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Eigentlich hat niemand damit gerechnet, dass die Backstreet Boys nach ihrem Best-Of-Album "Greatest Hits" im Jahre 2001 noch einmal zusammen zurück kommen würden - so ist das halt bei den Boybands. Aber siehe da, aus den Boys sind Männer geworden, und nach über 73 Millionen verkauften Alben weltweit in den 90ern wollen es die Backstreet Boys nun doch auch im neuen Millennium noch einmal wissen. "Never Gone" heißt ihre Scheibe, und dieser Titel ist weit blöder als die darauf zu findende Musik. Natürlich waren sie weg, hatten keine Lust mehr auf Teenie-Gekreische und all den Stress, stürzten sich lieber auf Paris Hilton oder in den Alkoholismus. Beides ist vorbei, und so geht es mit neuen Kräften zurück in die Charts. Dass sie dort landen werden, daran braucht man nicht zu zweifeln, ist der Longplayer doch sehr geschickt gestrickt. Die Backstreet Boys bieten keinen typischen Boyband-Sound mehr wie bei "Backstreet's back" oder anderen Stücken, sondern eher groß aufgezogenen Pop, gerne auch mit klassischen Streicher im Hintergrund wie beim Opener, der guten Single "Incomplete". Generell ist die Scheibe sehr zielsicher komponiert und sauber produziert - guter Pop mit sehr viel Chartpotenzial, hier und da auch einer auflockernden Portion Rock. Anständig - kann man gut durchhören, ohne viel nachdenken zu müssen.

 

Hier ein Interview, welches Ende Mai in Köln mit den Backstreet Boys geführt wurde:

Frage: Das Album heißt "Never Gone". Für die meisten Leute sieht es allerdings eher danach aus, als ob ihr – abgesehen von Nick - in den letzten 4 Jahren komplett von der Bildfläche verschwunden wart.

Howie: Wir haben vor 4 Jahren eine Pause unserer Gesundheit zuliebe genommen. Wir hatten alle das Gefühl, dass das nötig ist, weil wir davor 8 Jahre nicht zur Ruhe gekommen sind. Wir brauchten einfach Zeit, um uns auszuruhen, was wir am Ende unserer letzten Tour "Black & Blue" merkten. Wir hatten alle keine Kraft mehr. Außerdem sind so viele Sachen passiert: der 11. September, AJ ging in den Entzug, das ganze Ende der Tour hatte einen schlechten Beigeschmack. Wie gesagt, wir haben dann eine Pause unserer Gesundheit zuliebe genommen, damit jeder von uns die Möglichkeit hatte, seine eigenen Sachen zu verfolgen. Brian hat jetzt einen zweijährigen Sohn, Kevin hat am Broadway gespielt, Nicky hat eine Soloplatte gemacht, und AJ und ich haben ebenfalls an Alben gearbeitet, sowie Brian. Jetzt sind wir wieder zusammen gekommen und haben über 50 Songs für dieses Album aufgenommen, "Never Gone" ist einer der 12 Songs, die auf dem Album sind. Es geht darin eigentlich um Kevins Vater, der verstorben ist. Und der Song sagt einfach, dass er niemals weg sein wird, egal wo er ist, in Kevins Herz ist er immer noch da. Zufällig war das ebenfalls ein passender Titel für das Album. Auch wenn die Leute dachten, wir kommen nicht mehr zusammen, alle gehen getrennte Wege – wir hatten das Gefühl, niemals voneinander entfernt gewesen zu sein. Wir hatten ja in der Zeit auch Kontakt untereinander. Es fühlte sich einfach richtig an, das Album "Never Gone" zu nennen.

Frage: Wie war denn das erste Zusammentreffen?

