mit seinen wenig eindrucksvollen Auftritten bei Schul-Ehemaligentreffen oder in spärlich besuchten Freizeitparks thematisiert wird und einem so das Schicksal vieler Stars von gestern vor Augen führt, würde man sich streckenweise doch ziemlich langweilen. Dafür wird man nur durch die eingängigen Songs und nicht zuletzt ein naturgetreues 80s-Retro-Musikvideo gleich zum Anfang ordentlich entschädigt.

Wertung: 5 von 10 Punkten

(Mick)


 

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