CTS-MUM
DREAMSCAPE (05/99)


1990 wurden Dreamscape vom Gitarristen Wolfgang Kerinnis gegründet. Anfangs spielte man Coverversionen von bekannten Bands wie Metallica oder Iron Maiden, ging dann aber immer mehr zu eigenen Kompositionen über. Nach drei recht erfolgreichen Demotapes erschien dann 1997 endlich das Debütalbum "Trace-Like State", welches gute Kritikerstimmen einfuhr und viele Fans brachte. Nun erschien kürzlich "Very", die zweite Scheibe der fünf Jungs, hier nochmal ein Auszug aus der Rezension in MUM: "Auf 61 Minuten wird starker, melodischer Metal geboten, kraftvoll und energetisch, atmosphärisch und dicht, hart, aber nicht zu hart. Der Gesang ist sehr gut, auch die Songstrukturen gefallen mir prima. Ein Album, das neben powervollen auch schön ruhige Momente enthält, abwechlsungsreich und voll überzeugend." Und was macht man, wenn einem eine Scheibe sehr gut gefällt und die Band annähernd greifbar ist? Richtig, man krallt sie sich für ein Interview, und so stand mir Keyboarder Jan Vacik Rede und Antwort. Neben ihm und Wolfgang komplettieren Huby Meisel (Gesang), Bernhard Huber (Drums) und Benno Schmidtler (Bass) die Combo, das nur als kleine Info.

MUM: Hey, ich sehe gerade, daß ich Eurem Album volle Punktzahl beim Rezensieren verpasst habe. Was meint Ihr wohl hat mich dazu bewogen, was gefällt Euch selbst richtig gut an der Scheibe?

J: Ich freue mich, daß das Album Dir gefällt, volle Punktzahl ist 'ne super Sache! Ich denke, daß dich die im Gegensatz zum Debüt positive Atmosphäre, die große Spielfreude und die Abwechslung der Songs dazu bewogen haben.

MUM: Was wollt Ihr mit Euren Texten aussagen?

J: Wir wollen die Stimmung der Songs mit den Texten ausdrücken. Der Zuhörer soll einen Einblick in die emotionale Ebene bekommen.

MUM: Ihr habt mit "Dancing With Tears In My Eyes" einen Ultravox-Klassiker gecovert, was auch gut gelungen ist. Warum habt Ihr diesen Song gewählt?

J: Wir sind froh, daß wir diesen Song gecovert haben. Unserer Meinung nach ist es ziemlich gut gelungen, da wir es geschafft haben, dem Song unseren Stempel aufzudrücken. Es waren auch andere Songs im Gespräch, wie z.B. "Music Was My First Love", der uns dann doch ein wenig zu kitschig war. Zu "Dancing" passt auch Hubys Stimme sehr gut. Ein großer Vorteil ist auch, daß den Song so gut wie jeder kennt, und dieser somit z.B. in Discos gut ankommt. Auch "When Shadows Are Gone" und "Thorn In My Mind" werden mittlerweile oft in den Discos gespielt, ohne daß die Leute von der Tanzfläche verschwinden! Außerdem haben wir alle einen toleranten Musikgeschmack und wollten keinen Song von einer Prog-Rock-Band nachspielen, sondern doch etwas Eigenes kreieren, darum gibt es auch den von uns hinzugefügten Mittelpart.

MUM: Worin unterscheidet sich Euer neues Album "Very" vom Erstling "Trace-Like State"?

J: Das neue Album hat einen anderen Namen und es sind andere Songs drauf - ach Schmarrn! Es sind neue Leute dabei. Huby und Bernhard. Eigentlich kann man mich auch als Neuzugang sehen, da ich während dem Ende der Aufnahme des Debüts zu der Band dazugekommen bin. Ein wesentlicher Unterschied zum Debüt ist das Teamwork im Songwriting. Wolfgang und Jan sind überwiegend für die Musik zuständig und Bernhard überwiegend für die rhythmischen Geschichten, so grob gesagt. Man ist viel kritischer anderen Ideen gegenüber als den eigenen. Wenn z.B. jemandem irgendetwas an einem Song nicht gefällt oder nicht passt, dann werden Alternativen gesucht, die dann fast immer auch besser sind. Wir sind uns auch alle einig darüber, daß die Songs auf dem neuen Album "Very" durchdachter und reifer sind.

