Home Film “Jurassic World: Ein neues Zeitalter” – die Handlung des unterhaltsamen Technikspektakels gerät recht dünn

“Jurassic World: Ein neues Zeitalter” – die Handlung des unterhaltsamen Technikspektakels gerät recht dünn

Autor: Mick

"Jurassic World: Ein neues Zeitalter" Filmplakat (© 2022 Universal Pictures)

Jurassic World: Ein neues Zeitalter

Darsteller: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Jeff Goldblum, Laura Dern
Regie: Colin Trevorrow
Dauer: 147 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.upig.de/micro/jurassic-world-ein-neues-zeitalter
Facebook: facebook.com/Jurassic.World.DE


Als 1993 mit Steven Spielbergs „Jurassic Park“ die erste Verfilmung von Michael Crichtons Erfolgsromanen an den Start ging, trat sie einen nie zuvor dagewesenen Dinosaurier-Hype los, der nicht zuletzt wegen der schon zuvor angeworfenen Merchandising-Maschine eine wahre Lizenz zum Gelddrucken darstellte. Grund genug, eine Filmreihe mit unabsehbarem Ende zu installieren, deren Teile zumindest animationstechnisch immer wieder neue Maßstäbe setzten. Mit „Jurasic World: Ein neues Zeitalter“, für den Colin Trevorrow nach Teil vier wieder auf den Regiestuhl zurückkehrt, geht das Dino-Abenteuer jetzt schon in die sechste Runde und komplettiert die von Trevorrow initiierte „Jurassic World“-Trilogie rund um das als Nachfolger des ursprünglichen Naturparks vorgesehene, äußerst kommerzielle Vergnügungsresort.

Das ist zwar schon seit dem Super-GAU im vierten Teil Geschichte, dessen Folgen für die Erde jedoch sind so gravierend wie unvorhersehbar. Nachdem im Vorgängerfilm Saurier von der abgeschotteten Pazifikinsel auf das Festland gebracht wurden, bevölkern sie nun den gesamten Planeten und zwingen die Menschen zu einem Miteinander, das natürlich multimedial ausgeschlachtet nicht immer ohne Verluste auf beiden Seiten abläuft. Bei der Heuschreckenplage im Mittleren Westen der USA aber, wo gigantische Tiere bisher ungekannten Ausmaßes ganze Staaten verwüsten, hat nicht etwa die natürliche Evolution sondern viel mehr das Gentechnikunternehmen Biosyn unter der Leitung von Lewis Dodgson (Campbell Scott) seine Finger im Spiel, das sich offensichtlich nicht nur von der genetischen Manipulation von Dinosauriern dicke Profite verspricht.

In Anlehnung an einschlägige Genpflanzen-Skandale nehmen die bedrohlichen Insekten nämlich nur bestimmte Pflanzen aufs Korn und rufen damit die Wissenschaftlerin Ellie Sattler (Laura Dern) und ihren Kollegen Alan Grant (Sam Neill) auf den Plan, die schnell den Kontakt zum inzwischen für Biosyn tätigen Ian Malcolm (Jeff Goldblum) suchen und damit für ein freudiges Wiedersehen mit dem kaum gealterten Dream-Team des ersten Teils sorgen. Gleichzeitig versuchen die ehemaligen Mitarbeiter der Jurassic World Claire (Bryce Dallas Howard) und Owen (Chris Pratt) in der Abgeschiedenheit der Wildnis alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um Saurier und vor allem die geklonte Maisie (Isabella Sermon) vor dem Zugriff gut bezahlter Speziesjäger zu bewahren. Das klappt nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt, von dem an sie sich auf die Suche nach der gekidnappten Ziehtochter machen müssen, deren überaus interessante Krankheitsresistenzen in ihrer DNA sie zum begehrten Forschungsobjekt auch für Biosyn machen.

"Jurassic World: Ein neues Zeitalter" Szenenbild (© 2022 Universal Studios and Amblin Entertainment. All Rights Reserved.)

(© 2022 Universal Studios and Amblin Entertainment. All Rights Reserved.)

Colin Trevorrow drückt das Gaspedal vom Start weg bis zum Boden durch und integriert in seinen rasanten Action-Animations-Mix die Dinosaurier mit nahezu perfekter Tricktechnik wieder so nahtlos, dass man die spektakulären Bilder schon fast als selbstverständlich hinnimmt. Dabei entwickelt das Szenario des titelgebenden neuen Zeitalters, in dem die Koexistenz von Mensch und Saurier für nahezu unlösbare Probleme sorgt, durchaus seinen Reiz und wirft zwischendurch sogar immer wieder Fragen zum kommerziellen Umgang mit Gentechnik auf. Das allerdings erschöpft sich doch sehr schnell, wenn auf dem verschachtelten Gelände von Biosyn die Fäden zusammenlaufen, sich eben noch loyale Mitarbeiter auf die Seite der skeptischen Wissenschaftler schlagen und das Ganze zu einem anspruchsvollen Escape-Game mutiert, das durch verschiedenste Dinosaurierarten erschwert wird.

Die anfängliche Gesellschaftskritik macht so einer Handlung Platz, deren primäres Anliegen es ist, immer neue Jagdszenen-Highlights mit meistens allzu absehbarem Ausgang zu kreieren, anstatt angerissenen ethischen Fragen nachzugehen. Dadurch dreht sich das neue Jurassic-Park-Actionspektakel in der zweiten Hälfte überwiegend im Kreis und wird dabei nur selten durch witzige Anspielungen aufgelockert. Trotzdem ist das Treffen der Generationen, die sich im Kampf gegen skrupelloses Profitdenken vereinen, ausgesprochen unterhaltsam und bildet mit seinen atemberaubenden Bildern allemal einen würdigen Abschluss der „Jurassic World“-Trilogie.

Trailer:

Bewertung: 6 von 10 Punkten

 

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