CTS-MUM
BLOODHOUND GANG (04/98)


Mit Sänger Jimmy Pop zu versuchen ein ernsthaftes Gespräch zu führen, ist ein Versuch, der eigentlich sowieso zum Scheitern verurteilt ist.. Hat man dann auch noch das Pech, ihn an seinem Geburtstag zu erwischen, kann man eigentlich gleich aufgeben. Quirlig, hyperaktiv und vehement Geschenke fordernd hüpft er auf und ab, um der ganzen Welt - wilde Fratzen schneidend - mitzuteilen, daß er das stolze Alter von 25 erreicht hat und dies doch ausgiebig gefeiert werden müsse, da er sich nicht so sicher sei auch die 26 zu erreichen. Schließlich meint er es sei an der Zeit die gute alte Tradition der großen Helden der Musik endlich mal zu unterbrechen und mit 27 zu sterben.
"Nur weil Jim Morrison, Janis Joplin, Jimmy Hendrix und Kurt Cobain das vorgemacht haben, brauche ich das doch nicht nachmachen. Also entweder ich gebe den Löffel ab bevor ich 27 bin oder ich werde uralt. Ich brauche eben immer meine Extrawurst!" räsoniert er vor sich him, um dann sofort auf das nächste Thema - Tättowierungen - zu kommen, von denen er keine hat und selbige Tatsache er sofort durch das Ablegen sämtlicher Kleidungsstücke zu beweisen versucht... "Tattos sind doch gerade so eine Modeerscheinung, in 10 Jahren sind die genauso out wie diese ganzen Anhänger mit Mondsteinen und der Hippiekram, nur lege ich dann meine häßlichen Ketten ab und die anderen laufen noch mit ihren Tattos rum!"

Wie gesagt, ein Gespräch über Musik scheint fast unmöglich zu sein, dabei braucht sich das Quintett aus Pennsylvania musikalisch durchaus nicht zu verstecken. Angefangen von Heavy Metal über HipHop bis zum Pop mixen sie alles, und daraus entstehen Songs, die einfach gute Laune machen, mit Texten die im prüden Amerika allerdings wahrscheinlich dafür sorgen, daß das Album nur gegen Vorlage des Ausweises oder schriftlicher Genehmigung der Eltern erworben werden kann. Aber Jimmy Pop wäre nicht Jimmy Pop, wenn er dazu nicht auch eine Meinung hätte:
"Dieses ganze Gequäsch über Political Correctness stinkt doch jeden halbwegs intelligenten Menschen einfach nur an, dummerweise ist Amerika eben eine Nation die zum Großteil aus Idioten besteht, die verstehen keine Späße und müßen sich eben an so Begriffen wie Politcal Correctness orientieren. Also ich hatte damit noch nie Ärger, eigentlich habe ich total selten Ärger... Fast nie, nur mit meiner Exfreundin, die war total hin und weg als ich ihr erzählte, daß ich 'nen Song für sie geschrieben habe. Nur als sie dann den Titel erfuhr hat sie mir eine gescheuert und war weg. 'Kiss me where it smells funny" fand sie wohl doch nicht so lustig wie ich dachte, aber was hätte ich auch mit so einer humorlosen Zicke auf die Dauer angefangen?"
Sein unschuldiger Blick wirkt dabei sogar fast überzeugend, allerdings wirft das die Frage auf, wie er denn zu Songtiteln wie "I wish I was queer so I could get all the chicks" kommt?
"Ich kenne so viele Schwule die einfach klasse aussehen, die ziehen dann mit tollen Frauen durch die Gegend und haben dann den Nerv auch noch ruhig neben denen zu pennen, währen ich mir selbst... ähhhh, darauf will ich jetzt nicht näher eingehen..."

Noch irgendwelche Fragen, warum Bloodhound Gang das Zeug haben, zur absoluten Kult-Band zu werden? Sie sind einfach so herrlich geschmacklos und nehmen weder sich noch die Welt ernst. Richtig erfrischend!

(Gaby)