Brian: Es fühlte sich wirklich gut an, wieder zusammen zu sein! Wir sind zum erstem Mal vor etwas mehr als 2 Jahren wieder zusammen gekommen. Wir alle, also ich, Howie, Kevin und Nick sind nach Chicago geflogen, weil AJ dort bei Oprah Winfrey auftreten sollte. Er und seine Mutter sollten in der Show über seinen Entzug reden und dass er wieder trocken ist. Das war er damals seit einem Jahr. Wir sind also alle nach Chicago geflogen und haben ihn in der Show überrascht. Danach sind wir zu Kevin ins Hotel gegangen und haben darüber gesprochen, wie es weiter gehen soll, über eine neue Platte und eine Tour. Wie Howie schon gesagt hat: Wir hatten alle die Möglichkeit gehabt, unsere eigenen Sachen zu machen und wieder Individuen zu werden, was für eine Zeit auch schön war, weil jeder seine Batterien wieder aufladen konnte, sowohl was die eigene Person als auch das Geschäftliche angeht. Einfach um in besserer mentaler Verfassung zu sein, um ein erneutes Arbeiten miteinander wieder zu wollen. Wir haben das ja auch alle vermisst. Wir haben die Fans vermisst, und wir haben die besten Fans auf der ganzen Welt! Sie haben uns immer sehr unterstützt, sowohl als Einzelpersonen als auch als Band. Letztes Jahr haben wir den 12. BSB Geburtstag gefeiert, es ist also schon eine ganz schön lange Zeit!

Frage: In Chicago habt ihr also zum ersten Mal daran gedacht, überhaupt wieder zusammen zu arbeiten?

Brian: Als wir uns in Chicago getroffen haben, hatten wir vorher schon das ein oder andere Mal darüber gesprochen, wieder was zusammen zu machen. Wir dachten natürlich vorher nicht dran, dass Chicago der entscheidende Moment für den Wiedereinstieg wird, weil wir schon Monate davor davon gesprochen hatten. Ich habe mit AJ und Kevin telefoniert, Kevin mit Howie, ich mit Nick, Kevin mit Nick – also wir haben Telefon-Pingpong (playing telephone tag) gespielt, um herauszufinden, wie es bei jedem einzelnen mental aussieht, ob wir das alle wollen, wieder zusammenzukommen und neu anzufangen. Und als wir uns dann in Chicago alle trafen – jemandem gegenüber zu stehen ist anders als mit ihm zu telefonieren. Die Show war sehr emotional, wir sind alle sehr stolz auf AJ, seit 3 Jahren ist er nun trocken. Er hat sein Leben umgekrempelt und wir sind stolz auf ihn. Es ist gut, zurück zu sein!

Frage: Habt ihr ihn aktiv im Entzug unterstützt?

Howie: Kevin hatte Gelegenheit, ihn dort zu besuchen. Wir alle – wir haben ja die Tour für ihn abgebrochen. Uns war klar, dass am Ende unsere Gesundheit viel wichtiger ist, als jeder Erfolg. Wir hatten den Eindruck, dass es nicht richtig wäre, ohne ihn weiter auf Tour zu gehen. Er brauchte Zeit, um seine Sachen zu regeln, und um trocken wieder zurück zu kommen. Wir haben ihn also schon unterstützt.

Frage: War das nach vier Jahren individuellem Leben nicht auch schwer, sich wieder in eine Gruppe von fünf Leuten einzufügen?

Howie: Ich weiß nicht, ob das schwer war. Wir alle müssen Kompromisse eingehen, um in dieser Band zu sein, das ist die eine Sache. Es geht nicht nur um dich. Die Chance, die sich für uns durch die Pause ergab war, dass wir uns selbst finden konnten. Manchmal verliert man sich selbst, wenn man in einer Band ist, du hast keine Individualität mehr und keine Kontrolle über dein eigenes Leben. Du bist auch verantwortlich für vier andere Leute. Es hat also Höhen und Tiefen, aber letztendlich fühlen wir uns alle stärker als Band, als als Individuen. Als wir vorhin über die Fans gesprochen haben: Egal, wo wir waren, oder was wir taten, die Fans haben uns auch als Individuen unterstützt. Aber es kamen natürlich immer wieder Fragen wie: Wann kommt das nächste Backstreet Boys Album? Wir merkten also, dass wir wohl als Ganzes besser sind. Als wir dann wieder zusammen waren, war sofort wieder alles in vollem Gang. Ich hab gestern noch zu Brian gesagt: Als wir in England waren, dachte ich, dass ich gar nicht sagen kann, ob das letzte Mal schon lange her ist oder gerade erst gestern war. Das vermischt sich. Es fühlt sich - zumindest für mich, ich weiß nicht wie es bei den anderen Jungs aussieht – wie ein kurzer Moment an (schnippt mit den Fingern), und überhaupt nicht wie eine Pause.

