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Wenn das in Brighton beheimatete Skint-Label, berühmt für Elektro- und Dance-Veröffentlichungen von Fatboy Slim bis Dave Clarke, eine Band unter Vertrag nimmt, die größtenteils handgemachte Musik macht, dann muss diese schon etwas Besonderes sein. Lucky Jim heißt die Formation, hinter der sich die beiden Musiker Gordon Graham und Ben Townsend verbergen. Sie sehen aus wie Naturburschen und spielen unbeschwert auf, wobei ihre melodischen Songs allerdings voller Melancholie stecken. Im Mai 2003 veröffentlichten Lucky Jim ihr Debütalbum "Our Troubles End Tonight" schon einmal auf Red Records - innerhalb kürzester Zeit war die Erstauflage von 1.500 Stück vergriffen, und Skint Records zögerte nicht lange, die Jungs in ihre Reihen zu nehmen. "Als wir die Band beim 'Red Records'-Showcase in den Metway Studios in Brighton zum erstenmal sahen, waren wir beeindruckt, dann hörten wir das Album und waren begeistert und mit jedem Hören begeisterter, und schließlich haben wir alles daran gesetzt, 'Red Records' zu überreden, die Jungs uns zu überlassen. Und wir haben es geschafft," erklärte Skint-Chef Damian Harris.

So wird das Album "Our Troubles End Tonight" jetzt noch einmal auf Skint veröffentlicht. Eröffnet wird es von der Singleauskopplung "You Stole My Heart Away" ist im Verhältnis zum Rest recht flott, die meisten Stücke über Liebe, Verlust, Sehnsucht und das Leben als solches sind nämlich ruhig gehalten. Die Musik ist voll von Hinweisen auf die klassische Vorbilder der beiden Musiker – Neil Young, Lee Hazlewood, Nick Cave, Van Morrison, Serge Gainsbourg, Arthur Lee, Leonard Cohen, Brian Wilson, Gram Parsons, Bob Dylan, Ewan MacColl oder Phil Spector. So liegt sie dann zwischen gitarrenbasiertem Pop und leichtem Folkpop. Neben Gitarre arbeiten sie oft auch mit Pianoklängen, dazu erklingen ab und an elektronische Klänge zur Ergänzung. "Leah" erinnert mit seiner Orgel und seinem Klanggewand an alte Doors-Zeiten. Ein Highlight ist das fast sieben Minuten lange "Lesbia", welches ganz ruhig beginnt, nur mit traurigem Gesang und etwas Gitarre. Zuerst gesellt sich dann Piano dazu, und nach zwei Minuten ziehen Flächenklänge und Drums den Sound in die Breite, was wunderbar wirkt. Mit "Almeira" gibt es zwischendurch mal ein fröhlicheres Liedchen, mit "Westwards We're Headed" einen Ausflug in südländische Machart. Spätestens "My Soul Is On Fire" erschlägt einen dann aber wieder mit Melancholie, aber nicht auf belastende, sondern auf wunderschöne Art. Klasse Album.

Hier ein Interview, welches Gordon und Ben anlässlich der neuerlichen Albumveröffentlichung im Februar in Berlin gaben:


Frage: Warum sind im CD-Booklet die Texte der Songs nicht abgedruckt?

Gordon: Viele meiner Lieblingsalben haben keine extra Textbeilage. Diese Tradition wollte ich beibehalten. Außerdem versuche ich sehr klar zu singen, die Stimme steht deutlich im Vordergrund. Deshalb braucht es keine gedruckten Texte, es sei denn man spricht kein Englisch. Aber wer sucht, findet meine Texte im Internet. Ich finde, es verdirbt den Eindruck eines Albums, wenn man die Texte hört und gleichzeitig liest. Sie nach dem Hören zu lesen, ist eine andere Sache, aber während man hört, sollte die Musik für sich selbst sprechen.

Frage: Für diejenigen, die der englischen Sprache nicht mächtig sind: wovon handeln Deine Texte?

Gordon: Es geht im Wesentlichen um mich und mein Leben. Wobei ich selten aus der Gegenwart, sondern meist aus der Vergangenheit berichte. Es ist leichter, einen objektiven Standpunkt einzunehmen, wenn etwas Zeit verstrichen ist. Dann lässt sich eine Idee oder Erinnerung besser zusammenfassen.

Frage: Zentrales Thema der meisten Songs des Albums ist Liebe, oft mit Schmerz verbunden. Gordon, bist Du ein Romantiker?

