Home MusikKonzertberichte Peter Heppner feierte seinen Tourabschluss in Köln (16. Dezember 2018)

Peter Heppner feierte seinen Tourabschluss in Köln (16. Dezember 2018)

Autor: Tobi
Peter Heppner (Foto: © Mathias Bothor)

(Foto: © Mathias Bothor)

Lange sechs Jahre mussten die Fans von Peter Heppner nach dem 2012er-Longplayer “My Heart Of Stone” auf neues Material von ihm selbst warten, ehe im September 2018 nun gleich zwei Alben erschienen, “Confessions & Doubts” mit typischen, poppig romantischen Stücken und “TanzZwang” mit Liedern, von denen jedes in die Hände eines anderen Produzenten gelegt wurde mit der Vorgabe, am Ende einen Track zu gestalten, der zum Tanzen zwingt. (Lies unsere Rezension der Alben hier.)

Mitte November startete Heppner die Tour zu den Alben im heimischen Hamburg, und am winterlichen Abend des 16. Dezember fand sie in der Kölner Live Music Hall ihren Abschluss. Die ca. 1.300 Fans Platz bietende Halle bot noch jede Menge Platz, war aber im Endeffekt vielleicht zur Hälfte und somit angenehm gefüllt, so dass sich jeder, der wollte, noch gut bewegen konnte – Stichwort TanzZwang.

Wer noch nie ein Konzert von Peter Heppner gesehen hat, der ist sicherlich überrascht, dass er auf der Bühne keinerlei Show im Sinne vom Herumlaufen, Tanzen etc. bietet, sondern beim Singen in sein auf einem Notenständer platziertes Liederbuch schaut, was eher an ein klassisches Konzert erinnert als an den üblichen Pop-Auftritt. Die Fans im Saal aber haben Heppner vermutlich schon einige Male gesehen und sich hieran längst gewöhnt, tritt er doch so bereits seit seiner Anfangszeit im Synthiepop-Duo Wolfsheim auf. Und spätestens der Auftritt der Vorband Leichtmatrose machte Heppners Herangehensweise sehr sympathisch, denn was bringt es einem, wenn ein Frontmann mit guildo-hornesker Mimik und Gestik zu unterhalten versucht und damit der Musik die Ernsthaftigkeit raubt.

So lag der Fokus bei Peter Heppner voll auf der Musik, und mit dieser überzeugte er mal wieder. Zusammen mit seinen drei Mitmusikern betrat er um 21.20 Uhr die Bühne, und sie wirkten stets gut eingespielt, was bei den Langzeit-Mitstreitern Dirk Riegner (Keyboard) und Carsten Klatte (Gitarre) ja auch kein Wunder ist, während Lars Watermann an diesem Abend Stamm-Schlagzeuger Achim Färber vertrat und seine Sache hier auch äußerst gut machte.

Mit dem neuen Stück “Unloveable” eröffnete Heppner den Abend, um dann “Alleinesein” aus seinem 2008 veröffentlichten Solo-Debüt “Solo” und “Meine Welt” aus dem 2012er-Nachfolger zu spielen. Vom Start weg wusste Peter stimmlich wieder voll zu überzeugen, hier kann ihm in Deutschland kaum einer das Wasser reichen. Nicht umsonst ist er ja auch ein gefragter Gast und hat schon bei Stücken von diversen Acts gesungen. Von diesen Kollaborationen waren mit “Wir sind wir”, welches er 2004 mit Paul van Dyk veröffentlichte, dem mit Schiller im gleichen Jahr gebotenen “Leben … I Feel You” und dem mit Joachim Witt 1998 zum Hit gemachten “Die Flut” drei Songs im Programm.

Extra für den Abend in Köln wurde die Hermann-Hesse-Vertonung “Im Nebel” in die Setlist genommen, zu der es über eine Kölner Saufbekanntschaft kam – eine von ganz wenigen Anekdoten, die Heppner zwischendurch zum Besten gab, der ansonsten, stets in ansprechende Lichtermeere gehüllt, sehr auf seine Musik konzentriert war.

Einige der tanzbaren Songs wie “Just One Word” und “Once Again” gingen dann auch direkt ineinander über, was gut passte. Auch wenn Heppner das Publikum in keiner Weise animierte, wurde hin und wieder mitgeklatscht und die Stimmung im Saal war durchweg gut. Natürlich kamen auch die alten Wolfsheim-Fans nicht zu kurz, denn neben dem Muss-Hit “The Sparrows And The Nightingales” spielte Heppner auch “Once In A Lifetime”, “Künstliche Welten” und “Kein Zurück”. Ein gelungenes, 100-minütiges Konzert mit tollen Songs und einer Stimme, der man sich nicht entziehen kann.

_____________________
Links:
Facebook-Seite von Peter Heppner
Website der Live Music Hall Köln

Related Articles