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Die H-Blockx sind schon seit vielen Jahren in der deutschen Rockszene nicht mehr wegzudenken und als solches auch ein Phänomen, bedenkt man, dass sie neben Hits wie "Risin' High", "Move" und "Little Girl" durchaus nicht mit jeder Scheibe zu begeistern wussten, jedoch immer wieder aufgestanden sind. Mit "No Excuses" gelingt ihnen nun das seit Jahren beste Album und ein erneutes "Aufstehen" der besonderen Art. Nachdem mit Gudze der eigentliche Songschreiber der Band ausgestiegen war, mussten die verbleibenden Haupt-Mitglieder Henning Wehland (Gesang) und Tim Humpe (Gitarre) erst einmal gründlich grübeln, wie es weiter gehen soll. Nicht umsonst trägt das neue Album den Titel "No Excuses". Henning erklärt: "Für uns war es eigentlich so, dass Tim und ich vor einem Jahr vor den Trümmern der Band standen und uns entscheiden mussten, ob wir weiter machen wollen. Wir haben uns gesagt, dass wir alles aus unserem Leben heraus schleudern mussten, was uns davon abhält, eine neue Platte zu machen. Es gab keine Entschuldigung mehr, warum wir keine neue Platte machen wollen". Es ging weiter.

Mit Drummer Steffen Wilmking stieß ein alter Bekannter wieder zur Band, und als Bassist wurde Fabio Trentini verpflichtet, seines Zeichens Produzent der Guano Apes und Donots. Das Ergebnis? Die vielleicht besten H-Blockx aller Zeiten. Mit dem Album-Opener "Leave Me Alone" haben die H-Blockx einen melodischen, knackigen Rock-Ohrwurm am Start, der momentan in den Radiostationen rauf und runter läuft. Und dies ist absolut nicht alles, denn das gesamte Album weiß zu überzeugen, rockig, eingängig, einfach gut. Henning weiß: "Wir stehen mittlerweile immernoch im Saft, sind einfach nicht totzukriegen, definitiv nicht. Die Erfahrung paart sich mit dem jugendlichen Überschwang, den wir nach wie vor verspüren."


Auch eine Cover-Version ist wieder zu hören, "Celebrate Youth", im Original ein energetischer Rick Springfield-Hit aus den 80er-Jahren. "Es war eine Möglichkeit für uns, zu zeigen, wie toll man immernoch die Stücke der 80er-Jahre auf die heutige Zeit interpretieren kann." Nun, hier hatten die H-Blockx schon bessere Neu-Adaptionen (wie "Ring Of Fire") am Start, aber umso besser, wenn die eigenen Stücke mehr überzeugen als Fremdkompositionen. Das Anlehnen an fremde Songs wird inzwischen übrigens locker zugegeben: "'Come Along With You' wird vielleicht den einen oder anderen an einen Song erinnern, den er vorher schon einmal gehört hat. Wenn man sich den Text der zweiten Strophe anhört, da gebe ich das im Prinzip schon mehr oder weniger zu. Das ist so ein Rätsel, was ich gerne jedem mit auf den Weg geben möchte. Es ist nicht ganz wirklich geklaut, aber vielleicht so ein bisschen. Ich geb das in dem Song ja auch zu, und da bin ich auch relativ stolz drauf, dass ich es geschafft habe, mal über meinen Schatten zu springen und mein ständiges Klauen bei anderen Komponisten zuzugeben."

Neben Heimkehrer Steffen taucht auch der eigentlich verlorene Sohn und Zweitsänger Dave Gappa als Art Ehrenmitglied bei "Seeking The Sun" auf dem Album wieder auf, aber auch bei den diesjährigen Festivalauftritten ist er dabei. "Dave und ich sind eigentlich beste Freunde und haben uns häufiger mal in der Sauna getroffen. Da hab ich ihm von H-Blockx erzählt und er meinte, das fände er ein gutes Konzept, und er hätte mal wieder Lust, mit uns Musik zu machen. Das hat dann auch gleich bei den Festivals im letzten Jahr hervorragend funktioniert."

Auch nach vielen Jahren im Business sind die H-Blockx noch nicht müde, im Gegenteil, sie blühen gerade neu auf. Und dies, obwohl Henning zugibt: "Ich wollte in der vierten, fünften Klasse unbedingt Rockstar werden. Das war eine extrem geile Vorstellung irgendwie. Momentan hat sich das Bild in Deutschland so verändert, dass es einen Haufen von Superstars und ähnlichen Phantasiegeburten gibt, die nichts mehr damit zu tun haben, warum ich irgendwann mal angefangen habe, Musik zu machen." Umso wichtiger, dass er mit seinen Jungs weiter rockt!

Mehr zu den H-Blockx findet man auf ihrer Website.

(Tobi)