Gordon: Oh ja, das bin ich, wenn auch nicht im traditionellen Sinne, dass ich Blumen kaufe und so. Ich vergesse das meist, wie so viele andere Menschen auch. Wahrscheinlich sollte ich es öfter tun. Aber ich denke, dass Liebe eines jener starken Gefühle ist, über die ich berufen bin, zu sprechen. So wie im Grunde jeder dazu berufen ist, denn jeder hat Liebe in ihren Extremen erlebt, mit gebrochenen Herzen und Glücksgefühlen. Mich interessiert die Komplexität der Liebe, z.B. wie es ist, in die falsche Person verliebt zu sein. Ich denke, wir sind beide Romantiker in dem Sinne, dass wir ein romantisches Album machen wollten. Vielleicht sogar romantisch im traditionellen Sinne, mit dieser verwehten romantischen Stimmung eines [Lord] Byron oder [Percy B.] Shelley.

Frage: So romantisch, wie jenes Foto im Booklet, das Euch mit Gitarren im Arm verträumt in einer Weide am Ufer eines Schwanensees zeigt?

Ben und Gordon: Oh Weh, dieses Foto (Lachen).


Ben: Das sollte eine tolle Idee sein. (Lacht) Ein befreundeter Fotograph steckt dahinter. Er meinte, es wäre ein wunderbares Motiv.

Frage: Wie kamt Ihr als Lucky Jim zusammen?

Ben: Wir haben uns vor zweieinhalb Jahren kennen gelernt. Damals hatte sich meine alte Band gerade aufgelöst und ich besuchte einen Studiengang zum Thema Produktion, als mich ein Freund, der wusste, dass ich Schlagzeug spiele, fragte, ob ich für ein Konzert in seiner Band einspringen könne. Ich war mir nicht sicher, denn ich hatte eine Weile nicht gespielt, aber meine Freundin riet mir, es doch zu tun, weil ich doch so gerne spiele. Also tat ich es. Gordon war zu dieser Zeit gerade mit seiner Gitarre für ein paar Solo-Auftritte in Brighton. Ich traf ihn erstmals im "The Lift", einem berüchtigten Club in Brighton, der heute nicht mehr existiert. Ich hörte ihn und war begeistert. Wir unterhielten uns, und ich sagte, dass ich gerne eine Platte mit ihm produzieren wolle. Wie es der Zufall wollte, war er sofort begeistert, denn er plante sowieso, nach Brighton zu ziehen. Sechs Wochen später zog er um, und wir begannen sofort mit der Arbeit. Wir haben uns eigentlich erst während der Arbeit richtig kennen gelernt, so schnell ging alles.

Frage: Wie würdet Ihr das Verhältnis zwischen Euch beschreiben?

Ben: Wir hatten Glück. Als wir mit der Arbeit am Album begannen, kannten wir einander kaum. Als es fertig war, kannten wir uns. (Lacht) Es ist dieses Unbekannte, man weiß nie. Wir beide sind positiv denkende Menschen. Wir mochten uns und waren uns sicher, es zu schaffen. Und wir hatten Lust, gemeinsam ein Album zu machen. Wir trafen uns und wussten nichts voneinander. Ich denke, das war ein großer Vorteil, weil wir auf diese Weise ganz unbefangen an die Arbeit gehen konnten, ohne auf die Vergangenheit des anderen Rücksicht nehmen zu müssen. Keine Vorgeschichte, keine vorgegebenen Pfade, wir waren frei und hatten quasi eine weiße Leinwand vor uns. Erst in der Mitte des Albums, beim Song "Lesbia" glaube ich, merkten wir, wir sind auf dem richtigen Weg, das hier wird gut, das hier klingt so, wie wir uns das vorgestellt haben. Am Ende wurde es das Album, das wir wollten. Wir hatten viel Glück.

Frage: Durch Eure Songs schimmern Elemente der Musik von Leonard Cohen, Bob Dylan und Van Morrison. Sind das Eure musikalischen Inspirationen?

