PADDINGTON 2
Darsteller:  Hugh Grant, Hugh Bonneville, Sally Hawkins, Julie Walters, Brendan Gleeson
Regie:  Paul King
Dauer:  96 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.paddington.com/de
Facebook:  facebook.com/PaddingtonBear
 

2014 war es, als wir im Kino als Realfilm mit ansehen konnten, wie der aus der Kinderbuchserie von Michael Bond bekannte Bär von seiner Tante Lucy im heimischen Peru als blinder Passagier auf ein Schiff nach England gesetzt wurde. In London nahm sich schließlich Familie Brown seiner an und benannte ihn nach seinem Fundort, dem Bahnhof Paddington. Nach jeder Menge Chaos und Flucht vor der bösen Tierpräparatorin Millicent gab es - wenig überraschend - ein Happy End, und Paddington wurde von den Browns als neues Familienmitglied aufgenommen.

Drei Jahre später kehrt der niedliche, pelzige Bär mit rotem Schlapphut zurück auf die Leinwand. Da sich Paddington inzwischen schon gut bei den Stadtmenschen eingelebt hat und überall beliebt ist, verzichtet Regisseur Paul King, der auch wieder - diesmal zusammen mit Simon Farnaby - das Drehbuch geschrieben hat, glücklicherweise auf die Überdosis Slapstick, die im ersten Film stellenweise nervte, weil es einfach zu viel war. Natürlich gibt es auch im zweiten Teil noch Slapstick-Einlagen, aber diesmal genau richtig portioniert. Und nicht nur dies, auch die Handlung überzeugt und sorgt dafür, dass "Paddington 2" noch ein ganzes Stück besser ist als Teil 1.

Statt Nicole Kidman gibt diesmal Hugh Grant den Bösewicht, der in einer witzigen, mit feiner Ironie gespickten Rolle als narzistischer ehemaliger Schauspiel-Star Phoenix Buchanan Spaß bereitet. Während Paddington sich mit kleinen Jobs Geld für ein Pop-Up-Bilderbuch über London verdient, das er in einem Antiquitätenladen gesehen hat und welches er Tante Lucy zum 100. Geburtstag nach Peru schicken möchte, bricht Buchanan in das Geschäft ein und entwendet das Buch - dieses birgt nämlich ein Geheimnis. Fälschlicherweise wird Paddington verdächtigt und landet im Gefängnis. Die Browns versuchen, den Fall aufzuklären, doch der wirkliche Dieb scheint ein Verwandlungskünstler zu sein.

Süß wie Paddingtons geliebte Orangenmarmelade kommt der Film daher, dazu witzig und mit einer bärigen Portion Warmherzigkeit. Das gefällt nicht nur in der Vorweihnachtszeit, der Streifen ist hier aber sicher erneut gut platziert. Die bekannte Besetzung der Familie Brown mit Hugh Bonneville (Mr. Brown), Sally Hawkins (Mrs. Brown), Madeleine Harris (Tochter Judy), Samuel Joslin (Sohn Jonathan) und Julie Walters (Mrs. Bird) ist wieder gut anzuschauen, vor allem aber hat man Freude an Hugh Grant mit seinem selbstironischen Spiel, und auch Brendan Gleeson als Sträfling steuert seinen Teil bei. Dass Paddington in der deutschen Synchronisation erneut von Elyas M'Barek gesprochen wird, soll hier eher als Randnotiz erwähnt werden, denn dies ist nicht entscheidend für den großen Spaß, auch wenn er seine Sache sicherlich wieder gut macht.

Auch visuell hat der Film einiges zu bieten, mit gut eingestreuten Rückblicken, mit einigen verträumten Verschmelzungen von Paddington und der Welt des Pop-Up-Buchs, und natürlich mit der Figur Paddington selbst inmitten der Realwelt. Bei dieser gerät inzwischen niemand mehr ins Staunen, dass es sich um einen Bären handelt, Paddington ist fast schon zum Mensch mutiert, nur dass man ihn am liebsten ständig knuddeln und streicheln würde. Gewürzt wird das Ganze mit für den erwachsenen Zuschauer sehr geschickt gesetzten, fast schon unterschwellig wirkenden Reminiszenzen an Momente aus Film und Realität. In der Summe ergibt dies kurzweiliges, sehr zu empfehlendes Popcorn-Kino für die ganze Familie.



Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)