CTS-MUM
ZEN GUERRILLA (1999)


Zen Guerilla aus Delaware hauen einem auf ihrem aktuellen Album "Trance States In Tongues" eine kraftvolle, knallige Mixtur aus Punk, Blues und Rock 'n' Roll um die Ohren. Auf ihrem Weg ins Musikbusiness legten die Jungs auch schon einige Kilometer zurück, siedelten sie doch zuerts nach Philadelphia über, dann später nach San Francisco, wo sie auch mit dem legendären Dead Kennedys-Frontmann Jello Biafra zu tun hatten. Mehr über die Jungs im folgenden Interview.


MUM: Ich beginne mal mit einer bestimmt ganz seltenen Frage. Was bedeutet der Name Zen Guerrilla?

ZG: Er stammt aus einem Comicbuch der Fantastic Four. Das Angriffsheer Zen Guerrilla wurde versammelt, um gegen die teuflischen Truppen des Cosmos und die imperiale Zerstörung von Dr. Doom zu kämpfen.

MUM: Welche Bands haben Eure Musik beeinflußt?

ZG: Jerry Lee Lewis, Wilson Pickett, The Who, Blue Gherr, und auch Public Enemy durch das textliche Genie von Flavor Flav.

MUM: Ihr macht Musik zwischen Blues, Rock und Gospel, so steht es jedenfalls im Infoblatt zur CD. Würdet Ihr das genauso umschreiben?

ZG: Wir alle nennen das gerne Sonic Soul, oder unser Little Rock Monster.

MUM: Worüber handeln denn Eure Texte, und warum findet man sie nicht im Booklet?

ZG: Diese Scheibe handelt von einem alten, im Weltraum verlorenen Roboter und seinen täglichen Versuchen und Leiden, da er gezwungen ist, jeden Tag die gleiche Musik im gleichen Radiosender zu hören, für alle Ewigkeit. Also entschließt er sich, am Uranus links abzubiegen und genau ins Herz der Sonne zu fliegen. Ach ja, die eigene Vorstellungskraft ist schon was Tolles!

MUM: Ihr kommt aus Delaware, erzählt uns doch mal etwas über diesen Platz auf Erden.

ZG: Delaware, auch bekannt als small wonder, ist der Geburtsort von Robert Crumb, Valerie Bertinelli - das ist die Frau von Edward van Halen -, George Tkarogood und den Delaware Destroyers, Heim des Pagan Motorrad Clubs, der New Wave Band Television, und von Richard Hell. Oh ja, wir haben auch Hoagie und Scrapple erfunden.

MUM: Hmm, wohl eher was für Insider. Ihr lebt jetzt in San Francisco, stimmt doch, oder? Warum gerade dort?

ZG: Ja, stimmt, und zwar wegen des wundervollen Wetters, dem Klima dort.

MUM: "Trance State In Tongues" ist Euer erstes Album auf Epitaph Europe. Seid Ihr stolz, auf Epitaph gelandet zu sein?

ZG: Wir sind da sehr stolz drauf, jetzt zur Epitaph Familie zu gehören. Sie veröffentlichen qualitativ guten Rock 'n' Roll in Europa, und wir hoffen, uns in diese Tradition einzureihen.

MUM: Was denkst Du ist die beste je gemachte Erfindung, was die schlechteste?

ZG: Das ist in etwa ein Gleichstand zwischen dem plasmischen De-Scrambler, der eine große Hilfe für Zeit- und Raumreisen sein wird, da bin ich sicher, und W. Wonkas everlasting gobstopper (hmm, Schleimstopper oder was? Grübel...). Die schlechteste Erfindung ist Claymont, delawares sehr eigenes Chili am Stiel.

MUM: Was macht Ihr in naher Zukunft?

ZG: Wir freuen uns erst einmal auf die große Europatournee mit den Hellacopters.

MUM: Welches ist Dein Lieblingslied auf Eurer Scheibe?

ZG: Unser aller Favorit ist die Maximum-Sonic-Soul-Nummer "Slow Motion Rewind".

MUM: Ich habe noch eine obligatorische Schlußfrage. Welche Frage würdet Ihr gerne mal gestellt kriegen und wie würdet Ihr sie beantworten?

ZG: Die Frage wäre: "Was habt Ihr dem Teufel versprochen?", die Antwort: "Eintrittskarten für die Philadelphia Flyers, drei Blue Oyster Cult-Bootlegs, oh ja, und eben dieses Chili am Stiel".

MUM: Mucke & Mehr
ZG: Zen Guerilla

(Tobi)