Gordon: Für mich auf jeden Fall. Cohen, Dylan, Van Marrison sind für mich Schlüsselfiguren, quasi das Singer-/ Songwriter Fundament. Der erste Songwriter allerdings, der mich, als ich jünger war, stark geprägt hat, war Lou Reed. Wegen seiner direkten und klaren Sprache. Was er sagte, war so offensichtlich. Ich war fasziniert, wie jemand der so offensichtlich intelligent ist, Dinge so einfach ausdrückt, Dinge, die sonst lächerlich oder aufgeblasen wirken. Das sind gewissermaßen meine traditionellen Einflüsse. In Hinzu kommen weitere melodische und klangliche Einflüsse. Ich denke, wir hatten beide sehr unterschiedliche Geschmäcker, im Sinne völlig verschiedener Plattensammlungen aber eine ähnliche Vorstellung von unserem Lieblingssound. Frag Ben, aber ich glaube, ein Produzent hört oder mag Musik aus ganz anderen Motiven, vielleicht Musik, an die ich gar nicht denken würde. Deshalb hat Ben in meiner Musik Elemente gehört, die ich nicht wahrnehme, aber wenn er sie heraus arbeitet, bin ich froh, dass sie da sind.

Frage: Ben, wie war Dein erster Eindruck, als Du Gordon zum ersten Mal gehört hast?

Ben: Als ich Gordon zum ersten Mal singen hörte, war mir seine Musik sofort vertraut. Dabei kannte ich den Burschen nicht einmal. Ich hatte das Album quasi fertig vor Augen, nur vom Hören seiner großartigen romantischen Songs. Gordon hat ein Händchen für einfache Melodien, zu denen man, ohne viel Zutun, sofort Zugang findet. Ich mag solche einfachen, eingängigen Melodien. So etwas will ich hören. Musik, die dich nicht zu sehr fordert, aber auf großartigem Songwriting basiert, wie beispielsweise Bread, die Beach Boys oder Scott Walker. Musik, die ganz unverhohlen auf einen üppigen Klang zielt, ohne dabei zu überfordern. Etwas, das auch im Hintergrund laufen kann und trotzdem angenehm und schön klingt.

Frage: Welche Idee von Sound lag Deiner Arbeit als Produzent für Lucky Jim zu Grunde, Ben?

Ben: Das war in gewisser Hinsicht eine weitere große Unbekannte. Man hat immer eine ideale Aufnahme im Kopf. Ich denke, ich habe mich mit dem Album diesem Ideal genähert. Ich mag ausdrucksstarkes, tiefgehendes Songwriting, wenngleich ich ihm gerne eine leichte Note gebe, damit es nicht zu schwer wird. In Gordons Songs höre ich diesen Optimismus und die Hoffnung. Das führt uns wieder zur Romantik, aber ich denke, das ist einfach fantastisch. Genau mein Ding! Seine Songs brauchten nicht einmal eine Politur, sie klangen von Anfang an so. Ich hoffe, dass ich das gut eingefangen habe.


Frage: Das Label Skint, bei dem "Our Troubles End Tonight" erscheint, steht eigentlich für Big Beats und Dance. Wie kamt Ihr zu Skint?

Ben: Die waren völlig begeistert von dem Album, obwohl sie ein Dance-Label sind. Wir sind dort die einzige Band im traditionellen Sinne, mit Songs. Sie traten an uns heran und waren mit jedem Treffen mehr von unserer Musik begeistert. Das Album war bereits auf einem kleinen Independent-Label veröffentlicht und mit etwa tausend Kopien an eine Handvoll Läden verteilt worden. Es verkaufte sich gut. Also bot man uns an, es noch besser zu vermarkten. Zugleich ließ man uns volle Freiheit, immerhin waren wir sehr selbstgenügsam, wollten einfach Platten machen, hatten eine großartige Bande zusammengestellt, durften spielen. Sie waren froh und ließen uns genau das tun. Irgendwie waren die ganz versessen darauf, mit uns zu arbeiten, immerhin war es auch für sie eine neue Erfahrung. Das erschien uns als Vorteil, weil sie dann auch richtig viel Energie in diese Sache stecken würden. Wir sind froh, diese Chance genutzt zu haben und darüber wie es läuft. Es ist großartig.

Frage: Ist die Neuauflage des Albums identisch mit der ursprünglichen Independent-Ausgabe?

Ben: Jetzt ist mehr Geld da, also haben wir den Klang überarbeitet. Aber ansonsten ist es dieselbe Platte. Genau darum ging es. Die Jungs von Skint sagten: wir wollen dieses Album, wir wollen es fördern und uns richtig dahinter klemmen. Das hier ist also quasi die frisierte Version.

Frage: Warum heißt das Album "Our Troubles End Tonight"?

