SPUREN EINES LEBENS
Darsteller:  Claire Danes, Vanessa Redgrave, Mamie Gummer, Patrick Wilson
Regie:  Lajos Koltai
Dauer:  117 Minuten
FSK:  freigegeben ab 6 Jahren
Weblink:  movies.uip.de/spureneineslebens
 

Es ist ein Film über Erinnerungen. Über Entscheidungen und vertane Möglichkeiten. Von denen hält doch jedes Leben einige bereit, über die man auch schon mal in einer stillen Stunde nachdenkt.

So ergeht es auch Ann Grant (Vanessa Redgrave), die, den Tod vor Augen und kaum noch bei Kräften, in ihrem Sterbebett im Beisein ihrer Töchter ein Wochenende vor 50 Jahren reflektiert, das ihr Leben entscheidend geprägt hat.

Damals reiste sie (Claire Danes) mit ihrem Freund und Bruder der Braut zur Hochzeit ihrer besten Freundin Lila (Mamie Gummer) und musste dort miterleben, wie Zweifel immer mehr von Lila Besitz ergriffen, denn tief in ihrem Herzen liebte die heimlich den smarten Harris und fürchtete sich vor einer weichenstellenden Fehlentscheidung, die sie womöglich das Glück ihres Lebens kosten würde. Noch auf der Hochzeitsfeier erlag auch Ann Harris‘ Charme und entschied sich gegen ihren Freund, den etwas zu partysüchtigen Lebemann. Der war davon wenig begeistert und kam noch in dieser Nacht unter den unglücklichen Umständen überkochender Emotionen und festlichen Alkoholkonsums bei einem tragischen Unfall ums Leben.

Geplagt von Schuldgefühlen durchlebt nun die sterbende Ann noch einmal dieses unsägliche Wochenende und lässt ihre beiden Töchter teilhaben an ihrem Hadern mit den damaligen, so bedeutungsvollen Entscheidungen. Und vor denen ist niemand gefeit, wenn es um die Gestaltung seines Lebens geht. So auch nicht ihre Töchter, denn während sich die Eine schon vor geraumer Zeit festgelegt hat und in ihrem geordneten Familienleben aufgeht, steht für die sprunghafte Andere, die gerade von ihrer Schwangerschaft erfahren hat, gerade eine große Entscheidung an.

Immer wieder springt Regisseur Lajos Koltai zwischen den verschiedenen Zeitebenen hin und her und bringt einen mit den Rückblenden den Gedankenspielen der kranken Ann sehr nahe. So gelingt es dieser Verfilmung des Bestseller-Romans „Hochzeitsnacht“, das Thema Liebe und Lebensentscheidungen, das ja in jeder Zeit eine Rolle gespielt hat, als roten Handlungsfaden durch die Geschichte mehrerer Generationen zu ziehen. Dabei merkt man ihr durchaus die einfühlsame Drehbuchadaption von Michael Cunningham („The Hours“) an, die die Schicksale der Figuren geschickt miteineinander verknüpft und so den Spannungsbogen über die gesamte Zeit hält. Man nimmt teil an den großen Gefühlen des Lebens, transportiert durch wunderbare Darsteller, allen voran Claire Danes, die fesseln und ein Abgleiten ins Pathos verhindern.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)