OPERATION KINGDOM
Darsteller:  Jamie Foxx, Jennifer Garner, Ashraf Baron, Chris Cooper
Regie:  Peter Berg
Dauer:  110 Minuten
Weblink:  movies.uip.de/operationkingdom
 

Eines wird einem schon im Vorspann signalisiert, nicht dass man noch auf falsche Gedanken kommt: Achtung, keine Amerika-Glorifizierung in diesem Film! Zu diesem Zwecke bekommt man gleich anfangs eine geballte Ladung Fakten zur Geschichte amerikanisch-saudi-arabischer Beziehungen aufgetischt, und die sind für die amerikanische Seite nicht immer sehr schmeichelhaft. In diesem Zuge werden aber auch sofort die Hintergründe deutlich, vor denen sich die eigentliche Geschichte abspielt, und die sich wie so oft hauptsächlich um ein Thema drehen: Geld.

So stehen in Zeiten des islamistischen Terrorismus die Wirtschaftspartner USA und Saudi-Arabien auch eng zusammen, als auf US-Ölfirmenangehörige in Riad ein Sprengstoffanschlag verübt wird, bei dem mehr als 100 Menschen den Tod finden. Im Wissen um mangelhafte Ermittlungen der saudischen Kräfte erlangt das Team um FBI-Agent Fleury (Jamie Foxx) auf diplomatischem Wege die Erlaubnis, diese vor Ort bei der Suche nach den Tätern unterstützen zu dürfen und gerät dort in ein Feld ungeahnter Widerstände. Und so sehr zu Beginn mit dem Zaunpfahl gewinkt wurde, so nötig erscheint es einem im weiteren Verlauf gewesen zu sein, denn Regisseur Peter Berg macht erstmal ordentlich Stimmung gegen die Araber. Er inszeniert den Kulturschock bei Ankunft in Saudi-Arabien zwar überaus einfühlsam, man kann aber die Abneigung gegen die amerikanischen Helden förmlich mit den Händen fassen. Und umgekehrt verkörpert jeder Araber als potenzieller Attentäter eine Gefahr. Dieses Schema wird erst aufgebrochen, als der saudische Polizeioffizier AlGhazi (Ashraf Baron), der für die Betreuung der Amerikaner abgestellt wurde, seine menschlichen Züge offenbaren darf. Damit kriegt der Streifen gerade noch die Kurve, bevor die Dinge völlig aus dem Ruder laufen.

Das letzte Drittel des Films fliegt einem nämlich gnadenlos um die Ohren. In einer an Actionsequenzen kaum zu übertreffenden Entführung eines FBI-Mannes mit anschließender Befreiungsaktion aus der Islamistenzelle kann man sich dann nur noch anschnallen. Nur gut, dass man als Moral von der Geschichte noch mit auf den Weg bekommt, dass der Feind, den es zu bekämpfen gilt, nicht der Islamismus sondern der beiderseitige Hass ist.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Mick)