Gordon: Der Titel ist eine Art Versprechen, ganz klar. Den Song habe ich vor vier, fünf Jahren in Glasgow geschrieben, zu einer Zeit, als ich kein Geld, keine Zukunft hatte und alles sehr trostlos war. Es geht darum, dass ich mein Schicksal ändern wollte. "Unsere Sorgen enden heute Nacht". Nicht mehr Abend für Abend, Morgen für Morgen denken: oh Gott. Kurz bevor ich nach Brighton kam, spürte ich bereits eine Veränderung, ich spürte, dass die Energie nicht mehr abwärts sondern wieder aufwärts ging. Etwas hatte sich verändert. Der Song fasste genau diesen Moment zusammen. Ich mochte dieses Bild: ein Junge und ein Mädchen, die sich lieben, aber die Umstände sprechen gegen ihr Liebe. Und sie beschließen: unsere Sorgen enden heute Nacht, lass uns die Dinge ändern. Es ist wie eine Beteuerung, ein Versprechen. Früher hatte ich oft etwas Zynisches, Pessimistisches in meinen Texten. Diesmal wollte ich etwas positiver sein.

Frage: Ist dieser Hang zur Schwermut ein typisch schottischer Wesenszug?

Gordon: Ja, das ist wie mit den Eigenschaften, die man mit dem Planet Saturn verbindet: schwer, dunkel, dieselben bitteren Erfahrungen, die man lange, lange immer wieder macht, bis man erlöst wird aus diesem Gefängnis. (Lacht) Schottland ist ein recht dunkler Ort. Das Wort "Scotia" bedeutet "die Dunkle". Alles hat so eine schizophrene Note, besonders Edingburgh, eine schöne Stadt aber eben auch mit dieser typisch tiefen und melancholischen Art. Man verbringt viel Zeit in Pubs und Bars. Es gibt bestimmt noch andere Orte auf der Welt, die ähnlich melancholisch wie Schottland sind. Brighton dagegen ist so sonnig. Als ich Ben kennen lernte, sagte er, dass er surft. Ich hatte bis dahin noch nie jemanden getroffen, der surft. Es schien einfach bizarr, da lebt man auf derselben Insel, aber weiß nicht, was Surfen ist. Man ist nie in der Sonne, sondern immer in Pubs und führt tiefsinnige Gespräche.

Frage: War der Umzug von Edinburg nach Brighton ein Kulturschock für Dich, Gordon?

Gordon: Völlig! Manchmal ist der Schock größer, wenn es ein nahe gelegener Ort ist. Ehrlich gesagt, als ich von Edinburgh die fünfzig Meilen nach Glasgow umzog, war das schon ein großer Kulturschock. Schottland ist so unterschiedlich. Der Umzug nach Brighton war natürlich noch schwerer, weil ich dort überhaupt nichts Familiäres mehr vorfand. In Edinburgh sind alle Häuser braun und grau. In Brighton sind sie rosa, gelb, blau und weiß, die Sonne scheint und alle lächeln immer. Das ist eine völlig andere Welt.

Frage: Wie habt Ihr Eure Tour-Band zusammengestellt?

Gordon: Das Album haben Ben und ich aufgenommen. Aber wir brauchten eine Band. Es dauerte ewig, bis wir die richtigen Leute zusammen hatten. Wir zweifelten schon an uns, ob wir vielleicht unterbewusst gar keine Band haben wollten. Es war viel schwieriger, ein paar Musiker zu finden, als wir uns das vorgestellt hatten. Ben fand die Jungs schließlich über alle möglichen Kontakte. Einige von ihnen hatten bereits ein paar Erfahrungen. Der Keyboarder hat bei Chunking gespielt, der Bassist hatte noch nichts gemacht, er ist der jüngste in der Band. Live wirken die Songs viel lebendiger und haben mehr Rock ‚n' Roll. Das Album ist eine Momentaufnahme, viele Stücke wurden nur einmal aufgenommen. Live näheren wir uns dem Album nur an, da ist immer etwas Unvorhersehbares und Spontanes dabei und man entdeckt neue Elemente der Songs. Die Band ist großartig, aber eben mehr ein Rock ‚n' Roll Ding.