Frage: Wie war der erste Tag im Studio?

Brian: Der erste Tag im Studio war ein bisschen schwierig. Wir haben ja jeder einzeln viele neue Sachen kennen gelernt, wie Howie schon gesagt hat. Einige von uns haben in der Pause weiterhin gesungen, andere nicht. Wir mussten also versuchen unsere Stimmen (Chops, heißt eigentlich Kotelett, meint aber hier wohl Stimmvolumen, Lunge, etc…) wieder zu bekommen. Das war hart für mich, weil ich die Zeit davor Windeln gewechselt, und kein bisschen gesungen habe. Klar, Kinderlieder, aber das reicht nicht für eine Studiostimme. Bei mir hat es eine Woche gedauert, bis die Stimme wieder da war. Aber bei jedem von uns hat es dann schnell gepasst, es hat nicht lange gedauert, bis jeder wieder in seiner individuellen Rolle in der Band war und wir wieder genau da waren, wo wir früher auch als Band waren. Es war gut und ziemlich entspannt. Wir haben anderthalb Jahre an dieser Platte gearbeitet, so lange haben wir noch nie an einem Album gesessen. Wir wollten uns nicht abhetzen und es erst mal offen halten, in welche Richtung die Musik geht, den Kopf dafür freihalten, und jetzt sind wir alle fünf sehr stolz auf jeden Song auf dem Album. Wenn wir jetzt auf unser Album "Millenium" zurück blicken – so haben wir uns damals auch gefühlt. Wir sind mit dem Aufbau der Songs auf dem Album sehr glücklich.

Frage: Wie sah die Arbeit an dem Album aus? Was gab es für Einflüsse?

Howie: Wir haben einiges selbst geschrieben. Kevin hat von den Songs, die es aufs Album geschafft haben, "Never Gone" geschrieben. Ich hab einen Song geschrieben, der als Bonustrack drauf ist, ich weiß nicht, ob auch hier in Deutschland, aber auf jeden Fall war er in Japan als B Seite auf der Single "Incomplete" drauf, auch in England. Zusammen haben wir einen Song geschrieben, der heißt "Rush In Through Me" (???). Das war wirklich cool, wir hatten das erste mal die Möglichkeit, wieder einen Song zusammen zu schreiben, seit wir auf den Bahamas das "Black & Blue" Album geschrieben haben. Das war vor 5, 6 Jahren. Eine tolle Erfahrung, wir haben gemerkt, wo jeder seine Stärken hat, wenn wir zusammen schreiben. Einer hat mehr an den Melodien gearbeitet, einer mehr an den Texten, und Kevin war der oberste Kritiker. Er hat uns gesagt, was cool ist und was nicht. Seine Rolle ist eben die des kreativen Beraters. Aber es war gut. Es gibt einen Song auf dem Album …(überlegt, dann zu Brian)…wie heißt der noch mal? "Weird World"! Da geht es um den 11. September. In dem Song heißt es: "Ich soll in dieses Flugzeug steigen, aber ich werde kein Ticket kaufen… Es ist fast wie am "Orange Day" (Feiertag der protestantischen Iren): Hier sind wir, nach Hause zurück gekehrt, aber gleichzeitig sind wir auch im Krieg. Es beschäftigt sich schon damit, wie das unser Leben in den letzten vier Jahren beeinflusst hat.

Frage: Habt ihr denn jetzt Angst, in ein Flugzeug zu steigen?

Brian: Nein, es gibt ja strenge Sicherheitskontrollen. Das Reisen hat sich für immer verändert. Mein kleiner Sohn wird nie wissen, wir das ist, auf den letzten Drücker am Flughafen anzukommen und es gerade noch ins Flugzeug zu schaffen. So wird es nie wieder sein. Aber diese Welt ist jetzt genau deswegen auch sicherer. Nur weil sich der 11. September auf amerikanischem Boden ereignet hat, bedeutet ja nicht, dass es nur Amerikaner betroffen hat. Die ganze Welt war betroffen. Es ist schrecklich, dass erst solche Tragödien passieren müssen, damit die Welt zusammen rückt, und alles aus einer Perspektive sieht. Für mich ist das schwer zu verstehen.

