OVERDRIVE
Darsteller:  Scott Eastwood, Freddie Thorp, Ana de Armas, Clemens Schick
Regie:  Antonio Negret
Dauer:  96 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.overdrive-film.de
Facebook:  facebook.com/Overdrive.DerFilm
 

Dass auch die Franzosen Auto-Action können, wissen wir spätestens seit Luc Bessons Beteiligung an diversen erfolgreichen Produktionen dieses einschlägigen Genres ("Taxi", "The Transporter"). Worauf aber dieser Film abzielt, ist schon nach wenigen Augenblicken offensichtlich: rauf aufs Trittbrett der nicht aufzuhaltenden "Fast & Furious"-Reihe und auch ein möglichst dickes Stück vom verlockenden, großen Kuchen abbekommen.

Dabei geht es ihm, soviel ist klar, weniger um die Übermittlung irgendeiner, wie auch immer gearteten Botschaft als vielmehr darum, sein benzinaffines Publikum dadurch zu unterhalten, es mit inflationären Autojagden mal wieder ordentlich krachen zu lassen. Dass aber hinter jeder guten Unterhaltung ein zumindest in Rudimenten plausibles Drehbuch steht, - nun gut, auch so manchem "Fast & Furious"-Teil ist das nicht unbedingt zu attestieren - scheint sich noch nicht überall herumgesprochen zu haben. Wie anders ist es zu erklären, dass mit den gleich zum Einstieg eingeführten Brüdern Garrett (Freddie Thorpe) und Andrew Foster (Scott Eastwood) zwei wahre Milchbubis ausziehen, um die Unterwelt der Côte d'Azur das Fürchten zu lehren. Das wird leider auch dadurch nicht besser, dass die beiden Schönlinge nach dem ersten Fehlschlag fortan gut sichtbare Schrammen in den hübschen Gesichtern mit sich herumtragen, wenngleich das zumindest als Schritt in die richtige Richtung zu werten ist.

Die ausgebufften Diebe exklusiver Sportwagen jedenfalls, die man ihnen zu keiner Sekunde auch nur annähernd abnimmt, nehmen es hier mit dem Gangsterboss Jacomo Morier (Simon Abkarian) auf, dessen Autosammlung allzu verlockend ist. Ihr geplanter Coup aber führt eher ungeplant über dessen Erzfeind Max Klemp (Clemens Schick), dem sie in kürzester Zeit eine Luxuskarosse entwenden sollen. Das ist alles, was die Drehbuchautoren Derek Haas und Michael Brandt ("2 Fast 2 Furious", "Wanted") an Plausibilität zu bieten haben. Der Rest, sei es die Verstrickung der beiden in die Privatfehde der Gangster oder ihre Verstärkung durch die befreundete Trickdiebin Devin (Gaia Weiss), die ihnen in Modelqualitäten in Nichts nachsteht, ist arg konstruiert.

Da wundert es auch nicht, dass Regisseur Antonio Negret mit seiner Umsetzung grandios scheitert. Gibt er zwar mit der Inszenierung der Autostunts sein Bestes, die auch tatsächlich, so unnütz sie manchmal wirken mögen, höheren Ansprüchen genügen, so beliebig austauschbar sind die Figuren, die sich zu allem Überfluss auch noch an Coolness und blöden Sprüchen übertreffen. Abgesehen vom Anblick wirklich hübscher Menschen bleibt da unter dem Strich nur die Freude am Betrachten schöner, alter Sportwagen in Aktion. Die Zerstörung des millionenschweren Materials allerdings - noch ein Gedanke, der einen die ganze Zeit beschäftigt - wird von den Autonarren in den halsbrecherischen Jagden jederzeit billigend in Kauf genommen.



Wertung: 1 von 10 Punkten

(Mick)