CTS-MUM
KING PRAWN (02/99)


Jau, über die Combo King Prawn kann ich nicht viel sagen, außer daß mir ihre Maxi-CD "Not Your Punk" mit drei interessanten Stücken richtig gut gefallen hat. Die Könige heißen Al-Farabi Rumjen, Babar Luck, Aryan Devil und Slugboye, und bei ersterem habe ich doch einfach mehr erfragt, so dreist bin ich.

MUM: Wie würdest Du Eure Musik beschreiben?

KP: Unsere Musik ist wie Fernsehen, wie das Umherzappen zwischen verschiedenen Kanälen. In gewisser Weise machen wir das bei unserer Musik auch so, indem wir verschiedene Stile wie Punk, Ska, Reggae oder Hip Hop benutzen, wobei wir von einem Stil zu einem anderen zappen oder beide vermengen. Unsere Musik verändert sich immer von Song zu Song. Das Leben besteht aus Gegensätzen, und unsere Musik reflektiert dies. Wir mixen wie ein DJ, aber mit richtigen Instrumenten.

MUM: Was ist Dir am wichtigsten beim Musikmachen?

KP: Für mich ist es die Leidenschaft. Die Leidenschaft, die auch dafür verantwortlich ist, daß wir alle in der Band ständig pleite sind, somit mag sie nicht gut sein, aber ohne sie würden wir nicht existieren.

MUM: Was wollt Ihr mit Eurer Musik und Euren Texten ausdrücken?

KP: Unsere Texte handeln alle von politischen oder sozialen Dingen. Ich mag es, zu denken, daß wir den Blues der 90er singen. Wir mögen nicht besonders originell sein, aber der Weg, wie wir Musik machen, ist es.

MUM: Haben Euch andere Künstler inspiriert, Musik zu machen?

KP: Ja. Künstler wie Laurel und Hardy, Monty Python, Rik Mayal, Torville und Dean und viele mehr. Okay, die machen keine Musik, aber große Komödianten haben einen hervorragenden Instinkt für das richtige Timing und davon lebt ja auch die Musik. Die Zeit muß man so nutzen, daß sie Raum oder mindestens die Illusion von Raum schafft.

MUM: Wie kommt es, daß Ihr diesen Reggae-Einfluß in Eurer Musik habt?

KP: Wir alle lieben Reggae. Er ist der einzige Stil, den alle von uns richtig gerne hören. Es ist nur eine Schande, daß wir ihn nicht sauber spielen können.

MUM: Tragt Ihr alle Dreadlocks?

KP: Momentan bin ich der einzige, der überhaupt Haare hat, die anderen drei Bandmitglieder bevorzugen kahlköpfigen Look. Ich stehe mehr auf den "glatt wie Elvis nach hinten"-Look, bei dem acht von zehn Frauen sagen, daß sie ihn bevorzugen.

MUM: Ich habe nur Eure "Not Your Punk"-Maxi-CD mit den drei Tracks. Habt Ihr schon ein Album herausgebracht?

KP: Im April 1998 haben wir ein Album veröffentlicht namens "Fried In London". Momentan schreiben wir Songs für den nächsten Longplayer. Wir sind auf der Suche nach einem neuen Label für diese Scheibe, aber sowieso kommt wahrscheinlich im Frühjahr noch eine EP oder CD-Single heraus, wo auch immer.

MUM: Was habt Ihr bisher alles veröffentlicht?

KP: Die Singles "POISON IN THE AIR/ HOLY WAR/ DIVINE BADNESS", "DEPTHS OF MY SOUL/ FELLED" und "NOT YOUR PUNK/ BIG A LITTLE A", dazu die Alben "FIRST OFFENCE" und "FRIED IN LONDON". Die sind alle bei Words Of Warning (wow@netmatters.co.uk) erschienen.

MUM: Nenne bitte Deine drei Lieblingsplatten aller Zeiten.

KP: Schwer zu sagen. Heute höre ich die Scheiben nur noch gelegentlich, aber früher habe ich sie gnadenlos oft konsumiert, also sind es aus sentimentalen Gründen folgende: "DEAD KENNEDYS - PLASTIC SURGERY DISASTERS", "NWA - STRAIGHT OUTTA COMPTON" und "THE SPECIALS - THE SPECIALS".

MUM: Letzte Frage. Wo lebt Ihr, wie alt seid Ihr, was macht Ihr sonst so ... erzähl mal was über Euch.

KP: Wir leben alle in London. Unser Alter liegt zwischen 0 und 100. Und ohne Musik wäre unser Leben grausam.

(Tobi)