Home MusikKonzertberichteDie White Lies benötigten dank toller Songs keine große Show, um live mitzureißen (Köln, 24. Februar 2026)

Die White Lies benötigten dank toller Songs keine große Show, um live mitzureißen (Köln, 24. Februar 2026)

Autor: Tobi

Nachdem die White Lies auf ihrem siebten, im November 2025 veröffentlichten Album „Night Light“ (lies unsere Rezension hier) wieder mit abwechslungsreichen Songs zwischen Wave und Indie-Rock überzeugen konnten, freute sich die Londoner Formation im Rahmen ihrer dazugehörigen Tour auf ihren Social-Media-Kanälen bereits über die „best attended tour we’ve ever done“ und „unreal support from our incredible fanbase“. Dies bestätigte sich am milden Abend des 24. Februar 2026 in der Kölner Live Music Hall, die ebenfalls bestens gefüllt war.

White Lies live in Köln 2026 (Foto: © Tobias Matkowitz)

White Lies live in Köln 2026 (Foto: © Tobias Matkowitz)

Um 21 Uhr betraten Harry McVeigh (Gesang, Gitarre), Charles Cave (Bass) und Jack Lawrence-Brown (Drums) zusammen mit ihrem angestammten Live-Keyboarder Tommy Bowen die Bühne. Mit „All The Best“ von der aktuellen Scheibe, von der sechs Lieder erklangen, eröffneten sie ihr Konzert, und Harry ließ danach verlauten, dass sie einen schönen langen Gig mit all den Fanfavoriten spielen würden. Eine der wenigen Zwischenansagen der eher zurückhaltend aufspielenden Band, wobei sich dies darauf bezieht, dass mit vier Leuchtquadern hinter den Jungs und einer stimmigen Lichteinhüllung auch schon die ganze Aufmachung erklärt ist, sich nur der hin und wieder auch mal freudig lächelnde Harry mal ein paar Meter hin und her bewegte und eben auch nicht groß geredet wurde. Ist dies zu kritisieren? Keinesfalls, wussten die White Lies doch voll zu überzeugen, was klar macht, dass sie einfach sehr gute Songs zu bieten hatten und zudem starke Musiker sind, sympathisch und bodenständig zudem – und das ist allemal besser als selbstverliebte Stümper, die Defizite mit fetter Show-Fassade wettzumachen versuchen.

White Lies live in Köln 2026 (Foto: © Tobias Matkowitz)

White Lies live in Köln 2026 (Foto: © Tobias Matkowitz)

Jede Menge Fanfavoriten hatten die White Lies tatsächlich in ihrer 19 Songs umfassenden Tracklist, so wie mit „Farewell To The Fairground“, „The Price Of Love“, „Death“ und dem hymnischen Titeltrack gleich vier Nummern aus ihrem 2009er-Debütalbum „To Lose My Life…“, das ihnen Platz 1 in der Heimat und anderswo auch direkt große Bekanntheit einbrachte, wie „There Goes Our Love Again“ und den Ohrwurm-Titelsong vom dritten Album „Big TV“ (2013), oder wie „Time To Give“ und „Tokyo“ von der 2019er-Scheibe „Five“ – ja, ihrem fünften Longplayer.

White Lies live in Köln 2026 (Foto: © Tobias Matkowitz)

White Lies live in Köln 2026 (Foto: © Tobias Matkowitz)

Einige Songs wie „Is My Love Enough?“ von „Friends“ (2016) waren stärker elektronisch geprägt, andere wie das neue „Keep Up“ kamen mit Groove daher, die meisten wie „Hurt My Heart“, „Juice“ oder „I Don’t Want To Go To Mars“ als einziges Stück vom 2022er-Werk „As I Try Not To Fall Apart“ rockten aber auch amtlich ab.

Gegen Ende wurde dann noch „Bigger Than Us“ vom zweiten Album „Ritual“ (2011) abgefeiert und die Band freute sich mehrfach über einen mitklatschenden Saal, in dem auch sonst viel Bewegung und Mitsingen zu beobachten war. In der Zugabe wurde es dann noch etwas besonders, als Bass-Hüne Charles zum ruhig startenden Titelsong „Night Light“ der neuen Scheibe zunächst zur Akustikgitarre griff und bewies, dass er auch diese beeindruckend beherrscht, bevor er zum lauteren Abgang dann wieder zum E-Bass wechselte. Überzeugende Musiker mit tollen Songs, einfach gut gespielt und gesungen – diese 100 Minuten machten Spaß.

Mehr Fotos vom Konzert findest du hier auf Facebook oder hier auf Instagram – folge gerne unseren Kanälen, danke.

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Links:
Website der White Lies
Website der Live Music Hall Köln

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