PARIS KANN WARTEN
Darsteller:  Diane Lane, Arnaud Viard, Alec Baldwin
Regie:  Eleanor Coppola
Dauer:  92 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website:  www.tobis.de/film/paris-kann-warten
Facebook:  www.facebook.com/tobisfilmclub
 

Nachdem Francis Ford Coppola ("Der Pate"-Trilogie, "Apocalypse Now", "Cotton Club") ja nicht zu Unrecht als Regielegende gilt und seine Tochter Sofia Coppola ("The Virgin Suicides", "Lost In Translation", "Die Verführten") in Daddys Fußstapfen getreten ist und auch sehr erfolgreich Regie führt, liefert nun etwas überraschend auch seine Ehefrau Eleanor Coppola im vorangeschrittenen Alter von 81 Jahren ihr Spielfilmdebüt im Regiestuhl ab, war sie doch bisher nur für Dokumentationen verantwortlich. Grund hierfür ist ein eigenes Erlebnis bei einem Aufenthalt an der Seite ihres Gatten, auf dem "Paris kann warten" nun basiert, das sie also mit uns teilen möchte.

Während der Filmfestspiele in Cannes stattet Hollywood-Produzent Michael Lockwood (Alec Baldwin) mit seiner Frau Anne (Diane Lane) der Côte d'Azur einen Besuch ab, hat aber auf Grund seiner Geschäfte kaum Zeit für seine Frau, geschweige denn für die Schönheit der französischen Küstenlandschaft. Umso schöner ist es da, dass die beiden sich vorgenommen haben, ein paar freie Tage in der Gegend an das Geschäftliche anzuschließen. Leider zerschlägt sich dieser Plan, als Michael spontan nach Budapest reisen muss, wo es Probleme mit einem Film gibt. Anne ist reisemüde und hat Kopfschmerzen, so dass sich Michael entscheidet, sie nicht mitzunehmen, sondern seinem französischen Geschäftspartner Jacques (Arnaud Viard) anzuvertrauen, der sie nach Paris bringen soll, wo Michael dann wieder zu ihr stoßen würde. Aus den geplanten paar Stunden Fahrt in die Hauptstadt wird ein unterhaltsamer, mehrtägiger Roadtrip, denn schließlich ist Jacques Franzose und möchte Anne so viel von der Schönheit der Landschaft wie auch den Gaumenfreuden der landestypischen Küche nahe bringen, flüssige Besonderheiten natürlich nicht ausgeschlossen. Zuerst ist Anne wenig begeistert, schließlich wird von eigentlichen Plan abgewichen, dann aber findet sie mehr und mehr Gefallen an dem, was sie zu sehen und zu schmecken bekommt.

"Paris kann warten" ist eine Ode an das "Savoir-vivre", die Kunst, zu leben und nicht nur zu existieren. Nirgendwo wird diese mehr gelebt als in Frankreich, dem Land kultureller Schönheiten und des Genusses, wobei es gar nicht mal immer Haute cuisine sein muss - aber stilvoll sollte es schon zugehen, zumindest in Kreisen von Anne und Jacques. Der Film spricht dann auch die Sinne an, und als Zuschauer erfreut man sich an Bildern von der Pont du Gard, Kirchen oder schönen Landschaften ebenso wie man Appetit bekommt vom ausgiebig gezeigten Kulinarischen. Die Handlung gibt ansonsten allerdings nicht allzu viel her und die Charaktere behalten auch ihre eher oberflächliche Färbung, gehen nicht in die Tiefe. Die einzige Spannung wird dadurch erzeugt, dass man überlegt, ob der natürlich charmante und Flirt-gewandte Jacques mehr von Anne will als ihr nur Frankreichs Vorzüge zu zeigen, wovor Michael sie übrigens mehrfach warnt, und ob Jacques im Endeffekt sogar ein Gauner sein könnte, der Frauen ausnutzt. Ansonsten aber ist "Paris kann warten" hauptsächlich ein nett anzuschauendes Werbevideo für Frankreich und seine Lebensart.



Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)