CTS-MUM
OLEANDER (02/00)


Geduld zahlt sich aus - frei nach diesem Motto gestalteten sich die Anfänge der Band Oleander, als Thomas Flowers (Gesang, Gitarre, Songwriting) und Doug Eldridge (Bass) sich erst einmal viel Zeit nahmen, um mit Ric Ivanisevich (Gitarre) und Fred Nelson, Jr. (Drums) das optimale Line-Up zu komplettieren. Alleine, um sich für letzteren am Schlagzeug zu entscheiden, brauchte man fast ein Jahr und unzählige Test-Sessions. Während dieser Zeit hielt man sich mit diversen Jobs über Wasser, Thomas zum Beispiel als Buskontrolleur oder Ric als Lagerarbeiter eine Plattenladen-Kette. Die Zeiten haben sich geändert. Im Sommer 1997 nahmen die Jungs aus Sacramento zehn Tracks für ein Independent-Album auf, mit dem man auf einigen Radiostationen Erfolge verbuchen konnte. "Down When I'm Loaded" und "Why I'm Here" waren die Songs, die über den Äther ins Land geschickt wurden, und so dauerte es nicht lange, bis man alle elf Songs für ein erstes größeres Album zusammen hatte, die besten der bereits vorhandenen wurden hierbei gerne auch noch einmal eingespielt. "February Son" heißt das Album, welches in den USA schon lange auf dem Markt ist und mehr als 250000 Einheiten verkaufen konnte, bei uns aber erst seit dem 31. Januar 2000 im Laden steht. Musikalisch erinnern Oleander stellenweise an Nirvana, klingen dann aber auch wieder ganz anders, immer zwischen solidem oder alternativem Rock und Post-Grunge balancierend. Mit "Boys Don't Cry" von The Cure findet man auch eine Coverversion. Über diese, das Album generell, die Texte und die Vorbilder befragten wir Thomas Flowers.


MUM: Gratulation zum gelungenen Album, es gefällt mir gut. Welche Bands, neben Nirvana, die bestimmt eine sichere Antwort sind, haben Euren Musikstil beeinflusst, diese Mixtur aus Alternative Rock und Grunge?

T: Künstler wie Jeff Buckley oder Ellio Smith, die Besten der Besten. Es gibt aber so viele tolle Bands, und die hatten alle sicher irgendwie Einfluss auf mein Songwriting.

MUM: Wann erschien das Album in den Staaten, und wart Ihr überrascht von den großartigen Reaktionen, die Ihr bei mehr als 250000 verkauften Platten ja sicher hattet?

T: Die Scheibe kam im Februar 1999 heraus, und wir sind jeden Tag unglaublich glücklich und auch noch überrascht, dass so viele Menschen sie ins herz geschlossen haben.

MUM: Was ist dir am wichtigsten, wenn du einen Song schreibst?

T: Das Wichtigste und Notwendigste ist, dass ich jeder Idee, die in meinen Kopf kommt, offen und ehrlich gegenüber stehe. Ohne dies würde ich das Potential einschränken.

MUM: Handeln alle Texte von persönlichen Erfahrungen, oder wovon sonst noch?

T: Ja, Erfahrungen meines täglichen Lebens, die Dinge, von denen ich am meisten weiß. Beziehungen sind für mich immer am wichtigsten, und wenn ich über sie in meinen Songs schreibe, dann erlaubt mir dies, zu teilen, was ich erfahren habe.

MUM: Ihr habt gerade ein paar Gigs in Deutschland gespielt. Wie fandest du es hier, und kommt Ihr bald zurück, um ein paar Konzerte mehr zu spielen?

T: Deutschland rockt! Und ich werde jederzeit wieder herkommen, wenn man es mir anbietet.

MUM: Ihr habt "Boys Don't Cry" von The Cure als Coverversion auf dem Album, warum habt Ihr diesen Song gewählt?

T: Als Tribut an eine der großartigsten Bands aller Zeiten, eine meiner Lieblingsbands. Der Song ist klasse und ich hoffe, unsere Version wird ihm gerecht.

MUM: Die meisten Tracks auf dem Album sind ja schon ein paar Jahre alt. Ihr habt dann doch bestimmt in der Zwischenzeit schon viele neue Tracks geschrieben, oder? Wann plant Ihr ein neues Album?

T: Das nächste Album wird im nächsten Jahr aufgenommen und auch erscheinen, wir freuen uns da alle sehr drauf und sind optimistisch.

MUM: Mit welchen Bands würdest du gerne mal auf Tour gehen, wenn du wählen könntest?

T: Ich würde mir die "The Monsters Of Sacramento Tour" aussuchen, nur mit Bands aus unserer Heimat: Cake, The Deftones, Us, Simon Says, auch Tesla, wenn sie wieder zusammen spielen würden, und all die anderen guten Bands von Zuhause. Wir würden die Welt erobern!

MUM: Welches sind deine drei Lieblingsalben aller Zeiten??

T: "Grace" von Jeff Buckley, "Either" von Elliot Smith und "Strange Cargo" von William Orbit.

MUM: Meine typische Schlussfrage. Was wolltest du schon immer mal gefragt werden, und wie würde die Antwort lauten?

T: Frage: "Was bedeutet Oleander wirklich?". Antwort: "Fix shit".

MUM: Mucke & Mehr
T: Thomas von Oleander

(Tobi)