MUM: Meint Ihr, daß die Fußball-Nationalmannschaft mit Sir Erich und Schnauzbart Uli wieder dahin kommt, wo sie mal stand?

J: Nein, laut Wolfgang jedenfalls.

MUM: Eure Musik ist sehr kraftvoll, melodisch und gut produziert, klingt einfach prima. Welche Erfolge konntet Ihr mit Eurem Debüt verbuchen?

J: Neben einigen sehr guten Kritiken besteht der Erfolg des Debüts darin, daß wir einen Plattenvertrag bekommen haben! Die erste CD wurde auch selbst produziert, aber auf eigene Kosten. Nachdem die CD fertig war, wurde sie an diverse Plattenfirmen geschickt. Und, wie man sieht und hört, hat es geklappt.

MUM: Welches Stück ist Euer Favorit auf der CD?

J: Das ist schwer zu sagen, da es bei jedem unterschiedlich ist. Letztenendes haben wir uns als Gesamtheit auf "Thorn In My Mind" geeinigt.

MUM: Was hört Ihr privat so für Musik, und was macht Ihr so, wenn Ihr mal nicht musiziert?

J: Schwerpunkt ist Metal. Aber, wie schon vorher erwähnt, haben wir alle einen toleranten Musikgeschmack. Es wird auch durchaus härtere und softere Musik gehört, auch Klassik ist nicht auszuschließen. Ja, was machen wir denn so? Benno hat in Schweinfurt eine Werbe-Firma und ist deshalb nur am Wochenende in München. Am Wochenende wird auch geprobt. Bernhard wohnt in Landshut und arbeitet dort als Chemikant. Zuhause im Keller hat er sein zweites Drumset stehen, an welchem er die rhythmischen Parts ausklügelt oder bzw. und verfeinert. Huby kommt aus dem Allgäu, wohnt und studiert in München. Neben Gesangsunterricht ist viel Lernen angesagt. Manchmal besucht er seine Eltern im Allgäu, und am Wochenende wird kräftig weggegangen. Wolfgang wohnt in München und arbeitet in einer Firma als Video-Editor. Sein kleiner Übe-AMP zu Hause bekommt fast täglich Dreamscape-Songs und -Soli zu hören. Am Wochenende, wenn gerade mal nicht geprobt wird, kann man ihn und auch Huby und Benno (manchmal auch alle) in einer der Rockfabriken treffen. Ich wohne auch in München. Ich bin momentan ein Zivi beim Feierwerk, wo am 25.3.99 auch die CD-Präsentation stattfinden wird. Ich gehe am Wochenende nur manchmal im kleinen Rahmen weg, da ich auch mit meiner zweiten Band "D-Vision", wir machen Rock bzw. Heavy-Rock, probe und auch sehr viele Live- und Studio-Jobs als Techniker mache.

MUM: Wenn Ihr Euch drei Bands aussuchen könntet, mit denen Ihr zusammen touren würdet, wer wäre das wohl?

J: Vanden Plas, Dream Theatre und Stratovarius.

MUM: Und auch an Euch die obligatorische Schlußfrage. Welche Frage würdet Ihr gerne mal gestellt kriegen und wie würdet Ihr sie beantworten?

J: FRAGE: "Warum verspeist Huby bei Aufnahmen und Proben und Konzerten minimum 10 Tafeln Kinderschokolade und hat immer noch einen Waschbrett-Bauch?" Das stimmt übrigens wirklich. ANTWORT: "Weil er sich von Ferrero einen Sponsoringvertrag erhofft!"

MUM = Mucke & Mehr
J = Jan Vacik von Dreamscape

(Tobi)