Ben: Wir hatten uns das bewusst vorgenommen. Als das Album fertig war, waren wir sehr zufrieden damit, es war die Platte geworden, die wir hören wollten. Und als es um die Live-Umsetzung ging, hatten wir ebenfalls dieselbe Vorstellung: wir spielen sehr gerne und wollten lieber eine Rock ‚n' Roll Band, als das Album einfach nur nachzuspielen. Also haben wir versucht, das Beste aus beidem zu machen. Nur weil das die Platte ist, die uns vorschwebte, bedeutet das nicht, dass wir sie auch genauso live spielen. Wir wollte die Herausforderung und Beweglichkeit einer Band, die Spielfreude vermittelt. Diese Entscheidung fiel schon frühzeitig und es hat funktioniert, auch wenn es, wie Gordon schon sagte, eine Qual war, diese Band zusammen zu stellen. Wir hatten das lange vor uns her geschoben. Letztendlich haben wir sie aus den besten Musikern Brightons zusammengestellt. Da sie noch nicht so lange zusammen spielen, ist es immer wieder aufregend, die Songs zu spielen, selbst wenn sie schon anderthalb Jahre alt sind.

Frage: Eine spannende Konstellation: zwei Musiker, die sich erst seit kurzem kennen, mit einer frisch zusammengestellten Band und ganz neuem Songmaterial…

Gordon: Ja, das ist das Gute, denn dadurch bleibt die Sache frisch. Außerdem läuft es wirklich gut. Sony Germany hat das Album ins Programm genommen, wir waren mit dem Album noch nicht so oft unterwegs, als dass es uns bereits nerven würde. Alles ist großartig und ich freue mich darauf, mit dem Album on Tour zu gehen und daran zu arbeiten, dass die Band noch besser wird.

Frage: Ist ein Singer/ Songwriter Album wie "Our Trouble Ends Tonight", dass nicht auf schnellen Chartserfolg zielt, nicht ein Risiko angesichts der gegenwärtigen Krise der Musikindustrie?

Ben: Wir sind nicht mit dem Ziel gestartet, einen großen Plattenvertrag zu bekommen. Wir wollten einfach nur großartige Platten machen. Wir waren mit diesem Album zufrieden und wollten einfach vier, fünf weitere machen. Aber bevor wir uns versahen, verselbstständigte sich die Angelegenheit und fing an, für uns zu arbeiten. Dadurch wurden plötzlich andere Dinge wichtig. Aber im Grunde wollen wir weiterhin einfach gute Musik machen. Die Tatsache, dass es erst einen kleinen und dann einen immer größeren Vertrag gab, ließ uns keine Zeit darüber nachzudenken, was da in der Musikbranche passiert. Jetzt stehen wir plötzlich hier, mit diesem Album, und die Reaktionen darauf werden besser und besser. Wir sehen der Verwirklichung so weit wie möglich entgegen.

Frage: Kommt Euch Euer Erfolg manchmal wie ein Traum vor?

Gordon: Kürzlich mal, ja, als ich heute ins Hotel kam, mich in dem Zimmer umsah, die Möbel usw. und dachte, verdammt, das ist hübsch hier. Vielleicht erinnere ich mich dann, wenn ich nach hause komme und meiner Freundin davon erzähle. Ich wusste vorher nicht, wie sich das alles entwickelt und was mich erwartet, aber das hier ist definitiv vielversprechend.

Frage: Weshalb habt Ihr Euch "Lucky Jim" genannt?

Gordon: "Lucky Jim" ist ein Ausdruck, den wir die ganze Zeit über verwendet haben, weil alles so gut übereinstimmte zwischen uns, angefangen vom ersten Treffen über die vielen Ereignisse. Jedes Mal wenn irgendwas zur rechten Zeit passierte, sagte ich oh, Lucky Jim. Irgendwie blieb dieser Name hängen.

Ben: Das zog sich durch die Arbeit am Album und hat alles enorm erleichtert. Fast ohne Mühe haben wir jede Hürde auf diesem Weg genommen. Manche Dinge sind uns quasi vor die Füße gefallen, manchmal fast schon unglaublich, so viel Glück hatten wir. Klopf auf Holz, damit das Glück bleibt.


Live kann man Lucky Jim im Juni erleben:

7. Juni - München, Atomic Cafe
8. Juni - Köln, Studio 672
9. Juni - Frankfurt, Cookys

Karten kann man bequem nach Hause bestellen, einfach hier klicken.

Wer in das Video von "You Stole My Heart Away" 30 Sekunden reinschauen möchte, der klicke hier. Zudem haben wir ein etwa fünf Minuten langes EPK Pressevideo als Stream im Angebot - hier klicken (jeweils Windows Media Video).

Mehr über Lucky Jim findet man auf ihrer Artistpage oder bei Sony Music.

(Rezension und Einleitung: Tobi)