Frage: Um noch mal auf die Studioarbeit zurück zu kommen: Wie sah das genau aus?

Howie: Das meiste haben wir in Los Angeles aufgenommen. Fast alle von uns haben da ein Haus. Brian und ich auch, obwohl wir da nicht die meiste Zeit wohnen, es sind eher ein Zweithäuser. Aber es ging gut. Als erst mal wieder alles seinen gewohnten Gang lief, war es wie bei jedem Album davor. Alle kamen ins Studio, nahmen ihre Parts auf, wir hingen zusammen rum, haben Videospiele gespielt oder telefoniert. Ein paar mal haben wir zusammen Refrains aufgenommen, damit es sich voller anhört. Aber meistens ist es so, dass jeder von uns einzeln ins Studio geht, um seine Strophe oder den Refrain aufzunehmen. Das ist ein 8-10 Stunden Tag. Erst als wir den 50. Song aufgenommen haben wurde es ein bisschen monoton. Aber wir haben nur deswegen 50 Songs aufgenommen, weil wir . wie Brian schon sagte – uns offen halten wollten, wohin es geht. Wir haben mit einer R'n'B Richtung angefangen und etwa in der Mitte der Aufnahmen kam Max Martin dazu, der berühmte Produzent, der alle unsere vergangenen Hits produziert hat. Er hatte einen Song für uns, der "Climbing The Walls" heißt, das ging mehr in eine Pop-Rock-Ecke. Von da an ging es mehr in diese Richtung mit dem Album, also in den letzten 6 bis 8 Monaten. Die letzten drei Songs, die wir aufnahmen, landeten direkt auf dem Album.

Frage: Geht ihr eigentlich auch zusammen aus, wenn ihr die ganze Zeit aufeinander hockt?

Brian: Wir machen eigentlich jetzt viel mehr zusammen und verbringen Zeit miteinander. Wir haben einen ganz anderen Respekt voreinander, jetzt wo wir nach der langen Pause wieder zusammen sind. Es ist anders. Wir waren für so viele Jahre an der Spitze, das war auch ein Segen, aber wie Howie schon gesagt hat, wir hatten unsere Individualität vergessen. Nick ist jetzt 25, er hat mehr als sein halbes Leben in der Band verbracht, er war 12, als es mit uns losging. Wir sehen ihn jetzt anders, und er uns auch, weil wir uns gegenseitig verstehen. Wir wissen, wie wir uns gegenseitig reizen können (push someones button), wenn's denn unbedingt nötig ist, bzw. wenn es nicht nötig ist! Nein, wir gehen schon zusammen aus, zum Essen. Erst letzte Nacht waren wir mit der englischen Plattenfirma zusammen essen, haben geredet, über die Zukunft gequatscht, die Tour, damit alle auf der gleichen Wellenlänge bleiben. Es tut gut, Zeit miteinander abseits der Arbeit zu verbringen. Diesmal sollte es zumindest ausgeglichen sein. Heute gehen ein paar von uns Kart fahren, einige gehen schlafen. Mal sehen, was passiert. Man muss das (Kart fahren) eben machen, wenn man hier ist! Das haben wir immer in den letzten 10, 11 Jahren gemacht, wenn wir in Köln waren. Das macht super viel Spaß!

Frage: Wird bei euren Konzerten etwas anders sein?

Howie: Wir tanzen nicht mehr so viel, wir sind ein bisschen älter geworden, deswegen fällt es schwerer, einige Teile des Körper so zu bewegen, wie noch vor ein paar Jahren. Klar, da sind natürlich die typischen Songs wie "Backstreet's Back", "All I Have To Give", Songs, die eine bestimmte Choreographie haben. Aber dieses Album geht ja mehr in eine Pop-Rock-Richtung. Es geht mehr um die Band, um das Live Spielen, deswegen ist nicht so viel Choreographie nötig. Die Show ist also ein bisschen abgespeckt. Im Sommer werden wir wahrscheinlich in Australien und den USA auf Tour gehen, danach kommen wir nach Europa. Die Bühne wird wie gesagt abgespeckter sein. Wir werden nicht alles in die Luft jagen, was geht, Pyrotechnik und so. Nicht so viel Schnickschnack diesmal.

Frage: Ihr spielt also auch die alten Songs auf Tour?

