Home Film “Amsterdam” – trotz Starbesetzung und Nostalgie leider nur ein größtenteils langweiliger Film

“Amsterdam” – trotz Starbesetzung und Nostalgie leider nur ein größtenteils langweiliger Film

Autor: Tobi

"Amsterdam" Filmplakat (© 20th Century Studios)

Amsterdam

Darsteller: Christian Bale, Margot Robbie, John David Washington, Alessandro Nivola
Regie: David O. Russell
Dauer: 134 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.20thcenturystudios.com/movies/amsterdam
Facebook: facebook.com/20thCenturyStudiosDE


Nachdem “Amsterdam” mit Starbesetzung – Christian Bale, Margot Robbie, John David Washington, Alessandro Nivola, Andrea Riseborough, Anya Taylor-Joy, Chris Rock, Matthias Schoenaerts, Michael Shannon, Mike Myers, Taylor Swift, Zoe Saldaña, Rami Malek und Robert De Niro muss man wohl so bezeichnen – als faszinierende und vielschichtige Geschichte vom gefeierten Autor und Regisseur David O. Russell angekündigt wurde, die auf brillante Weise historische Fakten mit Fiktion zu einem zeitgemäßen Kinoerlebnis verwebe, sorgte dies durchaus für Vorfreude. Umso enttäuschender fällt dann allerdings leider das Fazit aus, wenn man das Kino nach nicht nur langen, sondern auch sehr lang wirkenden 134 Minuten verlässt, und auch die voraus geschickte Information, dass ein Teil des Gezeigten auf wahren Begebenheiten basiert, macht den Streifen nicht ansprechender.

Wir befinden uns im New York des Jahres 1933. Nachdem Arzt Burt Berendsen (Christian Bale) und Anwalt Harold Woodman (John David Washington) von Liz Meekins (Taylor Swift) gebeten werden, den Leichnam ihres Vaters zu obduzieren, da sie nicht an die verkündete Version eines natürlichen Todes glaubt, bestätigt sich ihre Vermutung, dass Vergiftung die Ursache für das Ableben des Armeegenerals war – kurz nach einer Schiffsreise aus Europa in die Staaten, wo er als Gastredner bei einer bevorstehenden Gala der New York Veterans Reunion auftreten sollte.

Bevor Burt und Harold allerdings mit ihren Ergebnissen für Klärung sorgen können, werden sie plötzlich selbst als Mörder beschuldigt und müssen fliehen. Hierbei treffen sie überraschend auf Valerie Voze (Margot Robbie) – mit der als Krankenschwester sie damals im Ersten Weltkrieg erst eine enge Freundschaft begannen, Harold dann auch eine leidenschaftliche Liebesgeschichte. Eine ganze Zeit lang ließen die Drei es sich zusammen in Amsterdam gut gehen und schlossen den Pakt, sich immer gegenseitig zu beschützen. Dann verloren sie sich allerdings aus den Augen, und trotzdem steigt die heute als Künstlerin tätige Valerie in alter Verbundenheit in die Suche nach dem wahren Mörder mit ein – nicht ahnend, dass sie einer der skandalösesten politischen Verschwörungen der amerikanischen Geschichte auf der Spur sind.

"Amsterdam" Szenenbild (© 20th Century Studios)

(© 20th Century Studios)

Der fünffach Oscar®-nominierte David O. Russell (“The Fighter”, “Silver Linings”, “American Hustle”) hat sich des Komplotts angenommen, mit Drehbuch und Regie aber mächtig verhoben. Das genannte Starensemble wirkt größtenteils verschenkt, auch wenn Christian Bale den nach Kriegsverletzungen entstellten Arzt mit viel Schrulligkeit versieht, Robert De Niro in einer der wenigen Highlight-Szenen eine eindringliche Rede hält, die auch gut zur gegenwärtigen Situation der USA passt, und zumindest Michael Shannon mit Mike Myers als britisch-amerikanisches Geheimagenten-Duo für reizvoll anzuschauende Momente sorgt, so wie auch die durchaus engagiert spielende Margot Robbie hin und wieder.

Die Handlung kommt, durchsetzt mit der größtenteils unnötigen Rückblende in den Krieg sowie Erinnerungen an gute alte Tage in Amsterdam, genauso vorhersehbar wie langweilig daher, und der generell limitiert witzige Gag von Burts mehrfachem Glasauge-Verlieren wird überstrapaziert, um den gewollt humoristischen Momenten auf die Sprünge zu helfen, was aber genauso selten in Lacher resultiert wie sonstige Bestrebungen.

Bleiben noch die Krimi-Note, die aber ebenso wenig zu packen weiß, und eine Vielfalt an Charakteren, die viel zu dürftig ausgemalt oder mit Esprit versehen werden. Das ist zu weit zu wenig und man möchte bei einer solchen Produktion doch weit mehr positiv erwähnen können als vor allem eine gelungene, für Nostalgie sorgende Ausstattung, die man dem Streifen zumindest nicht absprechen kann. Insgesamt aber handelt es sich bei “Amsterdam” um eine große, nicht erwartete Enttäuschung.

Trailer:

Bewertung: 3 von 10 Punkten

 

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