Howie: Wir spielen die alten Songs. Einige haben wir noch mal neu bearbeitet, es gibt neues Grooves und vielleicht auch mit einem anderen Song gemischt. Damit bleibt es auch für uns frischer. Aber die Fans werden die Songs auf jeden Fall erkennen.

Frage: Glaubt ihr, dass sich eure Fans auch verändert haben, bzw. dass ihr jetzt andere Fans habt?

Brian: Ich denke, es hat sich ein bisschen verändert, aber nicht sehr viel. Vor einem Monat haben wir eine kleine Clubtour in den USA gemacht, das waren Konzerte in der Größe von 800 bis 5.000 Leuten. Das Publikum war ein bisschen älter, mehr im College-Alter. Wir haben in einigen kleinen Clubs gespielt, wo sowieso nur 18-jährige und Ältere, bzw. 16-jährige und aufwärts rein durften. Aber wenn man genau geschaut hat, dann hat man auch 7, 8-jährige Kinder mit ihren Eltern gesehen. Außerdem kommen jetzt viel mehr Jungs zu den Konzerten. Sie sehen das jetzt wohl so, dass es jetzt OK ist, die Backstreet Boys zu mögen. Wir sind nicht mehr unbedingt eine Boyband! Da sind wir wohl etwas rausgewachsen, hoffe ich. Auch Erwachsene sind dabei. Unsere Zuschauer sind zwischen 8 und 80 Jahre alt, selbst Großeltern sind im Publikum. Diese Platte haben wir für uns und für unsere Fans gemacht, und die sind nicht nur zwischen 12 und 18 Jahre alt. Wir wollen Leute ansprechen, die Musik lieben, Leute, die gute Musik mögen. Wir haben uns sehr angestrengt, gute, qualitativ hochwertige Musik zu machen. Es ging nie um Quantität, immer um Qualität, die man auch nach zehn Jahren noch hören soll. "Quit Playing Games", "As Long As You Love Me", "All I Have To Give", diese Songs werden immer noch gespielt. Wir hatten großartige Songs und damit wollen wir auch weiter machen.

Frage: Vor den Hotels warten nach wie vor die Mädchen…

Brian. Aber auch ein paar Jungs sind da draußen. Acht oder neun haben wir gesehen, als wir rein kamen und etwa 15-20 Mädchen. Das ist cool. Sie haben Spaß mit unserer Musik und ich denke wirklich, dass sie uns vermisst haben, weil wir sie auch vermisst haben. Es tut gut, zurück zu sein. Alright! Das ist in meinem Kopf einprogrammiert.

Frage: Aber ist es für euch nicht auch ein bisschen seltsam, dass sich die gleichen Szenen abspielen, wie vor ein paar Jahren? Mädchen, die in Hotellobbys sitzen und euch auflauern?

Howie: Es ist auf jeden Fall umwerfend und schmeichelhaft. Ich denke manchmal, wir haben das gar nicht verdient. Wir sind doch nur normale Jungs. Aber irgendwie berühren wir sie, und sie berühren uns. Welcher Mann möchte nicht, dass eine ganze Bande Mädchen nach ihm schreit? Wir mögen Frauen, damit das mal klar ist.

Frage: Was glaubt ihr, wie die neue Single "Incomplete" bei den Fans ankommt? Brian: Ich denke, die Fans, und auch die Leute die den Song im Radio hören, werden feststellen, dass der Sound älter wirkt. Es gibt zwar immer noch den typischen Backstreet Boys Sound, der den Leuten sehr vertraut ist. Die werden sich fragen: Woher kenne ich diesen Sound? Aber gleichzeitig ist die Produktion ganz anders. Wir reden hier von Live Drums, Live Bassgitarre, Live Akustikgitarre und Live Geigen. Wir haben das Album ganz anders aufgebaut, wir nennen es wirkliche Musik. es ist viel einfacher, den Sound der CD jetzt auf die Bühne zu bringen. Es gibt nicht mehr so viele gebastelte Sounds, Samples oder Synthesiser, die sich nicht echt anhören. es ist einfach wirklich Musik.

Frage: In der Zeit, in der ihr pausiert habt, gab es einen Casting-Show-Boom, aus dem einige Künstler und Bands entstanden sind, die im Grunde nach dem gleichen Schema zusammen gecastet wurden, wie das bei euch damals hinter den Kulissen passierte. Was haltet ihr von diesen Casting-Shows?

Howie: Sie sind, was sie sind. Für jemanden, der in dieses Business einsteigen will, ist das vielleicht die offensichtlichste und jetzt auch einfachste Art, Entertainer zu werden. Vor allem, weil ich weiß, dass es gerade heute sehr schwer ist, einen Plattenvertrag zu bekommen. Die Plattenbranche hat sich sehr verändert zu damals, als wir gerade anfingen. Es verfälscht allerdings auch die Vorstellung davon, was wir als Band und Künstler durchmachen mussten, um einen Plattenvertrag zu bekommen. Aber letztendlich – die Plattenbranche verändert sich, die Leute wollen mehr über Künstler und Bands im TV sehen und sie kennen lernen, bevor sie sich ihre CD kaufen. Es braucht jedenfalls jede Menge Mut, um das zu machen. Nicht nur, dass man von drei Leuten beurteilt wird, sondern auch vom Rest des ganzen Landes.

Frage: Habt ihr irgendwas Spezielles für das einzige Europakonzert am 31.05. in Köln geplant?

Howie: Wir sind alle sehr aufgeregt, wieder hier zu sein, wo alles angefangen hat für uns. Bei der letzten Tour haben wir uns wirklich schlecht gefühlt, weil wir nicht hierhin kommen konnten. Aber das lag eben daran, dass alles den Bach runter ging, AJ ging in den Entzug und unser Zeitplan war im Eimer. Aber wir sind wirklich aufgeregt. Wir haben Deutschland als einziges Land auf unserer Promotour herausgesucht, um hier eine Show zu spielen. Wir wollten was Besonderes machen.

Frage: Wie wird die Show genau aussehen?

Brian: Es werden alte und neue Sachen dabei sein. Die Show basiert auf dem Greatest Hits-Album, auf Chapter One, sowie sieben neuen Songs. Es ist ein Vorgeschmack auf etwas Neues, aber gleichzeitig reden wir auch mit dem Publikum und fragen, ob sie die neuen Songs mögen, wir werden über die Texte reden, wo wir die Songs aufgenommen haben, wer sie produziert hat … Die Leute werden einen Einblick in den ganzen Prozess bekommen.

Frage: Wie lange bleibt ihr diesmal zusammen?

Howie: Wir sind gerade dabei, eine Tour zusammenzustellen, die mindestens ein Jahr dauern wird, weil wir auf der ganzen Welt spielen wollen. Gerade hier, weil wir das das letzte Mal nicht geschafft haben, genauso Australien. Wir würden super gerne in Afrika spielen, wenn das möglich ist. Das wird also etwa ein bis anderthalb Jahre dauern, bis das zu Ende geht. Und danach schauen wir, wie es aussieht, wo wir stehen, und entscheiden, ob wir eine erneute Pause machen oder an einem weiteren Album arbeiten. Uns stehen alle Türen offen und wir fühlen uns zusammen sehr stark. ich denke wir könnten es wie die Eagles oder Aerosmith machen, einfach jahrelang immer da sein. Dafür muss man eine gute Balance zwischen dem Leben als Individuum und dem Leben in den Band halten.

Brian: Wir hatten drei Ziele, als wir als Gruppe wieder zusammen kamen: Erstens, immer 120% für die Band geben, und zwar immer. Zweitens, im Auge zu behalten, wie sich das Album entwickelt, was für ein Style sich entwickeln würde. Drittens, dass wir es diesmal genießen. Füreinander da sein und miteinander reden. Und wirklich aus den Emotionen und der Freundschaft was mitnehmen. Als wir anfingen, hatten wir nichts und jetzt haben wir so viele Ziele erreicht. Wenn ich zu Howie rüber schaue: er hat mir geholfen, jedes Ziel zu erreichen, bei dem ich ihm auch geholfen habe. Das Leben ist schön und das sollten wir auch annehmen. Wie Howie schon sagte: wir sind als Gruppe stärker als als Individuen. Und wir erreichen mehr Leute. Es fühlt sich gut an, zurück zu sein.

(Rezension von Tobi)


Mehr über die Backstreet Boys gibt es auf www.backstreetboys.de.